Phänomenta-Turm

Das jüngste Wahrzeichen im MK feiert Geburtstag

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Bei Nacht leuchtet der Phänomenta-Turm weithin sichtbar und macht sich selbst zu einem Wahrzeichen Lüdenscheids.

In kurzer Zeit hat sich der in der Nacht hell erleuchtete Turm zu einem Wahrzeichen der Stadt entwickelt. Nun feiert der Phänomenta-Turm Geburtstag.

Lüdenscheid - Fünf Jahre und gute zwei Wochen ist er alt – der Turm der Phänomenta, der im Laufe seines „Lebens“ zum Wahrzeichen Lüdenscheids geworden ist. „Ich als Neu-Lüdenscheider kenne die Stadt nur mit ihrer 75 Meter hohen Landmarke. Und mit Brücke. Mein Team kann kaum glauben, dass es seit der Erweiterung und des Neubaus schon fünf Jahre vergangen sind“, sagt Phänomenta-Geschäftsführer Torsten Schulze. 

Eine große Geburtstagsfeier wird und darf es in Zeichen des Abstands nicht geben. Schulze: „Wir haben coronabedingt die großen Feierlichkeiten verschoben. Nächstes Jahr wird die Phänomenta 25 Jahre alt. Dann wird richtig gefeiert. Im Juni möchten wir allerdings unseren Besuchern danken.“ So wird es vom 11. Juni (Fronleichnam) bis zum 14. Juni heißen: „Fünf Jahre neue Phänomenta, fünf Jahre Turm, fünf Euro Eintritt für alle. Ein Sparwochenende, so Schulze, aber „da wir ja keine Massenveranstaltung machen dürfen, freuen wir uns einfach.“ 

Auf Youtube gibt es eine neue Online-Reihe, die die Phänomenta auch in Zeiten des Abstands voneinander zusammenbringen soll: „Talk unter’m Turm“. Kein Geringerer als der Wissenschaftsjournalist Joachim Hecker, von zahllosen Entdeckertagen bekannt und beliebt, hat sich bereit erklärt, als Moderator Monat für Monat einen neuen Gast einzuladen und zu interviewen. Sein erster Gast (neben dem Technischen Leiter der Phänomenta, Gerd von Schemm, und Geschäftsführer Torsten Schulze) ist der Lüdenscheider Architekt Linus Wortmann von den KKW Architekten, die maßgeblich am Bau des Turms beteiligt waren. 

„Ich wusste: Das bau ich wirklich nur einmal im Leben“, sagt Wortmann. Eine gute halbe Stunde erzählt er über die Entstehung des Turms. Dr. Walter Hueck gilt als geistiger Urheber der Idee des Lüdenscheider Foucault’schen Pendels. Auf den zweigeschossigen, 1400 Quadratmeter großen Erweiterungsbau wurde 2015 ein 75 Meter hoher Stahlturm mit Membranbespannung aufgesetzt, in dessen Mitte ein Foucault‘sches Pendel schwingt, um die Erdrotation darzustellen. Wortmann kam es dabei darauf an, „den Leuten nicht das Gefühl zu geben, auf dem Flachdach steht ein Turm“. Dass die Stahlstreben bis ins Innere reichen, sei gewollt so.

Eine beeindruckende Baustelle und ein schwieriges Bauwerk: Der Turm der Phänomenta. Den fünften Geburtstag feiert das Wissenschaftsmuseum mit einem corona-konformen Wochenende.

Mit dem Projekt „415m über Null – Denkfabrik“ verfolgte die Stadt Lüdenscheid 2013 große Ziele: Es sollte ein neuartiger Bildungs- und Weiterbildungsstandort mit Bedeutung für die gesamte Region Südwestfalen entstehen, als Teil des Strukturförderprogramms „Regionale Südwestfalen 2013 des Landes NRW“. Einer der Bausteine der neuen „Denkfabrik“ war der Ausbau der Phänomenta mit dem Aushängeschild: „Foucault’sches Pendel“. Für den Raum darunter entwarfen die Ausstellungsdesigner von beier+wellach projekte das Phänorama – eine 360 Grad-Projektion der Stadt Lüdenscheid und ihres Umlands, die von der Schwingungsdauer des Pendels gesteuert wird und so Zeit erlebbar macht. Rund 28 Meter misst das Pendel, am Ende hängt eine Pendelmasse von rund 30 Kilogramm. Die äußeren Einflüsse wie die eigene Schwingung des Stahlturm oder auch die Unbilden des Wetters waren nicht einfach auszuschalten. 

Am Ende ergab sich eine „Turm-in-Turm“-Konstruktion, weithin sichtbar über den Dächern von Lüdenscheid – auch nachts. Ein ausgeklügeltes Lichtsystem von Erco sorgt für Licht im Dunkel des Turms, bei dem es galt, nur den Stahlkoloss eindrucksvoll zu erhellen, nicht die Umgebung. Ein ehrgeiziges Projekt, das inzwischen gelungen zum Stadtbild gehört. 

Zur Eröffnung im Mai 2015 reiste viel Prominenz nach Lüdenscheid. Entstanden wäre das Projekt ohne den Einsatz der Stadt allerdings nicht, wie der damalige Phänomenta-Leiter Johannes Pöpping offen sagte: „Allein hätten wir das nie gemacht.“

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