Aktuelle Statistik zur Entwicklung der Unfallzahlen

Weniger Unfälle, aber mehr Todesopfer im Märkischen Kreis 

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Symbolfoto

Lüdenscheid - Im vergangenen Jahr sind auf den Straßen des Kreisgebietes im Durchschnitt täglich 40 Verkehrsunfälle passiert. Die Zahl der Unfälle ist im Gegensatz zu 2017 nur geringfügig um 58 auf 14 787 gesunken.

Zwar ist die Quote der bei Unfällen schwer verletzten Personen mit 226 gleich geblieben. Doch wurden 2018 bei Verkehrsunfällen zehn Menschen getötet. Ein Jahr zuvor waren es sechs. Das sind die Eckdaten der aktuellen Statistik, die die Polizeiführung gestern präsentierte. 

Das Risiko auf den Straßen des Märkischen Kreises ist weiter gestiegen, wie der Chef der Direktion Verkehr der Polizei, Thomas Volkmann, sagt. „Mehr Pendler, eine gute wirtschaftliche Situation und damit mehr Transporte, eine länger andauernde Mobilität von Senioren, außerdem immer mehr Motorräder – es herrscht wahnsinnig viel Verkehr.“ 

Unfallursache Nummer 1 bei Verkehrsverstößen mit Schwerverletzten und Toten ist zu schnelles Fahren. Bei mehr als 20 Prozent der Karambolagen auf den Straßen handelt es sich um Verkehrsunfälle, nach denen die Verursacher Fahrerflucht begangen haben. Gerade solche Unfallfluchten, bei denen Verletzte zu beklagen waren, stehen verstärkt im Fokus der Ermittler. 

Mehr Aufklärung nach Unfallflucht

Mit einer Aufklärungsquote von 80,2 Prozent bei dieser Kategorie von Unfällen liegen die Ermittler weit über dem Landesdurchschnitt von 63,1 Prozent. Die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten insgesamt kletterte von 44,9 auf 46,9 Prozent. Polizeichef Michael Kuchenbecker sagt dazu: „Das Risiko, erwischt zu werden, steigt von Jahr zu Jahr.“ 

Polizeiliche Maßnahmen 

Die Abnahme der Zahl von Verkehrsunfällen, bei denen Alkohol oder Drogen im Spiel waren, liegt bei 20,1 Prozent. Das passt nach Polizeiangaben einerseits zu den massiveren Maßnahmen gegen verdächtige Fahrer, andererseits zu einer besseren Erkennung und einer „gelungenen Schwerpunktsetzung“ bei der Verfolgung solcher Verkehrsteilnehmer. Auch hier steige das Risiko, erwischt zu werden, heißt es. 

Vier tote Kradfahrer 

Leicht gestiegen ist die Quote der Motorradunfälle. Von den 2018 registrierten zehn Toten im Straßenverkehr waren vier Kradfahrer, einer mehr als 2017. Insgesamt verunglückten 181 Motorradfahrer, das waren 10,4 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Verkehrsunfälle mit Kindern 

Die Zahl der Unfälle, an denen Kinder beteiligt waren, hat sich erneut erhöht. Insgesamt wurden kreisweit 152 Kinder verletzt, zehn mehr als 2017. Gleichzeitig verzeichnet die Polizei weniger Schulwegunfälle: Im vergangenen Jahr waren es zwölf, im Jahr zuvor noch 24. Trotzdem appelliert Thomas Volkmann an die „Helikopter-Eltern“, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. „Sie stellen nach wie vor eine erhöhte Gefahr dar.“ 

Leichte Rückgänge 

Auch bei den Zielgruppen der Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren und jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren registriert die Polizei leichte Rückgänge. Dagegen kletterte die Zahl der Unfälle von Senioren. 197 Menschen über 65 Jahren wurden verletzt, das entspricht einer Steigerungsrate von 20,1 Prozent.

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