Pianist Menachem Har-Zahav begeistert

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Der international anerkannte Pianist Menachem Har-Zahav gastierte im Kulturhaus. -

LÜDENSCHEID ▪ Mit einem außergewöhnlichen Programm glänzte der jüdische Pianist Menachem Har-Zahav im Kulturhaus. Verlegt in einen kleinen Saal, weil zunächst nicht so viele Karten verkauft worden waren, mussten dann doch Stühle nachgestellt werden.

Har-Zahav stellte sich als perfekter, romantischer Klaviervirtuose vor und präsentierte Werke ausgesuchter, teilweise wenig bekannter Komponisten. Seine kontrollierte Spieltechnik, die bei der dargebotenen, anspruchsvollen Klavierliteratur stets ein wenig Distanz erforderte sowie die Tatsache, dass Har-Zahav von der ersten bis zur letzten Note des zweistündigen Konzertes auswendig spielte, beeindruckte die Zuhörer.

Alle Werke hatten zweierlei gemeinsam: Sie stammen aus der Feder jüdischer Komponisten und erfordern große technische Brillanz. Etüden von Moritz Moszkowski waren dabei, ein Nocturne von Charles-Valentin Alkan, eine Barcarole von Anton Rubinstein, von Louis Moreau Gottschalk ein Souvenir aus Porto Rico, Carl Tausig empfahl er mit einem Impromptu und von Felix Mendelssohn-Bartholdy brachte er ein Scherzo Capriccioso zu Gehör – ein ausgesprochen eigensinniges und launisch-flatterhaftes Werk.

Unter seinen Zuhörern waren etliche Kinder und Jugendliche, die zu seinem Konzert freien Eintritt hatten, denn Har-Zahav möchte der jungen Generation vermitteln, wie spannend Werke alter Meister sein können. Sanft wiegende Klänge, hingehauchte Begleittöne, donnernde Akkorde, verträumte Melodien, rustikale Rhythmen und tosende Läufe – Har-Zahav entfachte ein romantisches Feuerwerk, bildete Sinneinheiten schon im Programm und gab in diesem Applausempfehlungen, um die innere Einheit mehrerer Werke zu erhalten.

Das Publikum hielt sich daran und applaudierte dann umso kräftiger. Begeisterte Pfiffe und Zurufe nach einer ebenso kraftvoll wie virtuos präsentierten Fantasie von Mendelsohn-Bartholdy. Ein Stück, mit dem Har-Zahav den Flügel im Kulturhaus hörbar an die Grenzen der Mechanik brachte, wie ein leichtes Scheppern nach ungestümen Läufen und wuchtigen Akkorden verriet. Die begeisterten Zuhörer applaudierten mehrfach und forderten eine Zugabe ein. Die kam in Form eines Spanischen Tanzes von Moszkowsky.

Har-Zahav ist ein international bekannter Künstler. In Tel Aviv geboren, wuchs er in den USA auf. Er erhielt ab dem vierten Lebensjahr Klavierunterricht, gab mit sieben Jahren sein erstes öffentliches Konzert. Es folgten Studium und Dozententätigkeit als Musikprofessor in Arkansas, bis er seinem Herzen folgte und fortan konzertierte. Har-Zahav lebt inzwischen in Velbert in Deutschland und gibt jährlich etwa 70 Konzerte im In- und Ausland. - maya

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