Phänomenta wird 25 Jahre alt

Zu großes Risiko: Museumstüren bleiben erstmal zu

Lüdenscheid Phänomenta
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Abstandsregeln sind im „Museum zum Anfassen“ nur schwer einzuhalten.

Museen dürfen öffnen - die Phänomenta Lüdenscheid bleibt geschlossen. Vorerst - die Besucher „passen nicht zum Inzidenzwert, Abstandsregeln und Infektionsrisiko“.

Lüdenscheid – „Ich bin da eher übervorsichtig. Man muss sich klar machen: Das sind Kinder, die wollen spielen, die wollen toben. Ja, wir haben eine rege Nachfrage, ob das Haus geöffnet ist, aber nicht übermäßig.“ Torsten Schulze, Vorstandsvorsitzender der Stiftung und Geschäftsführer der Phänomenta, hat die Türen des Wissenschaftsmuseums nicht geöffnet.

Ab einem Inzidenzwert von unter 50 dürfen Museen öffnen, zwischen 50 und 100 mit Terminbuchung und Dokumentation. „Wir sehen die Öffnungsmöglichkeiten bei einem Inzidenzwert wie im Märkischen Kreis differenziert und auch etwas kritisch. Im Herbst mussten wir bei 35 bis 40 zumachen, und jetzt? Ob das der richtige Weg ist...“, beurteilt Schulze die Coronalage mit Blick auf die Öffnung der Phänomenta eher skeptisch.

Hochfrequenzstandort mit vielen Kindern

4000 Quadratmeter umfasst das Haus, laut Corona-Schutzverordnung schaffe das Platz für 200 große und kleine, quirlige Besucher je Zeitfenster: „Auch wenn die Phänomenta sich über die Lockerungen des Lockdowns freut, wird sie nicht sofort öffnen. Es hängt sicherlich von Art und Größe einer kulturellen Einrichtung ab, aber die Phänomenta ist an den Wochenenden ein Hochfrequenzstandort mit vielen Kindern, Familien und Senioren. Bei uns darf alles angefasst und ausprobiert werden, und gerade diese Freiheiten und der Tatendrang unserer Besucher passen nicht zum Inzidenzwert und dem Infektionsrisiko.“ Man habe sich intern mit dem Stiftungsrat abgestimmt und lange darüber nachgedacht, so Schulze, aber „wir sind nicht der Testballon für andere Häuser.“

Torsten Schulze: „Nichts wäre für uns und unsere Besucher schlimmer, als wenn wir vorschnell öffnen und dann wegen einer Explosion der Inzidenzwerte wieder schließen müssten.“

Die Erfahrung der Oktober-Herbstferien hätten gezeigt, dass gerade die jüngeren Besucher in der Euphorie des Spielens und Forschens gerne die gültigen Abstandsregeln vergessen. Hier gelte es, den Besucherzugang dosiert und mit Augenmaß zu regeln. Die Gesundheit der Besucher und Mitarbeiter gehe klar vor.

Wir arbeiten natürlich mit Hochdruck an dem Restart: Wir planen für Freitag, 26. März, die Wiedereröffnung.

Torsten Schulze

Zwei Wochen will das Phänomenta-Team abwarten und die Lage beobachten: „Wir arbeiten natürlich mit Hochdruck an dem Restart: Wir planen für Freitag, 26. März, die Wiedereröffnung. Der Freitag ist gleichzeitig Beginn unserer Geburtstagsfeierlichkeiten ,25 Jahre Phänomenta’.“ Pläne von einer Latenight bis hin zur Taschenlampenforschen bis 22 Uhr werden bereits geschmiedet: „Am Abend warten noch einige Überraschungen auf die Besucher. Mit dem Restart haben wir auch die Sonderausstellung Mathematik mit 25 zusätzlichen interaktiven Exponaten für unsere Besucher eröffnet.“ Allerdings lässt der Phänomenta-Geschäftsführer auch keinen Zweifel daran, dass die Entwicklung der Corona-Zahlen Einfluss haben könnte auf den Restart.

Seit dem 15. März ist der Onlineshop auf der Phänomenta-Homepage freigeschaltet, und man kann sich verbindlich für einen Tag und Zeitfenster anmelden. Für die analogen Besucher ist auch eine verbindliche telefonische Reservierung möglich. Da die Schulklassen bis zu den Sommerferien nicht kommen dürfen, bleibt das Museum von Montag bis Donnerstag geschlossen. Ausnahme bilden Feiertage und die Ferien. In der Woche können nur Gruppen ab zehn Personen Sonderöffnungen anfragen.

„Öffnen oder nicht – das muss jeder für sich selbst entscheiden. Nichts wäre für uns und unsere Besucher schlimmer, als wenn wir vorschnell öffnen und dann wegen einer Explosion der Inzidenzwerte wieder schließen müssten.“

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