Politiker verärgert Schulleiter

MÄRKISCHER KREIS ▪ Die Vertreter aller Schulleitungen der Berufskollegs des Märkischen Kreises und Mitglieder der Kollegien saßen gestern auf den Besucherrängen im Sitzungssaal des Kreishauses. Sie konnten nur zuhören, wie die Mitglieder des Schul- und Sportausschusses in der öffentlichen Sitzung über die Schulentwicklungsplanung für die Kollegs diskutierten.

Die Abstimmung erlebten die Lehrer indes nicht mehr: Sie hatten geschlossen den Saal verlassen, als insbesondere Peter Hahn (SPD) den Schulleitungen kollektiv mangelnde Kooperation vorwarf – und zwar seit fast 20 Jahren.

Im Foyer des Kreishauses kochte die Empörung hoch, zum einen darüber, derartig pauschal verurteilt zu werden, und zum anderen deshalb, weil gerade in der aktuellen Debatte um die Schulentwicklungsplanung alle Angebote ihrerseits abgeschmettert worden seien: „Wir wollen doch kooperieren“, machten sie klar.

Im Sitzungssaal setzten die Politiker ihre Diskussion unbeeindruckt fort. Diese drehte sich in erster Linie darum, ob der Ausschuss mit der Zustimmung zum Verwaltungsvorschlag vollendete Tatsachen für die Kolleg-Standorte in Menden und Iserlohn schafft. Demgegenüber hatte die Fraktion von Bündnis 90/Grüne einen Antrag vorgelegt, nach dem der Entwicklungsplan zur Kenntnis genommen werden und die Verwaltung beauftragt werden sollte, gemeinsam mit allen Beteiligten ein Konzept zur Umsetzung zu erarbeiten. Als Renate Oehmke den Antrag vortrug, gab es Beifall von den Zuschauern – zu dem Zeitpunkt waren Schulleiter und Lehrer noch anwesend.

Auch gemäß des Antrages sollten grundsätzlich die Bereiche „A-Wirtschaft und Verwaltung“ und „B-E-Technik“ in Iserlohn und Menden jeweils einem Standort zugeordnet werden. Es sollten Dependancen der jeweiligen Kollegs entstehen, so dass der Unterricht jeweils vor Ort bleibt. So sieht das auch die Entwicklungsplanung vor. Der wesentliche Unterschied bestand im Zeitfaktor: Der Verwaltungsvorschlag zurrt das Konzept fest, das „Die Schulleitungen mit Leben füllen müssen“, so Uwe Scholz (CDU). Er befürchtete, dass durch den Vorschlag der Grünen, erst zu prüfen, dann umzusetzen, zuviel Zeit verloren gehe. Dass sich einzelne Arbeitgeber insbesondere aus Menden, Hemer und Balve sowie Kreishandwerkerschaft gegen die Pläne ausgesprochen hätten, führten die CDU- und SPD-Politiker auf falsche Informationen zurück. Die Standorte sollen ja erhalten bleiben, nur nicht als eigene Kollegs, sondern als Dependancen.

Letzlich wurde der Verwaltungsvorschlag mit den beiden Gegenstimmen der Grünen-Abgeordneten angenommen. Die nächste Instanz, in der der Schulentwicklungsplan auf der Tagesordnung steht, ist der Kreissausschuss am Donnerstag, 8. Dezember.

Der Schulausschuss stimmte ohne Diskussion den vorgelegten Haushaltsansätzen und einer Änderung der Richtlinie für die Ehrung erfolgreicher Sportler zu. ▪ gör

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