MVG plant Betriebshof für 11,5 Millionen Euro

Der Betriebshof in Lüdenscheid stammt aus den 50er-Jahren.

LÜDENSCHEID ▪ Der Betriebshof der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) an der Rahmedestraße ist in die Jahre gekommen. Noch unter der Vorgängerin Mark Sauerland wurde die Anlage 1956 eingeweiht. Nach den Plänen der MVG soll eine neue Anlage für rund 11,5 Millionen Euro den Altbau ersetzen.

Politisch entschieden ist darüber noch nicht. Im kommenden Monat werden sich der Aufsichtsrat der Gesellschaft und erstmals der Kreisausschuss sowie der Kreistag mit dem Vorhaben beschäftigen. Bei dem mehr als 50 Jahre alten Funktionsbau häufen sich inzwischen die Mängel: das Dach ist undicht, die Hallentore lassen sich nicht mehr problemlos öffnen und schließen, Energiekosten waren vor mehr als einem halben Jahrhundert kein Thema und die Abläufe in der Werkstatt verlaufen nicht mehr reibungslos.

Werkstatt, Wartung, Leitstelle und Sozialräume – um diese vier Handlungsschwerpunkte geht es der MVG bei ihren Plänen. Die Umsetzung soll – bei laufendem Betrieb – möglichst 2014 erfolgen.

Die Summe will die Gesellschaft möglichst aus eigener Kraft stemmen – 500 000 Euro sollen dafür pro Jahr aus weiteren Einsparungen kommen. Jeweils 100 000 Euro sollen durch Streichungen bei nur noch gering nachgefragten Verkehrsleistungen zusammenkommen, damit verbunden der Verzicht auf fünf Busse und durch Energieeinsparungen. Weitere 200 000 Euro will die MVG durch Personaleinsparungen, darunter eine Prokuristenstelle, erwirtschaften.

Ursprünglich wollte die MVG gar nicht die Politik in diese Pläne einbeziehen, sondern das Vorhaben im Alleingang durchziehen, da keine Gelder des Märkischen Kreises in Anspruch genommen werden sollen. Doch sollte das Sparpaket an einer Stelle platzen, müsste die Märkische Kommunale-Wirtschafts GmbH (MKG), zum Beispiel mit einer Ausfallbürgschaft, einspringen. Diese Gesellschaft, eine hundertprozentige Tochter des Kreises, sorgte bislang mit den Erträgen aus ihrem Anlagevermögen für eine Teilabdeckung des MVG-Defizits. Das beläuft sich auf rund 16 Millionen Euro, davon übernimmt der Kreis 8,7 Millionen Euro, die MKG 7,3 Millionen Euro. War der MKG-Kuchen bislang alleine für die Busse reserviert, sitzen künftig auch die Kliniken mit am Tisch. - be

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