Zehn Jahre "World of Wordcraft"

Warum dieser Mann nach der goldenen Feder greift

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Björn Rosenbaum greift zum dritten Mal nach der Feder.

Lüdenscheid – Wer zehn Jahre alt wird, feiert gebührend: Gleiche mehrere Veranstaltungen rund um die Poetry-Slam-Reihe „World of Wordcraft“ werden in diesem Jahr aufgelegt. Den Auftakt bildet die mittlerweile 35. Ausgabe des Poetry-Slams am Samstag, 28. März, im Kulturhaus, zu der wieder hochkarätige Bühnenpoeten anreisen.

Geboten werden aber auch Veranstaltungen wie Science-Slam, neue Formate wie Team-Poetry und eine neue Lesereihe in der Stadtbücherei mit dem klingenden Namen „Federlesen“. Dabei hat das Wordcraft-Team auch ein Auge auf den Nachwuchs: Gleich mehrere U-20-Workshops sollen neue Talente zutage fördern.

Zur 35. Ausgabe des Autorenwettstreits um die beliebte „Goldene Feder“ dürfen sich die Bergstäder unter anderem auf Samuel J. Kramer aus Frankfurt am Main freuen. Kramer ist Autor, Poetry Slammer, Konzept- und Performancekünstler. Geboren 1996 in Gießen wurde er 2016 jüngster Gewinner der hessischen Poetry-Slam-Meisterschaft und stand mit seinen Texten außerhalb des deutschsprachigen Raumes, schon in Spanien, Rumänien und sogar Brasilien auf der Bühne.

Björn Rosenbaum ist fast schon ein alter Bekannter auf der Lüdenscheider Slam-Bühne. Bereits zur 20. Ausgabe der Reihe stand er – damals noch im Dahlmann-Saal – vor dem Mikrofon – und kam mit seinen Texten noch nicht einmal bis ins Finale. Das hat sich inzwischen für den umtriebigen und humorvollen Slammer aus Dortmund geändert. Der NRW Slam-Vizemeister von 2014 durfte sich – als bekennender Schwarz-Gelber – mit dem Titel Gelsenkirchener Stadtmeister 2016 schmücken, was Rosenbaum selbst als „vorläufigen Höhepunkt“ seiner Slammer-Karriere betrachtet. Rosenbaum sicherte sich im Februar 2019 bereits die „Goldene Feder“ und gewann sie auch im Sauerlandpark Hemer. Am 28. März will er sich im großen Kulturhaussaal seine dritte sichern.

Johnny aus Mettingen ist amtierender NRW-Vize-Meister im Poetry Slam und das, obwohl er erst seit zwei Jahren aktives Szenemitglied ist. Das machte ihn quasi über Nacht zum Shootingstar.

Marian Heuser lehrt inzwischen an der FH in Dortmund Poetry Slam.

Als Moderator Marian Heuser den Poetry-Slam auf der Bühne der Gaststätte Dahlmann 2010 ins Leben rief, war's zunächst einmal Experiment. Es galt, die Frage danach zu klären, ob dieses Format der Abendunterhaltung bei den Lüdenscheidern auf Gegenliebe stoßen würde. Ein paar Minuten Zeit für einen eigenen Text, das Publikum stimmt mit Punktetafeln über die Qualität ab. Doch ein um’s andere Mal füllte sich der Dahlmann-Saal mit mehr Menschen. Dichtes Gedränge, wenig Platz, kaum Luft zum Atmen. Die „World of Wordcraft“ wurde zum Geheimtipp, Karten zum begehrten Gut.

Nach fünf erfolgreichen Jahren kam der Break: Die Reihe zog um ins Kulturhaus. Die Entwicklungsmöglichkeiten für den Slam waren mit der Infrastruktur des Kulturhauses andere. Karten gab's fortan im Vorverkauf, Räume mit hervorragender Licht und Tontechnik, mehr Sitzplätze. Und auf das Kneipenfeeling musste dank der Gastronomie im Haus nicht verzichtet werden. Seitens des Kulturhauses wurden die Slammer mit offenen Armen empfangen.

Was dort im Garderobensaal begann, ist – je nach Nachfrage – in den letzten Jahren ausgeweitet worden. So manche Vorrunde fand im großen Saal statt, weil das Wordcraft-Team von der Nachfrage überrannt wurde. Die finale Veranstaltung am Jahresende war ohnehin stets ausverkauft. So hofft man nun auf ähnlich großes Interesse, wenn am 28. März der Auftakt der Wordcraft-Veranstaltungen 2020 über die Bühne geht. WoW-Slam-Macher Marian Heuser, der seit diesem Jahr einen Lehrauftrag an der FH Dortmund zum Thema Poetry Slam innehat, konnte mittels etlicher Workshops schon vielen jungen und jung gebliebenen Menschen den Weg auf die Bühne ebnen. 

Lange her: Im Dahlmann-Saal fand im August 2010 der erste WoW-Slam statt.

Eine seiner Vorzeigeschülerinnen ist die gebürtige Plettenbergerin Luise Wolff, die sich bei den U20 NRW-Meisterschaften 2019 den dritten Platz erkämpfte. Sie wird den 35. Wettstreit um die Goldene Feder mit dem „sacrifice“, also einem Text außerhalb der Wertung, eröffnen. Der Slam beginnt um 20 Uhr. Er findet in Kooperation mit dem Kulturhaus statt und wird präsentiert von der Sparkasse , Seltmann Printart und den Lüdenscheider Nachrichten.

Tickets

Tickets kosten 14,90 Euro bzw. ermäßigt 9,90 Euro inklusive Ticketingebühr und können an der Theaterkasse des Kulturhauses sowie online unter www.kulturhaus-luedenscheid.de erworben werden. Telefonische Vorbestellungen sind unter der Rufnummer 0 23 51/17 12 99 möglich.

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