Planstellen bleiben künftig ein halbes Jahr lang frei

Neuerung im Rathaus: Die Stadtspitze will künftig frei werdende Planstellen ein halbes Jahr lang nicht wiederbesetzen.

LÜDENSCHEID - Wird im Rathaus eine Planstelle frei, weil der Inhaber kündigt oder sich anderweitig orientiert, soll diese Stelle grundsätzlich ein halbes Jahr lang unbesetzt bleiben. Diesen Beschluss des Verwaltungsvorstandes teilte Kämmerer Karl Heinz Blasweiler am Montag vor dem Stadtrat mit. In den sechs Monaten werde künftig geprüft, ob Aufgaben in andere Bereiche verlagert oder aufgeteilt werden können.

Ausnahmen bilden laut Blasweiler lediglich Stellen, deren Nichtbesetzung Sicherheitsrisiken oder unhaltbare Zustände hervorrufen würde. Das wäre etwa der Fall, wenn vorgeschriebene Besetzungen bei der Feuerwehr offen blieben, Kindergartengruppen keine Aufsicht hätten, in Schulen niemand mehr ans Telefon ginge oder der Allgemeine Soziale Dienst seine Schutzfunktion für schwache und kranke Bürger oder Kinder in Problemfamilien nicht mehr wahrnehmen könnte.

Vor dem Stadtrat räumte Blasweiler ein, dass die bisher geltende einjährige Sperre für vakant gewordene Stellen nicht durchsetzbar war, auch aufgrund von Wünschen aus der Politik. Mit Blick auf CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling sagte Blasweiler: „Sie kritisieren einerseits den ausbleibenden Stellenabbau, andererseits wird gesagt: Hier geht das aber nicht!“ Die jetzt vereinbarte Regelung wolle die Verwaltungsspitze gegen alle Widerstände „energisch durchhalten, auch wenn es zu Unannehmlichkeiten wie längeren Wartezeiten kommen kann“.

Auf LN-Nachfrage erläuterte der Kämmerer gestern die bisherige Praxis. Ein eigens vorgeschaltetes Prüfteam nimmt sich demnach frei gewordener Stellen an, vollzieht die Aufgabenkritik und macht dann Vorschläge – etwa die Beibehaltung oder Streichung der Stelle, ihre Halbierung oder Befristung. Letztlich habe man bei alledem aber „keinen roten Faden mehr gefunden“, erklärte Blasweiler vor dem Rat. Den soll jetzt die Halbjahres-Regelung bringen.

Nach neuem Muster hätte es zum Beispiel die sofortige Wiederbesetzung der Stadtplanerstelle, die kürzlich auch auf politischen Wunsch hin erfolgte, nicht gegeben.

Oliver Fröhling zeigte sich im Rat zufrieden: „Das ist die richtige Richtung.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare