Planungschef zu Cityfacts: Einkaufsstadt im Aufwind

LÜDENSCHEID - Martin Bärwolf, Planungsamtsleiter im Rathaus, trat gestern dem eher negativen Eindruck entgegen, den die neue Einzelhandelsstudie „Cityfacts“ zur Einkaufsstadt Lüdenscheid vermittelt (die LN berichteten). Ein Überblick über 253 Städte könne auf jede Stadt nur ein Schlaglicht werfen, auch die Entwicklung Lüdenscheids gibt sie laut Bärwolf folglich nicht wieder.

„In vielen Parametern von Cityfacts sehen wir gegenüber vergleichbaren Städten wie Iserlohn und Hagen hervorragend aus. Dabei steht die Stadt noch am Anfang einer Entwicklung, die aus dem starken Produktionsstandort Lüdenscheid auch ein umfassendes Mittelzentrum für Handel und Dienstleistung machen soll. Doch selbst wenn das gelingt, wovon ich überzeugt bin: Auch danach werden wir kaum mit Städten wie Dortmund oder Köln zu vergleichen sein.“

Cityfacts zeige zwar aktuelle Daten zur Wilhelmstraße, berücksichtigt als Expertise für 1-A-Lagen jedoch schon den Sternplatz nicht mehr. Dort aber werde sich nicht erst mit Bezug des Allen-Baus 2011 und dem erhofften Zuzug von Peek & Cloppenburg sehr bald vieles tun. Und: „Erst kürzlich wurde festgestellt, dass sich die Zahl der Lüdenscheider, die in ihrer eigenen Stadt einkaufen, in den letzten Jahren dank der Innenstadt-Entwicklung auf den Plätzen und im Stern-Center deutlich erhöht hat. Das zeigt, dass Investitionen in den öffentlichen Raum gut angelegtes Geld sind.“ Diese Erfolge gelte es auszubauen, auch mit der Denkfabrik.

Nicht aufnehmen konnte die Cityfacts-Studie das Altstadtkonzept, „das viele Kritikpunkte für die Wilhelmstraße aufgreift und ebenso vor dem Abschluss steht wie das Demografie-Konzept zur Bevölkerungsentwicklung“.

Gerade beim Einwohnerverlust von 9,3 Prozent zwischen 2006 und 2025 stellt die Studie der Bergstadt eine besonders düstere Prognose, doch die muss laut Bärwolf keineswegs so eintreffen. Man könne diesen Abwärtstrend sicher nicht ganz stoppen, aber spürbar abmildern. „Für jede Stadt, die Bevölkerung verliert, sind zudem Tages-Einwohner umso wichtiger“, und hier stehe Lüdenscheid nicht nur mit Blick auf den Südkreis gut da. „Der Zentralitätswert der Innenstadt ist überdurchschnittlich.“ Auch den wichtigsten Beleg für die Attraktivität der Lüdenscheider City liefere die Studie selbst. Immerhin setzt sie die Einkaufsmeile mit einem 40-prozentigen Anteil deutscher Filialisten unter 253 verglichenen Mittel- und Großstädten auf Platz 2 – „und gerade die gehen nicht in unattraktive Städte.“

Dass es in Lüdenscheid noch viel zu verbessern gibt, bestreitet auch Bärwolf nicht. Aber: „Wir sind dabei, und die Entwicklung zeigt ganz klar nach oben.“ Auf die nächste Cityfacts-Studie darf man also gespannt sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare