Zigarette löste Brand aus

Problem am Klinikum: Raucher vor der Tür, Kippen auf dem Boden

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Zigarettenkippen (Symbolbild)

Lüdenscheid – Der Brand an den Märkischen Kliniken wurde durch eine weggeworfene Zigarette ausgelöst. Die Ermittlung des Täters bezeichnete die Polizei als aussichtslos - weil es vor Krankenhäusern zu viele Raucher - in diesem Fall Tatverdächtige - gibt. 

Das Verfahren wurde mittlerweile eingestellt. Die Zahl der Raucher, die auf dem Klinikgelände Zigaretten wegwerfen, sei schlicht zu hoch, um einen Täter zu ermitteln, sagte eine Polizeisprecher. 

Gegenüber vom Haupteingang an den Märkischen Kliniken brach das Feuer aus. 

Für Besucher von Krankenhäusern sind die qualmenden „Empfangskomitees“ ein vertrautes Bild. An den Eingängen bahnen sie sich ihren Weg durch ein Spalier von Rauchern – Patienten, Angehörige und Mitarbeiter. Trotz der aufgestellten Aschenbecher ist der Boden schon nach wenigen Stunden von Zigarettenkippen bedeckt.

„Mit diesem Problem haben alle Krankenhäuser zu kämpfen“, sagt Kliniksprecherin Corinna Schleifenbaum, die sich im vergangenen Jahr in einem Arbeitskreis zu diesem Thema mit Vertretern anderer kommunaler Großkrankenhäuser ausgetauscht hat. Versuche, Raucher an Kliniken über Plakate, Filme oder Aufkleber zur Benutzung der bereitgestellten Aschenbecher zu bewegen, erzielten nicht die erhoffte Wirkung. Das Kippen-Schnippen auf den Boden hält sich hartnäckig. 

Überdachte Raucherbereiche ausgewiesen

Die Märkischen Kliniken bilden da keine Ausnahme. In Hellersen wurden im Bereich des Haupteingangs und an weiteren Stellen auf dem Gelände überdachte Raucherbereiche ausgewiesen. Die Ascher würden regelmäßig geleert, dennoch kehren Mitarbeiter mehrmals täglich die auf den Boden geworfenen Kippen zusammen und entsorgen sie. 

Große Aschenbecher wie dieser stehen am Klinikum bereit. 

„Wir sehen zu, dass es in den Eingangsbereichen ordentlich aussieht. Wo eine Kippe liegt, liegen kurz darauf ganz viele“, erklärt Schleifenbaum. Eine Erklärung, warum die Zigaretten selbst in den Raucherbereichen nicht in die unübersehbaren Aschenbecher geworfen werden, hat die Nichtraucherin nicht. 

Menschen lassen sich das Rauchen nicht verbieten

Wohl aber dafür, warum die Klinik nicht härter gegen rücksichtslose Raucher vorgeht und zum Beispiel ein Rauchverbot auf dem gesamten Klinikgelände erlässt. „Menschen lassen sich das Rauchen nicht verbieten“, hat Schleifenbaum festgestellt und erinnert daran, dass Rauchen eine Sucht sei. 

Rauchverbot ist schwierig durchzusetzen

Ein Rauchverbot sei schwierig durchzusetzen. Sie wisse von keinem Krankenhaus, dass diesen Weg geht. „Es würde nur dazu führen, dass sich die Raucher andere Lösungen suchen und wir es dann gar nicht mehr kontrollieren können“, sagt Corinna Schleifenbaum. 

Am Fahrstuhlschacht kein Raucherbereich

Hilflos sind die Klinikverantwortlichen, wenn sogar die Raucherbereiche ignoriert werden und die Zigaretten beim Spaziergang oder aus dem Auto heraus weggeworfen werden. Am Fahrstuhlschacht, der nach Überzeugung der Ermittler durch einen Glimmstengel in Brand geriet, befindet sich nach Angaben der Kliniksprecherin kein offizieller Raucherbereich.

Polizei warnt Raucher vor unachtsamem Verhalten

„Weggeworfene Zigaretten sind im Moment ein großes Problem. Aufgrund der Trockenheit reicht schon ein kleiner Funke oder etwas Restglut, um ein großes Feuer auszulösen“, warnt Polizeisprecher Christoph Hüls vor unachtsamem Verhalten. 

Lesen Sie auch: Brand an den Märkischen Kliniken

Mehr als 100.000 Euro Schaden entstanden so am Klinikum. In Altena wurde zudem ein Lieferwagen beschädigt, als während der Fahrt auf der Ladefläche ein Feuer entstand. Ursache: eine glühende Zigarette. 

Müllstreife am Klinikum nicht zuständig

Die Stadt Lüdenscheid zeigt sich Müll- und Umweltsündern gegenüber wenig nachsichtig. Sie hatte zuletzt das Bußgeld für weggeworfene Zigaretten erhöht und sogar schon ein Verfahren eingeleitet. Auf dem privaten Gelände der Märkischen Kliniken sei man aber nicht zuständig, betont eine Stadtsprecherin. 

Raucherräume wurden 2013 abgeschafft

Dort setzt die Klinikleitung „eher auf Vernunft und Einsicht als auf Verbote“, sagt Corinna Schleifenbaum. Dabei gibt es in Hellersen bereits ein Rauchverbot. Mit Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes am 1. Mai 2013 ist das Rauchen innerhalb der Gebäude untersagt. Die Raucherräume auf den Stationen wurden aufgegeben. Seitdem müssen Patienten und Mitarbeiter zum Rauchen vor die Tür.

Brand an den Märkischen Kliniken

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