Verdächtiges Verhalten

Mit Pistole und Maske an der Sparkasse: Plante Mann Banküberfall in Lüdenscheid?

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Der Tatverdächtige hatte eine Pistole dabei.

Lüdenscheid - Der 37-Jährige hatte eine Maske auf und die Pistole gezückt. Wenn er aber wirklich die Sparkasse überfallen wollte, wäre er als einer der dümmsten Bankräuber in die Geschichtsbücher eingegangen, denn eines hatte er nicht bedacht. 

Plante ein mit Messer, Softair-Pistole und Hantelstange bewaffneter Mann einen Überfall auf die Sparkasse Lüdenscheid? Die Staatsanwaltschaft jedenfalls davon überzeugt und wirft dem Mann aufgrund einer Zeugenaussage einen versuchten Raub vor.

Sparkasse war zum Tatzeitpunkt geschlossen

Bevor Polizisten ihn am 2. Dezember 2016 „mit gezückter Waffe“ in unmittelbarer Tatortnähe festnahmen, soll er an der Tür der an jenem Tag bereits geschlossenen Sparkassenhauptstelle gerüttelt haben. 

"Die Maske hatte ich auf, weil es kalt war."

Im Amtsgericht Lüdenscheid spielte der Angeklagte die Bewaffnung herunter und sprach von einem „Missverständnis“: „Das war eine Spielzeugpistole, und das Messer war ein Brotmesser. Die Bank wollte ich nicht überfallen. Die Maske hatte ich auf, weil es kalt war.“ 

37-Jähriger stand unter Drogen

Unterschiedliche Angaben gab es über den Aufenthaltsort des 37-Jährigen zum Zeitpunkt des Zugriffs: Er selbst behauptete, am Kulturhaus gewesen zu sein. Ein Zeuge hingegen wollte ihn am Rosengarten gesehen haben. 

Angeblich hatte er dort auf einem Baumstamm gesessen, auf Gegenstände eingestochen und laut geschrien. Eine ihm nach der Festnahme entnommene Blutprobe bestätigte einen entsprechenden Verdacht: 

Der Verdächtige hatte diverse Drogen im Blut - Cannabis und Amphetamin. Nach diesem Befund und aufgrund seines merkwürdigen Verhaltens konnte es nicht überraschen, dass ein psychiatrisches Gutachten zu dem Ergebnis kam, dass eine Schuldunfähigkeit des Angeklagten nicht ausgeschlossen werden kann. 

Strafverfahren wird unterbrochen

Wegen einer Erkrankung des Gutachters konnte dieser allerdings nicht selber zu seinem Befund befragt werden. Da der Vorwurf eines versuchten Raubes trotz der Bewertung als „minderschwerer Fall“ schwer wiegt, regte Rechtsanwalt Horst Metag eine Unterbrechung des Strafverfahrens an. 

Auf der Grundlage des mündlich erstatteten Gutachtens soll nun am 21. Dezember ein Urteil gesprochen werden. Befragt werden soll dann auch der Zeuge, der den Angeklagten an der Tür der Sparkasse gesehen haben will.

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