Pflegefamilien: Fokus ist immer auf Kinder gerichtet

LÜDENSCHEID – Vor fünf Jahren hatte sie ihr Kleinkind in eine Pflegefamilie geben müssen, da sie schwere gesundheitliche Probleme hatte. Jetzt fühlt sie sich wieder gefestigt genug, um es selbst erziehen zu können.

Kein einfacher Fall, wie Jugendamtsleiter Hermann Scharwächter sowie Gabriele Teutenberg und Ulrich Saßenscheidt, bei der Stadt für den Pflegekinderdienst und die Adoptionsvermittlung zuständig, sagen. „Der Fokus ist immer auf das Kind gerichtet. Wo ist das Kindeswohl am besten gewährleistet? Wir begleiten das Kind, leisten herkunfts- und kinderorientierte Arbeit.“ Zunächst gehe es darum, dass Kinder in einer schwierigen Lebenssituation aufatmen können. „Dann entwickelt sich natürlich eine gewisse Dynamik bei der Einbindung in die Pflegefamilie“, betont Schwarwächter. Nach ein bis drei Jahren stabilisiere sich die Bindung zwischen Pflegefamilie und Kind. Pflegeeltern werden zu konstanten Bezugspersonen. Die soziale Sicherheit wächst“, schildert Gabriele Teutenberg den gewöhnlichen Ablauf, der ja auch so gewollt sei. Zum größten Teil blieben Kinder dauerhaft bei den Pflegeeltern. Ende 2009 lebten 96 Kinder dauerhaft in Pflegefamilien, davon waren 84 minderjährig. Der Kontakt zu den leiblichen Eltern bleibt erhalten, wenn dies gewünscht ist. „Zu unserer Begleitung gehören auch Begegnungen zwischen Pflegeeltern, leiblichen Eltern und Kindern, die meist auf neutralem Gebiet stattfinden“, sagt Ulrich Saßenscheidt. Beratungen nah am Kind, Supervisionen und Bildungsmaßnahmen gehören zum Standard des Pflegekinderdienstes. Grundlagen für die Arbeit sind das Kinder- und Jugendhilfegesetz im Sozialgesetzbuch VIII.

Ziel aller Bemühungen sei es, auf keiner Seite – ob Kind, Eltern oder Pflegefamilie – Verlierer zu hinterlassen. Es gelte, gemeinsam für das Kind die bestmögliche Lösung zu finden. Über eine Rückführung des Kindes in die Ursprungsfamilie entscheide letztlich das Familiengericht, dass sich bei der Entscheidungsfindung auf psychiatrische Gutachten und Stellungnahmen des Jugendamtes stütze.

Das Jugendamt ist immer auf der Suche nach Pflege- oder auch Patenfamilien für einen kürzeren Zeitraum. Gabriele Teutenberg beantwortet Fragen unter 0 23 51 / 17 16 18

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