Statistik für 2017

Die Kriminalitätsrate "bröckelt" auch in Lüdenscheid

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Die Polizeiführung: Michael Kuchenbecker (rechts), Elke Heinrichs und Manfred Kurzawe bei der Pressekonferenz.

Lüdenscheid - Die Kriminalitätsrate in der Kreisstadt ist nach 2016 im vergangenen Jahr um um 2,5 Prozent gesunken. Mit 5924 Delikten (2016: 6076) liegt Lüdenscheid aber nach der aktuellen Statistik der Kreispolizeibehörde deutlich über dem Kreisdurchschnitt, klar höher als Iserlohn und knapp über dem NRW-Wert.

Polizeichef Michael Kuchenbecker lobte seine Direktion Kriminalität und sagte: „Wäre ich ein Krimineller, würde ich einen großen Bogen um den Märkischen Kreis machen.“ 

Während die Fallzahlen kreisweit auf lange Sicht „bröckeln“, wie Direktionsleiter Manfred Kurzawe sagt, ist die Aufklärungsquote geklettert – in Lüdenscheid 2017 leicht von 56,3 auf 57,7 Prozent gestiegen. 

In fast allen Deliktarten sind die Fallzahlen in der Kreisstadt gesunken, am auffälligsten im Bereich der Autodiebstähle (von 23 auf 9) und der Computerkriminalität (von 148 auf 59). 

Ein für das Sicherheitsgefühl der Bürger sensibles Thema sind nach wie vor Wohnungseinbrüche. Während die Quote 2017 kreisweit um 27 Prozent sank, blieb sie in Lüdenscheid mit 135 Fällen nahezu gleich. Dagegen sackte die Aufklärungsquote in der Kreisstadt von 23,1 auf 12,6 Prozent ab. 

Dennoch sind die Ermittler positiv gestimmt. Denn mehr als die Hälfte der Einbrecher scheitern bei ihrem Vorhaben, bleiben also im Versuch stecken und fliehen ohne Beute. 

Zu verdanken ist das laut Elke Heinrichs, Chefin der Führungsstelle Kriminalität, einem „deutlich verbesserten Hinweisverhalten der Bevölkerung“. Auch eine bessere technische Prävention, also etwa stabilere Schlösser oder Alarmanlagen, trägt nach Einschätzung der Polizeiführung zum vermehrten Scheitern der Täter bei. 

Mehr Sexualdelikte, weniger Raubüberfälle

Ein Anstieg der Quote von Sexualdelikten von 35 auf 46, also um 31,4 Prozent, in Lüdenscheid klingt zunächst dramatisch. Er ist laut Michael Kuchenbecker aber dem Umstand geschuldet, dass das unsittliche Betatschen von Frauen nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht strafrechtlich nicht mehr als Beleidigung, sondern als sexuelle Belästigung eingestuft und verfolgt – und statistisch entsprechend anders berücksichtigt wird. 

Dagegen verzeichnet die Polizei einen Rückgang von 22,7 Prozent bei Raubüberfällen in der Kreisstadt. In der Summe ist die Rate der Gewaltkriminalität im vergangenen Jahr in Lüdenscheid um 11,7 Prozent gesunken. 

Bei der Straßenkriminalität sank die Quote um 6,1, die Zahl der Drogendelikte um 9,8 Prozent. In Sachen Rauschgift sprechen die Fahnder von einem Kontrolldelikt: Je mehr kontrolliert wird, umso höher die Aufklärungsquote, sie lag in Lüdenscheid bei 94,7 Prozent. 

Einen negativen Trend errechnet die Polizeiführung bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten in Lüdenscheid. Die Fallzahl stieg im vergangenen Jahr von 978 auf 1126, das entspricht einem Zuwachs von 15,1 Prozent.

Die komplette Kriminalstatistik für den Märkischen Kreis gibts im Internet unter der Adresse maerkischer-kreis.polizei.nrw

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