Plädoyer für Anerkennung der Rettungskräfte

Plädoyer für mehr Anerkennung: Dr. Rommel Jadaan (vorn, 2.v.r.) referierte über Notfallsituationen, mit im Bild: einige Rettungskräfte der Feuerwehr

LÜDENSCHEID ▪ Die Fortbildung „Notfallmedizin und Rettungsdienst“ für Feuerwehrleute und Rettungsassistenten durch den Internisten und Notfallmediziner Dr.

Rommel Jadaan glich eher einem leidenschaftlichen Plädoyer für mehr Anerkennung und mehr Selbstbewusstsein jener, die Leben retten und dies tagtäglich tun. Denn sie haben viel Erfahrung auf der Basis einer fundierten Ausbildung und agieren als erste Helfer am Unfallort in der entscheidenden ersten halben Stunde. „Eure Arbeit ist somit die Wichtigste für das Überleben“, so Jadaan, der am Klinikum Hellersen tätig ist. Neben den Feuerwehrleuten waren auch viele Rettungssanitäter und -assistenten sowie im Krankentransport Tätige zur Feuerwehr-Hauptstelle am Dukatenweg gekommen.

Interessiert verfolgten sie den sehr anschaulichen Vortrag, der viele Kernprobleme in der Notfallmedizin aufgriff, vertiefte und das Anforderungsprofil an die Rettungskräfte auf den Punkt brachte. Dabei unterbrach sich Jadaan immer wieder selbst, um anzufügen: „Es ist einfach. Ihr könnt das. Traut euch etwas zu!“

Dass hier ein Umdenken auch bei Notärzten erforderlich ist, machte Jadaan ebenfalls deutlich. Rettungsassistenten liefern zwar keine Diagnosen, aber Leitsymptome und geben damit entscheidende Informationen darüber, wie ein Patient im Klinikum weiterzuversorgen ist. Er stellte heraus, wie wichtig es ist, Hand in Hand zu arbeiten, sich gegenseitig in den Kompetenzen zu vertrauen und damit wertvolle Zeit zu gewinnen für die Versorgung der Notfallpatienten, damit eben nicht im Krankenhaus der aufnehmende Arzt und Pfleger neu entscheidet, was zu tun ist. Wie ein EKG in seinen wesentlichen Parametern schnell beurteilbar wird, nach welchen Kriterien eine chirurgische oder internistische Aufnahme angekündigt werden kann oder worauf es bei Dialyse-Patienten im Notfall ankommt, machte Jadaan ebenfalls deutlich.

Breiten Raum nahm der „First View“ ein, der erste Blick bei großen Unfällen mit vielen Verletzten. Was passiert zwischen erster und zweiter Meldung? Wie viele Notärzte, Rettungsmittel und technische Hilfen werden benötigt? Wer übernimmt die Leitung? Mittels eines Filmes, in dem schwere Unfälle dokumentiert waren, fragte Jadaan in die Runde, mit welcher Art Verletzungen bei den entsprechenden Unfällen gerechnet werden muss und besprach mit den Anwesenden Ablauf und Einschätzung der Situation sowiedie Vorgehensweise am Einsatzort. „Eure Krankentrage ist eure Visitenkarte“. Und: „Ihr arbeitet mit Menschen, die akut und unerwartet in Not, Angst und Sorge geraten sind“. Schon allein aus diesem Grund verdienten die Einsatzkräfte den Respekt aller. - maya

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