Gegenwind für Enervie-Ausbaupläne

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Lüdenscheid - Der Energieversorger Enervie plant, im Bereich der Versetalsperre eine Windkraftanlage zu errichten. Ein entsprechender Antrag soll Ende Oktober bei der Kreisverwaltung gestellt werden. Diese Mitteilung der Verwaltung sorgte im Planungs- und Umweltausschuss für erheblichen Gegenwind.

Sowohl der Ausschussvorsitzende Björn Weiß (CDU) als auch Jens Voß (SPD) bekundeten ihren Unmut. Dies sei mehr als ärgerlich, zumal man in einer Stellungnahme an die Bezirksregierung in Arnsberg erklärt habe, man lehne den Standort Versetalsperre ab. Der Standort liegt auf der 460 Meter hohen Erhebung Berghahn, etwa einen Kilometer östlich der Klinik Spielwigge und ebenso weit südlich von Schwiendahl.

Der Ausschuss einigte sich darauf, dass über eine Stellungnahme des Rates gegenüber Enervie noch einmal gegen die Pläne interveniert werden soll. Allerdings hat die Stadt Lüdenscheid darauf verzichtet, Vorrangflächen für Windkraft auszuweisen. Sie beurteilt daher nur die „bauleitplanerische Zustimmungsfähigkeit“. Über das „privilegierte Bauvorhaben“ entscheide letztlich die Untere Emmissionsschutzbehörde beim Märkischen Kreis, hatte Enervie-Sprecher Andreas Köster gegenüber den LN erklärt.

Die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses favorisieren einen Standort im Bereich des Radarturms bei Großendrescheid. Allerdings hatte dagegen die Flugsicherung Einwände erhoben, die aber nicht sehr konkret geäußert worden waren, wie es hieß. Ausschussvorsitzender Björn Weiß regte an, Kontakt zu der benachbarten Gemeinde Schalksmühle aufzunehmen, um sich unter Umständen gemeinsam für den Standort einzusetzen. Außerdem schlug er vor, nochmals einen Enervie-Vertreter in den Ausschuss einzuladen.

Enervie folgt mit der Ausweisung von Windkraft-Standorten einem Windenergieerlass des Landes zur Förderung regenerativer Energien.

Von Martin Messy

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