Plünderer auf Rabattjagd: Lüdenscheider Geschäfte reduzieren Winterware

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Schnäppchenjäger kommen in den Lüdenscheider Geschäften derzeit voll auf ihre Kosten. Weil viele Einzelhändler ihre Winterartikel schnell loswerden wollen, gewähren sie deutliche Rabatte – wie hier bei „Hunkemöller“ im Stern-Center.

LÜDENSCHEID - Sie strömen zu Tausenden aus, visieren ihr Ziel an und schlagen zu: die Schnäppchenjäger. Überall verführen Sonderangebote zurzeit zum Kaufen. Doch was verdienen die Geschäfte überhaupt noch an ihren stark reduzierten Waren? Die Antwort ist ernüchternd.

„Im schlimmsten Fall zahlen sie sogar drauf“, sagt Herbert A. Dabringhaus, Leiter des Fachbereichs Handel und Dienstleistung der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK). Aber: Die Händler wollten ihre Winterartikel zum Beginn des Jahres einfach nur noch schnell loswerden. Denn das überwiegend milde Wetter hat so manchem das Geschäft vermiest. Viele blieben auf warmen Mänteln, Schals & Co. sitzen. Doch stark reduziert, greifen die Leute jetzt doch noch zu.

Doch des einen Freud’, ist des anderen Leid: „Geht man von einer normalen Handelsspanne aus, verdient der Händler bereits ab einer Reduzierung um 50 Prozent nichts mehr an seinem Produkt“, erklärt Dabringhaus. Alles darüber hinaus zahlt er aus eigener Tasche drauf. Auf diese Weise bekommen die Geschäfte aber wenigstens den Einkaufspreis ihrer Waren zurück und schaffen in den Lagern Platz für die neuen Frühjahrsartikel.

Die sind übrigens auch schon in den Regalen der Lüdenscheider Geschäfte angekommen. Doch hauptsächlich machten die Menschen tatsächlich Jagd auf die vergünstigten Produkte. Und die Geschäfte werben um ihre Gunst. In nahezu allen Schaufenstern in der Stadt locken große, bunte Schilder mit Rabatten von bis zu 80 Prozent. Wo es die besten Schnäppchen gibt, ist da kaum auszumachen. Denn in fast jedem Laden bekommt man einzelne Artikel, die um die Hälfte reduziert sind. Der Preiskampf hat sich übrigens seit der Aufhebung des Winter- und Sommerschlussverkaufs im Hinblick auf die Jahreszeit deutlich nach vorne verschoben. Herbert Dabringhaus weiß: „Die Einzelhändler nutzen dieses Ventil, um sich von der Ware zu trennen.“

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