Polizei gelingt Schlag gegen rumänische Diebesbande

Dr. Gerhard Pauli, Bernd Scholz und Frank Rohlender (v.l.) mit Diebesgut und Tatwerkzeugen, die nach dem Fahndungserfolg sichergestellt wurden.

LÜDENSCHEID ▪ Nach einer wochenlangen Observation ist der Kreispolizei ein schwerer Schlag gegen eine rumänische Diebesbande gelungen.

13 Tatverdächtige wurden bei einem versuchten Einbruch auf dem Bahnhofsgelände in Oberhausen festgenommen, der Hehler, ein Altmetallhändler in Gelsenkirchen, ging den Beamten ebenfalls ins Netz. Bei einer Razzia am Donnerstag in Dortmund gelang es zudem, 35 Männer aus dem Umfeld der Bande zu identifizieren und nach Wohnungsdurchsuchungen Beweismittel sicherzustellen. Neun Männer sitzen jetzt in Untersuchungshaft. Bunt-, Edelmetalle und Edelstahl entwendeten die Diebe meist in Gewerbegebieten entlang der Autobahn und verursachten dabei Schäden in Millionenhöhe. Dies war auch die Ausgangslage für den Einsatz der Ermittlungkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Frank Rohlender, erläuterte am Freitag Polizeioberrat Bernd Scholz, Leiter der Polizeiinspektion Süd: „Wir haben im Märkischen Kreis, mit Schwerpunkt in unserem Einsatzbereich, eine erhebliche Zunahme von Einbruchsdiebstählen mit einem Schaden von rund 400 000 Euro verzeichnet.“ Rohlender und seine Ermittlungsgruppe gelang es, die Struktur der überörtlich agierenden Bande herauszustellen, bis die Beamten dann zuschlugen. „Schrotthandel – das klingt zunächst nach nichts Besonderem, aber der ist inzwischen lukrativer als ein Banküberfall. Da werden hohe Gewinne gemacht“, verdeutlichte Bernd Scholz. Daher bemühe man sich in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Hagen und dem Landeskriminalamt auch um eine Gewinnabschöpfung. Scholz zeigte hochwertige Gebäude in Rumänien, die demonstrieren, wohin das Geld aus den Diebstählen floss. Der Hagener Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli erklärte, die Zusammenarbeit mit den rumänischen Behörden sei gut. Den Täter drohe ein Strafmaß zwischen einem und zehn Jahren.

Frank Rohlender beschrieb die professionelle Vorgehensweise der Bande, deren Mitglieder zwischen 25 und 35 Jahren alt seien. Das seien Arbeiter, die anpacken können. Vor Ort seien zum Beispiel Kabel in „handliche Portionen“ geschnitten und in Säcke verfrachtet worden. In Lüdenscheid sei eine Firma gleich drei Mal hintereinander überfallen worden. Selbst zusätzliche Sicherungen wie Nato-Draht auf den hohen Gitterzäunen seien für die Täter kein Problem gewesen. „Die Firma kämpft jetzt ums Überleben.“ Zwischen Lippstadt und Oberhausen sowie Bocholt und Olpe war die Bande in rund 100 Firmen aktiv.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare