Zu wenig Aktive

Chor Philomele singt nicht mehr

Lüdenscheid - Der traditionsreiche Brügger MGV Philomele feiert im Mai dieses Jahres sein 140-jähriges Bestehen. Dennoch war die Stimmung am Sonntag anlässlich des Neujahrsempfangs im Hotel-Restaurant Passmann in Brügge auch von Melancholie getragen, denn voraussichtlich handelte es sich um den letzten Neujahrsempfang des Vereins.

„Auf dem Papier verfügen wir derzeit noch über 14 bis 15 aktive Sänger, bei den Chorstunden sind es im Schnitt neun bis elf“, erklärte der Ehrenvorsitzende des MGV Philomele, Rüdiger Ochel.

Zu wenig für einen Männerchor. „Auch die Fernsehsendung ‘Der beste Chor im Westen’, die ein großer Erfolg war, hat zumindest in unsere Chorstunden keine neuen Sänger gebracht“, bedauerte Ochel. Somit blieb dem Vorstand mit seinem Vorsitzenden Gerd Noll nichts anderes übrig, als die Entscheidung zu treffen, dass der Brügger MGV Philomele in diesem Jahr die Singetätigkeit einstellt.

Auflösen wird sich der Verein jedoch nicht. „Der MGV Philomele bleibt bestehen, bietet aber keine eigenen Chorstunden mehr an“, erklärte der Ehrenvorsitzende. Gerd Noll, der im Rahmen der Veranstaltung von Rüdiger Ochel für 60-jährige Singetätigkeit ausgezeichnet wurde - vor seinem Beitritt zum MGV Philomele war er im bereits vor neun Jahren aufgelösten MGV Niegedacht aktiv – konnte bei seiner Ehrung die Tränen nur schwer zurückhalten. Dennoch werden die meisten Sänger aktiv bleiben, allerdings innerhalb des MGV Union Oberrahmede, dem einige der verbliebenen Philomele-Sänger beitreten werden.

Aus diesem Anlass sangen unter der Leitung von Sofia Wawerla am Sonntag nicht nur die Gastgeber einige Lieder, sondern auch die Sänger von „Chorpacabana“, die sich aus dem MGV Union heraus gegründet haben und mit dem Chor aus Oberrahmede eng verbunden sind. 

Während sich die Philomele-Sänger in ihren Auftritten auf klassische Schlager konzentrierten, sangen Chorpacabana, ebenfalls unter der Leitung von Sofia Wawerla, auch einige Deutsch-Rock-Nummern wie „Tage wie diese“ von den Toten Hosen oder „Es geht mir gut“ von Marius-Müller-Westernhagen.

Rüdiger Ochel würdigte in seiner Ansprache schließlich auch die Leistung von Chorleiterin Sofia Wawerla. „Sie entlockt uns Töne, die wir immer noch imstande sind, zu singen, sie zeigt uns, den Ton mit der Atemluft rauszuschicken, die ermuntert uns, einfach mal mutig zu sein“, schwärmte der Ehrenvorsitzende, der sich zum Abschluss von Chorpacabana den Comedian-Harmonists-Klassiker „Mein kleiner grüner Kaktus“ wünschte. Denjenigen Philomele-Sängern, die bei MGV Union Oberrahmede weiter aktiv sind, wird Chorleiterin Sofia Wawerla somit auch in Zukunft erhalten bleiben.

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