18 Physiker debattieren über die Weltformel

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Drei Mitarbeiter der Phänomenta setzten die Idee von Gabriele Ansorge um: Dagmar Hoffmeister (l.) zeichnete die Köpfe der Physiker, Sonja Kimpel schrieb die Info-Texte, und Thomas Weigel baute die Physiker-Statuen in der Werkstatt. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Die Nächte im neuen Phänomenta-Gebäude in Lüdenscheid müssen wunderbar sein: 18 Naturforscher und Physiker sind dort mittlerweile vereint – von Archimedes und Aristoteles über Galileo Galilei und Isaac Newton bis zu Albert Einstein und Richard Feynman.

Natürlich werden die Herren und die eine Dame Marie Curie die ruhigen Stunden in der ehemaligen Steinmetzwerkstatt nutzen, um ihren geballten Sachverstand der Suche nach der Weltformel zu widmen. Albert Einstein kann Isaac Newton erläutern, wie die Raumzeit beschaffen ist, in der sein Apfel vom Himmel fällt, Michael Faraday und Alessandro Volta können sich dem Geheimnis der Elektrizität widmen, und Niels Bohr und Werner Heisenberg mögen über den tiefen politischen Graben hinweg, der sie einst trennte, ihre Atommodelle perfektionieren.

Mit der Galerie fast mannshoher Statuen, die sich auch als weiterer Ort für Erinnerungsfotos in der Phänomenta empfiehlt, hat das Technikmuseum ein weiteres wichtiges Thema für sich entdeckt: Die Geschichte der Naturforscher. Zwar gab es bei den Experimenten schon immer Hinweise auf Physiker, deren Erkenntnissen sich die Stationen verdankten, doch nun können die Besucher auch den umgekehrten Weg gehen: Zusammen mit den einführenden Texten zu den Physikern gibt es Hinweise auf Experimentalstationen, an denen ihre Erkenntnisse umgesetzt werden. Manchmal sind es mehrere.

Entworfen wurden die genialen Köpfe, die ein Hauch von sympathischer karikaturistischer Überspitzung umweht, von Phänomenta-Mitarbeiterin Dagmar Hoffmeister. Besucher können sie im Café der Einrichtung kennenlernen. Der Grund ihres zeichnerischen Talents liege keineswegs in einer Ausbildung, wies Dagmar Hoffmeister eine durchaus naheliegende Vermutung im Gespräch zurück.

Die Texte mit biographischen Einführungen und ersten Einblicken in die Erkenntnisse der Physiker stammen von Dagmar Hoffmeister. Die handwerkliche Umsetzung der Köpfe mitsamt ihren Stelen lag in den Händen von Thomas Weigel aus der Werkstatt der Phänomenta.

Deren Leiterin Gabriele Ansorge freut sich über die Neuankömmlinge, die als Idee ihrem Kopf entsprungen sind: „Wir hoffen, dass der Geist der Physik vertieft in der Phänomenta Einzug hält“, sprach sie gestern goldene Worte zur Begrüßung der Physiker. Deren Standbilder sind nun Ausgangspunkte für mehr Physikgeschichte in der Phänomenta. ▪ thk

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