Edelstahl

Plastikstrohhalm-Verbot: Firma aus MK produziert jetzt Trinkrohre

+
Der heimische Unternehmer Frank Seeberger produziert mit seiner Firma seit sechs Monaten auch Edelstahltrinkhalme für das Massengeschäft.

Lüdenscheid - Rohre haben viele Funktionen  warum nicht die eines Strohhalms? Das dachte sich der heimische Unternehmer Frank Seeberger und entdeckte im Gastronomiebedarf einen neuen Markt. Der könnte mit dem Verbot von Plastikstrohhalmen interessant werden. "Für Sie ist es ein Trinkhalm, für uns ist es ein Rohr", wirbt er für die Mehrweg-Halmlösung aus Edelstahl. 

Sein erstes großes Heimspiel hatte der Trinkhalm aus Edelstahl beim Lüdenscheider Stadtfest. Hierfür hatten die Rotarier einen Plastikhalm-Ersatz gesucht, um ihre Cocktails möglichst umweltfreundlich in die Kunden zu bekommen. Die Lösung lag nahe: Der Lüdenscheider Frank Seeberger, von Haus aus Automobilzulieferer und mit seiner Firma im Schalksmühler Gewerbegebiet Heedfeld-Süd ansässig, hat sich vor sechs Monaten mit Edelstahltrinkhalmen auf einen neuen Markt gewagt: Gastronomiebedarf. Letztlich ist der gar nicht so weit weg von dem, was die 120 Mitarbeiter am besten können. „Für Sie ist es ein Trinkhalm. Für uns ist es ein Rohr“, heißt es im Begleittext zum Produkt.

Seitdem reicht die Bandbreite dessen, worin sich Seeberger-Know-how findet, von A wie Auto bis Z wie Zero-Waste-Trinkhalm. Wie es dazu kam, macht er an einer Zahl fest: 40 Milliarden Plastikstrohhalme würden im Jahr in Deutschland weggeworfen. Das hat er gelesen, „als das mit dem Plastikverbot kam“. Die Zahl hat ihn schockiert. Also hat er reagiert. Jetzt „lassen wir uns mal überraschen, welchen Anteil unser Halm mal annimmt“, sagt der 50-Jährige, der Groß- und Außenhandelskaufmann gelernt hat.

Die 11. Hamburger Klimawoche im Oktober hat er bereits mit seinen unzerbrechlichen und spülmaschinenfesten Halmen beliefert. Nun setzt er Hoffnungen auf die hiesige Gastronomie. Ein Anfang sei gemacht. Doch Frank Seeberger hat auch festgestellt: „Den Großhändlern ist das noch egal. Ich hätte gedacht, das geht schneller.“ Viele warteten noch ab. Solange es Plastikhalme auf dem Markt gebe, würden sie auch gekauft.

Trotzdem laufen die ersten Aufträge ein, steigt das Bewusstsein. „Die meisten suchen, wenn sie an so etwas denken, irgendwo in China. Wir können’s besser und auch kostengünstiger“, sagt er selbstbewusst. Und überhaupt: „Sinnvoll ist das Verschiffen auch nicht.“ Umweltbewusstes Denken durchdringt das Unternehmen nach und nach.

1983 gegründet, zog der Betrieb 2012 vom Freisenberg nach Heedfeld-Süd. Derzeit wird wieder angebaut. „Wir lassen uns gerade als klimaneutrales Unternehmen zertifizieren“, erzählt Seeberger. Umstellen auf Ökostrom und LED, eine extrem sparsame Fußbodenheizung – letztlich senkt man mit dem Energieverbrauch auch Kosten. Trotzdem: Den CO2-Abdruck auf 0 zu bekommen, kostet Geld. „Und wegen klimaneutraler Zertifizierung kauft kein Kunde mehr“, vermutet der Vater von vier Kindern. Doch er findet es wichtig: „Ein Familienunternehmen hat schon eine besondere Verantwortung. Als Unternehmen sollte man sagen: ‘Wir gehen hier vorbildlich ‘ran’.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare