Rauchverbot „gefährlich für die Kneipenszene“

LÜDENSCHEID ▪ „Die Pläne sind für mich nicht nachvollziehbar. Es hat für mich den Anschein, als ginge es nicht mehr um den Schutz der Nichtraucher, sondern lediglich um eine Gesundheitserziehung der Raucher. Ihnen soll das Rauchen madig gemacht werden.“

Auf völliges Unverständnis stieß beim Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes in Westfalen, Lars Martin, die Nachricht, dass sich die Landesregierung auf ein striktes Rauchverbot in Gaststätten geeinigt habe.

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Damit dürfte ab Mai 2013 auch in kleinen Eckkneipen nicht mehr geraucht werden. Für ihn gebe es kein Argument dafür, an der gegenwärtigen Situation etwas zu verändern. „Warum soll es nicht auch weiterhin abgetrennte Räume für Raucher geben?“ Und: „Wir müssen an den Raucherkneipen festhalten. Hier geht es um Existenzen“, weiß Martin. Wer als Kneipier kein Geld im Rücken habe, werde eine zu befürchtende Durststrecke nicht überstehen. „Denn die Menschen werden dann im stillen Kämmerlein ihr Bier trinken und ihre Zigarette rauchen.“

Das sieht auch Jürgen Wigginghaus, Veranstalter großer Musik-Events, unter anderem im Dahlmann-Saal, ähnlich: „Wenn die Leute früher nach Hause gehen, weil sie rauchen möchten, dann dürfte bei vielen Kneipen das Licht ausgehen.“ Die Aussage, es werde kein Kneipensterben geben, sei daher einfach falsch. Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, dass sich der Staat in dieser Form einmischt. „Das neue Gesetz wird gefährlich für die Lüdenscheider Kneipenszene“, ist sich Wigginghaus sicher.

„Wir müssen uns damit abfinden und entsprechende Lösungen für die Raucher finden,“ macht Rolf Linnepe, Vorsitzender des Bürger-Schützen-Vereins deutlich. Und Friedrich-Karl Schmidt, Schützenoberst der Lüdenscheider Schützengesellschaft, weiß: „Viele unserer Raucher haben sich bereits an die Situation gewöhnt.“ ▪ Kerstin Zacharias

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