Pleite mit Wahlplakaten soll sich nicht wiederholen

Leere Plakatständer wie dieser zählten zu den ersten, die im Landtagswahlkampf mutwillig zerstört wurden. Einige davon wurden von den Parteien überhaupt nicht genutzt.

LÜDENSCHEID - Sie sollten Geld einsparen und durch ihre hohe Anzahl für mehr Gerechtigkeit unter den Parteien sorgen – doch fast alle der 350 aufgestellten Wahlplakatständer in Lüdenscheid fielen im Laufe des Landtags-Wahlkampfs der Zerstörungswut unbekannter Vandalen zum Opfer. Nach dieser Pleite mit den neuen Holzständern will sich die Stadt künftig etwas Neues einfallen lassen. So heißt es jedenfalls in einer Mitteilung der Verwaltung an den Bau- und Verkehrsausschuss für die Sitzung am kommenden Mittwoch (ab 17 Uhr im Ratssaal).

300 neue Einzelplakate statt der 80 alten Großtafeln sollten eine gerechtere Verteilung im Stadtgebiet bringen, 255 davon wurden termingerecht sechs Wochen vor der Wahl am 10. Mai aufgebaut, berichtet die Verwaltung weiter. Und: „Sie waren grundsätzlich gut sichtbar positioniert.“ Doch damit waren sie auch für Leute gut erkennbar, die sich einen Spaß daraus machten, die Ständer zusammenzutreten – zunächst nur an der Altenaer Straße, wo 50 Stück aus der Reserve ersetzt werden mussten, 70 weitere Tafeln wurden nachgeordert. Dann aber griff eine Zerstörungswut um sich, wie sie „in anderen Städten so nicht festgestellt wurde“, wie es im Bericht der Stadt wörtlich heißt. Immer mehr Plakatständer wurden kaputtgemacht oder geklaut.

Das Ergebnis: Von schließlich 420 aufgebauten Plakattafeln erwischte es 290. Wobei das beauftragte Unternehmen feststellte, dass es anfangs vor allem die noch nicht beklebten Holzgerüste traf – die Parteien nutzten die Tafeln meist erst vier Wochen vor der Wahl, teilweise blieben zugewiesene Standorte sogar gänzlich ungenutzt.

Daher vereinbarte man nachträglich, die Plakate bereits im Lager des beauftragten Unternehmens aufzubringen und nur noch in fertigem Zustand aufzustellen. Eine Lösung gegen die sinnlose Zerstörungswut war dies am Ende aber auch nicht. Und die erhoffte Ersparnis war bei Gesamtkosten von 8000 Euro ebenfalls hin.

Mehrere Jahre hat die Verwaltung jetzt Zeit für eine neue Lösung. Die könnte so aussehen, dass auf jeden Fall wieder 40 Großflächen im 18/1-Format im Stadtgebiet zur Verfügung gestellt werden sollen. Hier räumt das Rathaus ein, dass wetterbedingt bis heute erst 22 von vorgesehenen 45 Großflächen und Litfasssäulen aufgestellt wurden. Im Wahlkampf standen noch deutlich weniger zur Verfügung, die den Parteien obendrein verspätet zugewiesen wurden. Dieses Problem soll bis zur nächsten Wahl gelöst sein.

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