Phänomenta: Schoko-Dame ersetzt Mozart

Gert vom Schemm (links, Technische Leitung der Phänomenta) und Dominik Malecha (Bereichsleiter Oberflächentechnik Formteile, Kunststoff-Institut) gehen dem „mitdrehenden Kopf“ an den Kragen: Die Schoko-Dame soll künftig Mozart ersetzen. - Fotos: Kornau

Lüdenscheid - Mozart verfolgt den Besucher mit den Augen und der glaubt, diesmal tatsächlich einen vorwurfsvollen Blick zu erkennen. Denn Mozarts Tage in der Ausstellung des interaktiven Museums an der Gustav-Adolf-Straße sind gezählt. Wenn im Frühjahr die neue, erweiterte Phänomenta samt Pendelturm eröffnet, dann soll der Kopf der so genannten „Schoko-Dame“ als „mitdrehender Kopf“ die Besucher mit einem optischen Effekt verblüffen.

Die Weichen dafür stellen Gert vom Schemm von der Phänomenta und Dominik Malecha vom Kunststoff-Institut. „Exponate wie den mitdrehenden Kopf haben wir immer von der Mutter-Phänomenta in Flensburg erhalten“, erzählt der Technische Leiter. Doch nun sei wieder ein Kopf defekt – der fünfte in zwei Jahren –, weil Besucher auch gerne Objekte ausprobierten, die dafür nicht gedacht seien. Also hat sich aus einem kleinen Riss ein großer entwickelt, der sich mittlerweile über eine Gesichtshälfte zieht. Doch diesmal konnte Flensburg nicht helfen, der Produzent sei leider verstorben, hieß es, weitere Kunststoff-Folien nicht zu bekommen.

Auf der Suche nach einem neuen Kopf wurde Gert vom Schemm vor Ort fündig, als er durch die LN-Berichterstattung die „Schoko-Dame“ kennenlernte. Mit dem Projekt hat die Bergstadt-Stiftung Lüdenscheider Schützenhalle neue Wege der Zusammenarbeit initiiert. Ein Fassadenkopf aus Stuck, der als dekoratives Element die Schützenhalle schmückt, wird derzeit mit Hilfe des Kunststoff-Instituts, des Werkzeugbau-Instituts und des Konditors Norman Weßling zum Confiserieprodukt mit lokalem Bezug, dessen Verkauf auch der Stiftung zugute kommt. Gert vom Schemm fragte an und stieß auf offene Ohren: Die Bergstadt-Stiftung fördert die Karriere ihres Stuck-Kopfes gerne und nach Kräften, und das Kunststoff-Institut sieht keine grundlegenden Probleme für die Herstellung, zumal die zeitraubende Vorarbeit längst geleistet ist. Ein Querverweis auf die Geschichte des Kopfes, auf die Rolle von Stiftung und Instituten ergänzt das Exponat später.

Daten und Kopf-Kern vorhanden

Die Daten und der Kopf-Kern seien vorhanden, so Malecha; je nach gewünschter Dicke der Folie müsse man nur noch sehen, mit welcher Temperatur und welcher Folie man arbeiten müsse. Einig war man sich, dass der derzeitige Kopf mit sehr dicker Folie gestaltet sei. Die typische und problemlos mögliche Dicke von bis zu 0,5 Millimeter sei aber ausreichend, findet der Fachmann: „Stärker muss sie gar nicht sein.“

Zur Phänomenta

„Ganz spannend wäre es auch auszuprobieren, wie’s aussieht, wenn sie weiß wäre“, regt Gert vom Schemm eine Farbveränderung an und erhofft sich einen noch besseren Effekt. Ein Vorteil der professionellen Produktion vor Ort: Ersatz wäre schnell und unkompliziert zu bekommen. Schon habe auch Flensburg Interesse angemeldet, so Gert vom Schemm. Dort können sich Besucher dann künftig auch vom Kunststoff-Kopf aus Lüdenscheid beobachtet fühlen. Diese Dame sieht etwas von der Welt – nicht schlecht für einen Fassadenkopf. - sum

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