Phänomenta: Turm leuchtet von innen

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Der Pendelturm bei Nacht: Diese Fotomontage kommt nach den Worten von Frank Kuschmirtz der Realität sehr nahe. Mit der dezenten Innenbeleuchtung soll die Dynamik des Turms herausgearbeitet werden, ohne das ganze Bahnhofsviertel in helles Licht zu tauchen.

Lüdenscheid - Der 75-Meter-Turm für das Foucaultsche Pendel über der Phänomenta soll ab 2015 nicht nur tagsüber als neue Landmarke und Attraktion der Stadt sichtbar sein, sondern auch abends und nachts.

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Nach vielen Überlegungen und Laborversuchen in der Lüdenscheider Lichtfabrik Erco liegt das Ergebnis jetzt als Fotomontage vor: Eine dezente Innenbeleuchtung soll demnach die Dynamik des Bauwerks herausarbeiten, ohne die ganze Umgebung in helles Licht zu tauchen. „Gerade für die Fernwirkung erwies es sich als besser, den Turm aus sich heraus leuchten zu lassen, statt ihn nachts anzustrahlen“, berichtet Projektleiter Frank Kuschmirtz.

Die Beleuchtung folge dabei dem Rahmen des Turms, der aus lauter Dreiecken zusammengesetzt sein wird. Als „dezenten, aber eindrücklichen Effekt“ bezeichnete Kuschmirtz das Resultat der Anbringung von Leuchten in unterschiedlichen Höhen.

Dabei seien die eingesetzten Anlagen auch dimmbar. Im Vorfeld der Eröffnung werde man sicher mehrere Probeläufe durchführen, um schließlich den Idealzustand für das neue Wahrzeichen der Bergstadt zu erreichen. Ob der Turm dann täglich von der Dämmerung bis zum Sonnenaufgang leuchten soll, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte Kuschmirtz. „Wir im Projektteam sind davon ausgegangen, und technisch ist alles möglich. Aber da werden die Praxiserfahrungen noch vieles zeigen.“

Das jetzt vorgelegte Lichtkonzept für den Turm sei in Fachkreisen auf große Anerkennung gestoßen, berichtete der Leiter der baulichen Maßnahmen zur Phänomenta-Erweiterung. „Wir hoffen sehr, dass es der Bevölkerung ebenso gut gefällt.“ Erstmals öffentlich vorgestellt wurde die Lichtplanung am vergangenen Montag beim Phänomenta-Besuch von Landes-Arbeitsminister Guntram Schneider in der Phänomenta (die LN berichteten).

Offen ist indes noch, ob am Turm auch Farben eingesetzt werden sollen. Theoretisch denkbar und praktisch machbar wäre das, um damit auf bedeutsame Ereignisse zu reagieren. Kuschmirtz macht indes kein Hehl daraus, dass er selbst eine zuverlässig gleichbleibende Beleuchtung angesichts des Anspruchs der Phänomenta für die beste Lösung hält. Den Turm etwa bei Finalspielen des BVB oder von Schalke 04 in Gelb oder Blau strahlen zu lassen, hält er dagegen für unpassend. „Das hätte für mich einen Kirmes-Effekt.“ Auch dass der Turm abgeschaltet wird, wenn stadtweit die Fahnen auf Halbmast hängen, könne er sich schlecht vorstellen.

Letztlich seien diese Fragen aber heute noch nicht zu entscheiden. „Erstmal sind wir schon ein bisschen stolz auf das, was wir hier vorlegen können.“ Daran mitgearbeitet hätten viele Fachleute aus der Verwaltung, von Erco, dem Planungsbüro und natürlich aus der Phänomenta selbst. Das Pendel selbst, das die Erddrehung anzeigt, wird durch die leuchtende Membran nicht zu sehen sein. Es schwingt mit seiner Leuchtkugel in einem eigenen Bauwerk und ist für den Betrachter von unten zu bewundern.

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