Gebäudekomplex wird wiederbelebt

Ex-Sonneborn im Visier: Möbel-Discounter kommt nach Lüdenscheid

Möbel-Discounter Poco
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Möbel-Discounter Poco expandiert weiter. Interesse besteht auch am Standort Lüdenscheid. 

Lüdenscheid - Der ehemalige Sonneborn-Standort im Ortsteil Hellersen steht im Focus der Einrichtungshäuser Poco.

Nach vier Jahren Dornröschenschlaf tut sich was auf der Kalve: Der Gebäudekomplex des alten Möbelhauses Sonneborn im Stadtteil Hellersen wird allem Anschein nach wiederbelebt. 

Das Unternehmen Poco Einrichtungsmärkte hat „ernsthaftes Interesse am Erwerb“ der Immobilie, teilt Poco-Sprecherin Alexandra Grüter in Unna auf LN-Anfrage mit. Noch ist das Projekt in einem ganz frühen Stadium. Zahlreiche Prüfungen, zum Beispiel im Hinblick auf den Brandschutz, stehen laut Alexandra Grüter noch aus, Verträge seien längst noch nicht unterzeichnet. 

Das ehemals schmucke Möbelhaus mit Café-Terrasse im Ortsteil Hellersen soll mit neuem Leben gefüllt werden.

Aber: „Lüdenscheid steht für Poco im Fokus“, heißt es. Derzeit werden die weitläufigen Verkaufsflächen aktuell offensichtlich schon für eine mögliche Übernahme hergerichtet. Handwerker gehen ein und aus und bearbeiten Bodenbeläge. Große Entsorgungscontainer auf dem Parkplatz zeugen von bevorstehenden Bautätigkeiten.

Standort-Geschichte

Das familiengeführte Möbelhaus Sonneborn hatte seinen angestammten Standort an der Kalve nach Fertigstellung eines Neubaus am Piepersloh Ende Dezember 2000 zum größten Teil verlassen. Auf einer Bruttofläche von 34 000 Quadratmetern wurden das nach eigenen Angaben größte Einrichtungshaus in Südwestfalen eröffnet und zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen. 

In Hellersen verblieb unter anderem der Mitnahme- und Teppichmarkt. 2015 verkaufte Geschäftsführer Thomas Hollweg sein Unternehmen an die Gruppe XXX Lutz und zog sich aus der Möbelbranche zurück. 

Inzwischen wohnt Hollweg mit seiner Familie in Lübeck und errichtet an der Ostsee, zwischen Travemünde und Boltenhagen, ein Gesundheitshotel.

Dornröschenschlaf

Anfang Januar 2016 gab XXX Lutz bekannt, dass der Möbel-Mitnahmemarkt in Hellersen „aus wirtschaftlichen Gründen“ zum 31. Januar ‘16 geschlossen wird. 14 Mitarbeiter an diesem Standort erhielten betriebsbedingte Kündigungen. 

Zur Zukunft des ehemaligen Sonneborn-Geländes an der Kalve machte der Konzern damals keine Angaben. Seitdem liegt die Immobilie brach. 

Dass die XXXL-Gruppe den Handelsstandort ausgerechnet an einen Mitbewerber aus der Branche veräußert, verwundert in diesem Fall nicht. Poco mit Stammsitz in Bergkamen und 1972 als Teppichfliesen-Handel auf einem alten Bauernhof im niedersächsischen Harste gegründet, firmiert seit 2018 als Tochtergesellschaft der XXXL-Gruppe. 

Poco wird als eigenständige Einheit innerhalb der Gruppe mit eigenem Management geführt.

Expansionskurs

In deutschlandweit mehr als 125 Märkten sind aktuell mehr als 8000 Mitarbeiter tätig. Mit einem Umsatzvolumen von 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2018 zählt das Unternehmen nach eigenen Angaben „zu den großen deutschen Anbietern im Mitnahmebereich und steuert einen konsequenten Wachstumskurs. 

Jährlich sind rund sechs Neueröffnungen geplant“. Ob und wann die Pläne für Hellersen Realität werden, steht nach Aussage Alexandra Grüters noch nicht fest. 

Wenn alle Prüfungen und Verhandlungen abgeschlossen sind, werde man die Öffentlichkeit informieren. „Wenn, dann geht es im zweiten Halbjahr los.“

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