Ausschuss für Gesundheit und Soziales

Ab 2020: Mehrbedarf von 669 Pflegeplätzen im Kreis

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Symbolbild

Märkischer Kreis - Die Sicherstellung der Pflege ist eine der großen Zukunftsaufgaben. Bereits die Entwicklung von 2005 bis 2015 zeigt die Dimensionen im Kreis auf. Die Zahl der Pflegebedürftigen stieg in diesen zehn Jahren von 9732 auf 14 796 Personen. Darauf machte Ralf Kling, Fachdienstleiter Pflege, im Ausschuss für Gesundheit und Soziales aufmerksam. Und es gibt einen Mehrbedarf von 669 Versorgungsplätzen.

Dass die Kurve Hilfebedürftiger weiter ansteigt, davon sind die Verwaltungsexperten beim Kreis überzeugt. Laut Prognose befindet sich im Jahr 2035 ein Drittel der Bevölkerung in den Städten und Gemeinden im Rentenalter. Während die Gruppe der unter 65-Jährigen abnimmt, dreht sich im weiteren Verlauf die Alterspyramide um.

Aber Kling präsentierte dem Ausschuss in dem umfangreichen Pflegebericht auch eine auffällige Entwicklung: Trotz der Zunahme alter Menschen sind in dem Zehn-Jahres-Zeitraum die vollstationären Heimaufenthalte gesunken. Der Anteil sank von 39 auf 29 Prozent. Derzeit gibt es im Kreisgebiet 4353 Heimplätze. Wäre die Entwicklung entsprechend dem Anteil der älteren Bevölkerung verlaufen, müsste der Kreis heute 5700 vollstationäre Plätze anbieten.

Betreute Wohnformen oder Wohngemeinschaften, Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege sowie eine Stärkung der häuslichen Pflege – es komme darauf an, alle möglichen Alternativen darzustellen und Angehörige zu stärken. In diesem Zusammenhang wies Kling auf die zusätzliche Stelle in der Pflegeberatung hin. „Wir informieren in Rathäusern ebenso wie auf Wochenmärkten über die Möglichkeiten der Versorgung. Die Informationsangebote werden sehr gut angenommen.“

Trotzdem gibt es bei der Durchsicht der Städte und Gemeinden einen Mehrbedarf von rund 669 vollstationären Pflegeplätzen ab dem Jahr 2020. Dabei gibt es von Kommune zu Kommune deutliche Unterschiede. Während für Altena eine Unterdeckung von 124 Plätzen ermittelt wurde, weist Lüdenscheid einen Überschuss von 77 Plätzen aus. Kling: „Wir stehen in Südwestfalen nicht oben auf der Liste der Investoren.“

Wird häusliche Pflege in Zukunft noch so einen hohen Stellenwert haben? Wie steht es um die Ausbildungssituation? Für Karin Löhr (SPD) und Jörg-Alexander Teckhaus (CDU) ergeben sich noch eine Reihe von Fragen für weitere Sitzungen.

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