Platz für bis zu 1000 Flüchtlinge auf der Höh

Gut 200 Anwohner informierten sich am Freitagabend über die Pläne der Verwaltung, auf dem Sportplatz Höh bis zu 1000 Flüchtlinge unterzubringen.

Lüdenscheid - Bürgermeister Dieter Dzewas machte angesichts des andauernden Flüchtlingsstroms gleich ohne Wenn und Aber klar: „Wir müssen handeln.“ Widerspruch gegen diese Einschätzung gab es grundsätzlich nicht bei der Informationsveranstaltung am Freitagabend in der Auferstehungskirche. Dass allerdings auf dem Sportplatz Höh Wohnraum für bis 1000 Flüchtlinge geschaffen werden soll, sprengte so manche Vorstellungskraft.

Dzewas schilderte vor gut 200 interessierten Anwohnern gemeinsam mit dem zuständigen Beigeordneten Thomas Ruschin die Hintergründe und Planungen. Voraussichtlich im Frühsommer nächsten Jahres sollen die in solider Holzständerbauweise zweigeschossig errichteten Einheiten stehen und den Menschen ein selbstständiges Wohnen ermöglichen. „Das wird in Schnellbauweise geschehen, die aber auf solider Grundlage durchaus eine Substanz hat, die 20 oder mehr Jahre hält“, betonte Thomas Ruschin.

Die Unterbringung in Schulgebäuden sei nicht optimal und erfordere eine intensive Betreuung. Das bedeute natürlich nicht, dass es bei dem selbstständigen Wohnen keine Betreuung gebe. „Dafür sind ja in der letzten Sitzung des Hauptausschusses extra 25 neue Stellen geschaffen worden, um auch die Integration der Asylbewerber voranzubringen.“ Im Wesentlichen liefe die Unterbringung in den Übergangswohnheimen – weitere sind An der Schnappe, am Nattenberg und an der Gartenstraße – konfliktfrei ab. Nun müsse sich auch die Höh dieser Herausforderung stellen, zu der es, wie Dieter Dzewas hinzufügte, keine Alternative gebe. „Wir haben keine andere Wahl, da es uns an zur Verfügung stehenden Wohnflächen fehlt. Wir haben nicht wie andere Städte leer stehende Kasernen, die problemlos in Flüchtlingsunterkünfte umgebaut werden können. Wer allerdings freien Wohnraum hat, kann sich gerne melden.“

Beide betonten, dass sich die Entwicklung in einem so rasanten Tempo vollzogen habe, dass der jetzige Bedarf nicht planbar gewesen sei und die daraus resultierenden aktuellen Planungen daher „alternativlos“ seien.

Aus dem Reihen der Anwohner wurden Befürchtungen geäußert, nach denen auf der Höh ein Ghetto entstehen könne, was die Sicherheit beeinflussen könne. Auch die Erschließung des Geländes und der Zustand des Platzes beziehungsweise seines Untergrunds wurden hinterfragt. Das Bebauungskonzept für die Rätherwiese soll bestehen bleiben.

Die Lage sei grundsätzlich sicherlich nicht zufriedenstellend, betonte Dzewas, aber „wir haben keine andere Chance, um den Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, zu helfen. Und diese humanitäre Verpflichtung haben wir.“

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