Polizei: Harmloser Mann verbreitete Angst

Wachenleiter Volker Mürmann (l.) und Bezirksbeamter Folkmar Passow berichteten vor 20 Eltern im Kindergarten.

LÜDENSCHEID ▪ Ein Hinweis nach einem Bericht im Lokalfernsehen hat die Polizei jetzt darauf gebracht, wer der „maskierte, ganz in Schwarz gekleidete Mann“ (wir berichteten) sein könnte, der in Brüninghausen für Ängste bei Eltern und eine brodelnde Gerüchteküche gesorgt hat. Der Mann habe auf Befragen eingeräumt, gelegentlich dunkel gekleidet im Dunkeln durch den Wald zu gehen. „Er ist nach unseren Ermittlungen völlig harmlos, man muss keine Angst vor ihm haben“, sagte gestern Volker Mürmann, Leiter der Lüdenscheider Wache, vor 20 Eltern in der städtischen Kindertagesstätte Brüninghausen.

Dieser Mann treibe weder sogenannte „Gotcha“-Schießspiele noch besitze er eine Waffe, erklärte Mürmann zu Schüssen, die Anlieger im Wald gehört hatten. Als „maskiert“ sei der Mann offenbar empfunden worden, weil er wetterbedingt Kapuze und Schal trug. Obwohl er „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit völlig ungefährlich“ sei, habe die Polizei jetzt auf ihn „eingewirkt“, seine abendlichen Gänge in und um Brüninghausen zu unterlassen. Denn damit habe er, oder besser die „Stille Post“ über ihn, offenkundig Angst und Schrecken verbreitet. Zu verbieten seien solche Ausflüge aber niemandem.

Zur Gerüchteküche: Die Polizei hat bisher weder Erkenntnisse über angeblich geschilderte Übergriffe auf Kinder („Das hätten uns Eltern sofort gemeldet“) noch überhaupt darauf, dass irgendjemand in irgendeiner Form zu Schaden gekommen ist. Auch dass Väter jetzt Streife laufen sollen, ist der Polizei noch nicht zu Ohren gekommen. Hierzu stellte der Bezirksbeamte Folkmar Passow in der Kita zudem klar: „Nichts gegen Zivilcourage, aber es darf nicht zu Übergriffen auf vermeintlich Verdächtige kommen. Man darf auch niemanden festhalten, es sei denn, man ist Zeuge einer Straftat.“

Obwohl die Polizei davon ausgeht, den „Fall“ geklärt zu haben, bleibe das Restrisiko, dass es jemand anderen gibt, der mit unguten Absichten durch die Wälder streift. Mürmann: „Wir nehmen die Sorgen der Eltern ernst. Wer Angaben machen will, melde sich unter Notruf 110.“

Streifenwagen werden daher in den nächsten Wochen häufig in Brüninghausen zu sehen sein, auch Polizei in Zivil ist unterwegs, kündigte Mürmann an. Am Donnerstagabend stieg ein angeforderter Hubschrauber mit Wärmebildkamera nur wetterbedingt nicht auf. Andere Helikopter, die derzeit häufiger über Brüninghausen zu sehen sind, seien dagegen „wohl von Google“. Außerdem habe es vor zwei Wochen eine Suche nach einer vermissten Person gegeben.

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