Aufstellungsbeschluss auf den Weg gebracht

Planungsausschuss zur Bebauung der Rätherwiese 

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Das Interesse der Bierbaumer war so groß, dass es im Ratssaal nicht genug Stühle gab. So mussten einige Besucher stehen.

Lüdenscheid - SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP haben am Mittwochabend mit ihrer Mehrheit im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt den von der Verwaltung vorgeschlagenen Aufstellungsbeschluss zur Bebauung der Rätherwiese auf den Weg gebracht.

Alles andere als begeistert waren die Bürger über den Aufstellungsbeschluss zur Bebauung der Rätherwiese.

Die Gegner – CDU und die Partei Die Linke – scheiterten knapp. Rund 80 Anwohner vom Bierbaum verfolgten die Debatte und sparten nicht mit Beifall für die Argumente von CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling: „Es ist viel zu früh, schon heute Beschlüsse zu fassen. Niemand weiß, wie sich die Flüchtlingszahlen entwickeln. Deshalb brauchen wir noch keinen Vorratsbeschluss, um möglichen Wohnraum zu schaffen. Und machen wir uns doch nichts vor: Wenn der Aufstellungsbeschluss erst einmal gefasst ist, dann wird da auch gebaut.“ 

Damit widersprach Fröhling der Auffassung von SPD-Fraktionschef Jens Voß: „Sollten wir das Gebiet nicht benötigen, weil die Flüchtlingszahlen spürbar sinken, wenn die Bemühungen von Bundeskanzlerin Merkel Erfolg haben, dann können wir es ja wieder lassen.“ 

Planungsausschuss mit Thema Bebauung der Rätherwiese

Jürgen Appelt von den Grünen meinte ebenfalls, durch den Aufstellungsbeschluss sei man für den Eventualfall gerüstet. „Wir werden sehr genau darauf achten, was dann weiter passiert.“ 

Michael Thomas-Lienkämper, Sprecher der Partei Die Linke, sprach sich gegen den Beschluss aus, weil nicht genügend geklärt worden sei, ob es Alternativen zu Neubauten gebe. 

"Ja" zum Runden Tisch - für kurzfristige Ergebnisse

Dazu wiederum hatte es im Vorfeld eine Diskussion gegeben, deren Grundlage der CDU-Antrag war, einen Runden Tisch zu gründen, um unter Beteiligung von Immobilienunternehmen Baulücken und Leerstände auszuloten. 

CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling

„Es geht uns darum, kurzfristig Ergebnisse zu erzielen und nicht erst im Sommer“, betonte Fröhling. Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, hatte auf das Handlungskonzept Wohnen hingewiesen, das bis zum Sommer abgeschlossen sei. Darin werde es auch zu diesem Thema Ergebnisse geben. 

Trotz Bebauungsgrundlage andere Möglichkeiten finden

SPD-Fraktionschef Jens Voß

Jens Voß sah daher in dem CDU-Antrag keinen Sinn: „Dann brauchen wir doch nicht auch noch einen Runden Tisch. Ich will Doppelstrukturen vermeiden.“ Dennoch fand der CDU-Antrag eine Mehrheit. Fazit des Abends: Auf der einen Seite wurde die Grundlage geschaffen, die Rätherwiese zu bebauen, auch wenn dies noch weit mehr als ein Jahr dauern würde, bis es los gegen kann. Auf der anderen Seite werden weitere Möglichkeiten gesucht, genau dies zu vermeiden.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Rätherwiese 

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