Ausländerbehörde benötigt mehr Platz

Zu klein geplant: Kreishaus-Anbau wird deutlich größer - und teurer

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Der geplante Anbau des Kreishauses ist zu klein. Vor Baubeginn wurden die Planungen noch einmal ausgeweitet.

Lüdenscheid – Die Erweiterung des Lüdenscheider Kreishauses wird deutlich teurer als geplant - um 5 Millionen Euro oder 43 Prozent!

Bislang waren 11,5 Millionen Euro für den Anbau sowie eine Parkpalette veranschlagt. Nach der neuesten Berechnung der Kreisverwaltung steigen die Kosten auf mindestens 16,5 Millionen Euro. Grund ist nicht nur eine Baukostensteigerung, sondern eine erhebliche Ausweitung der ursprünglichen Planung.

In einer Vorlage für die Politiker des Bau- und Straßenausschuss berichtet die Kreisverwaltung, wie die unerwarteten Kostensteigerungen zustandekommen. Im Vergleich zur Ursprungsplanung von 2018 hat sich demnach der Raumbedarf in der Ausländerbehörde erhöht

39 zusätzliche Arbeitsplätze müssen in dem Erweiterungsbau unterkommen, der nach den neuen Planungen um 1.376 Quadratmeter wachsen muss. „Ohne diese Räume bestünde bereits zum Zeitpunkt der Fertigstellung ein neuerliches Flächendefizit“, schreibt die Kreisverwaltung in der Drucksache.

Zudem soll die Sicherheit der Mitarbeiter erhöht werden, nachdem die Zahl der „sicherheitsrelevanten Vorkommnisse“ in der Ausländerbehörde weiter gestiegen ist. Dafür wird nun Platz für eine Sicherheitsschleuse eingeplant. Die Mehrkosten für diese Erweiterung des Erweiterungsbaus belaufen sich auf 3,287 Millionen Euro.

Dagegen stellt der Kreis errechnete Kosten für die Anmietung externer Büroflächen in Höhe von 110.000 Euro jährlich, die durch die Flächenausweitung entfielen. Durch Prozessoptimierung in der Ausländerbehörde könne man zudem künftig auf drei zusätzliche Stellen verzichten. So würden weitere 200.000 Euro pro Jahr eingespart. 

Weitere 1,7 Millionen Euro Mehrkosten entstehen unter anderem durch Preissteigerungen im Hochbau (735.000 Euro), den von der Politik zusätzlich beschlossenen Bau einer Photovoltaikanlage (93.000 Euro), Brandschutzmaßnahmen (95 000 Euro), den Außenanlagen (240 000 Euro) sowie die Anlage eines weiteren Verbindungsgangs zwischen Bestandsgebäude und Anbau (110.000 Euro).

Erheblich teurer wird auch die Parkpalette, die ursprünglich mit 1,69 Millionen Euro veranschlagt worden war. Die Kosten steigen um 360.000 Euro, weil „kleinere Parkeinheiten für die spezialisierten Unternehmen nicht mehr attraktiv genug sind“, heißt es in der Vorlage der Kreisverwaltung. 

Pro Stellplatz bedeutet das ein Kostenplus von 21,5 Prozent (3.000 Euro). In Summe sollen durch die neue Parkpalette und weitere Umstrukturierungen 60 zusätzliche Parkplätze entstehen. Im Zuge der Arbeiten soll zudem der Untergrund des bestehenden Parkplatzes an der Heedfelder Straße saniert werden (80.000 Euro). 

Die Politiker des Bauausschusses berieten am Mittwoch über die erweiterte Planung und das Kostenplus. Das letzte Wort hat der Kreistag in seiner Sitzung am 26. März. Die zusätzlichen Haushaltsmittel in Höhe von rund 5 Millionen Euro sollen dann ab 2021 bereitstehen. 

Unklar ist, ob noch in diesem Jahr mit dem Bau der Kreishaus-Erweiterung begonnen wird. Ursprünglich sollte es – nach Fertigstellung der Parkpalette – im August 2020 soweit sein, doch schon jetzt ist der Bauplan mehrere Monate im Verzug. Die rund sechsmonatigen Bauarbeiten für die 60 neuen Parkplätze haben noch gar nicht begonnen, ein Baubeginn steht noch nicht fest. Ein Grund: Die Baugenehmigung durch die Stadt Lüdenscheid wurde noch nicht erteilt.

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