Poetry-Slam: Vera Krapf siegt

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Wohlverdienter Sieg: Moderator Tugay Senkulag (Mitte) gratuliert Vera Krapf (r.) zum Sieg, links Justus Stindt auf Platz zwei.

Lüdenscheid - Temperamentvoll, leidenschaftlich und mit einem scharfen Blick auf das gesellschaftliche Leben - so präsentierten sich sechs junge Slammer im gut besuchten Museum und lieferten sich viel applaudierte, heiße Wortgefechte um den begehrten Sieg.

Es wurde ein rundum gelungener Abend unter der Moderation von Mesut Arslan und Tugay Senkulak, die sich von ihrer gemeinsamen Realschulzeit kennen und denen das kulturelle Leben unter Jugendlichen wichtig ist. Deshalb zogen sie zu verschiedenen Poetry-Slams und luden Slammer ein: Vera Krapf, Yasin Cetiner und Roman Volinchik Studenten in Köln, Justus Stindt aus Wuppertal, Nur Sultan Altinalan, der in Paderborn studiert und Jessika Christian aus Lüdenscheid.

„Was wir hier bringen ist unterhaltsam bis gesellschaftskritisch. Der Blick aus dem Fenster eines 19-Jährigen auf diese Welt“, fasste es Altinalan zusammen. Unterhaltsam war es allemal. Ein gut gelauntes, überwiegend junges Publikum. Viele gute Bewertungen. Stindt hatte zwei Erzählungen mitgebracht, die einen Einblick in das chaotische Leben eines Jugendlichen gewähren: „Realitätsverlust“. Nicht ganz ernst gemeint, aber mitreißend und unterhaltsam.

Philosophisch wurde es bei Altinalan. „Mancher nennt mich Immanuel Kant. Vielleicht weil ich so kantig bin“. Der Hunger nach Leben, nach dem Aussteigen aus oberflächlichen und sinnlosen Gesellschaftsstrukturen war Inhalt in Christians Prosa.

Cetiner setzt sich mit der Frage auseinander, ob Frauen notwendig sind und auf die Freundesliste gehören. Volinchik stellte traurige und schaurige Poesie vor und Krapf nahm die Konsumgesellschaft im Kaufrausch unter die Lupe - 20 Prozent auf alles: „Ich brauch es nicht, aber ich kauf es schon mal, denn ich weiß ja nicht, was ich noch brauch“. Sehr souverän vorgebracht, erste Lyrik auswendig und pointiert vorgetragen -- das überzeugte auch die Publikumsjury: verdienter erster Platz und ein Gutschein, 74 Punkte, gefolgt von Stindt auf Platz zwei.

Viel Applaus auch für die anderen, die jeweils nur mit zwei Punkten Differenz die folgenden Plätze belegten. Buchpreise für alle. Einen Volltreffer landeten auch „Die Firsters“, die als achtköpfige Band mit gutem Drive und viel Spielspaß für beste Stimmung sorgten, ergänzt von dem Quartett „Righteous I am“. - maya

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