Kai Pflaume überrascht Lüdenscheiderin bei Gala: "Du wärst ein guter Typ"

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Mara Buhl steht mit Kai Pflaume vor mehreren hundert Gästen auf der Bühne.

Lüdenscheid – Die Überraschung stand ihr förmlich ins Gesicht geschrieben: Für ihren Verein „SoKo Respekt“ erhielt die Lüdenscheiderin Mara Buhl als stellvertretende Vorsitzende am Mittwochabend den Sonderpreis „Goldene Bild der Frau“.

Nichtsahnend saß die 24-Jährige bei der Preisverleihung durch die Frauenzeitschrift „Bild der Frau“ in Hamburg als Gast im Publikum. Angereist war sie unter dem Vorwand, dass sie am Folgetag an einer Podiumsdiskussion vor Ort teilnehmen sollte. 

Die allerdings fand gar nicht statt, wie die Lüdenscheiderin schließlich von Moderator Kai Pflaume auf der Bühne vor fast 600 geladenen Gästen – darunter Prominente aus Show, Wirtschaft und Politik sowie Preisträgerinnen der Vorjahre – erfuhr. 

"SoKo Respekt"-Motive auf der Leinwand

Nachdem fünf Frauen zuvor den mit jeweils 10.000 Euro dotierten Preis für ihr Engagement diverser Projekte für mehr soziales Miteinander, mehr Gerechtigkeit und mehr Umweltschutz erhalten haben, erschienen plötzlich „SoKo Respekt“-Motive auf der Leinwand der Bühne. 

Ein „wichtiges Thema“ nannte es Kai Pflaume – „Da geht es um Retter, um Retter bei ihrer Arbeit und oft mangelnden Respekt“. Langsam bewegte sich der Moderator weg von der Bühne, hin zum Publikum: „Hier gibt es doch sicherlich jemanden, der sich dafür engagieren möchte“, sagte er ins Mikrofon und ging weiter in Richtung Mara Buhl und ihre „SoKo Respekt“-Kollegen. 

„Ich könnte mir vorstellen, du wärst zum Beispiel ein guter Typ für so was. Oder?“, sagte er mit einem Lächeln an Mara Buhl gerichtet und streckte der 24-Jährigen seine Hand entgegen, die sichtlich überrascht lachte, aufstand und ihm auf die Bühne folgte. 

"Das sind die Menschen, die ihr Leben aufs Spiel setzen"

Dort sprachen die beiden über den Verein, darüber, dass sie vor zwei Jahren dabei war, als er in Lüdenscheid gegründet wurde. „Seit zwei Jahren machen wir darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, dass wir mit Respekt mit den Einsatzkräften umgehen. Das sind die Menschen, die täglich für uns rausgehen, ihr Leben aufs Spiel setzen. Die Menschen haben unseren Respekt verdient, dafür machen wir uns stark, das habe ich damit zu tun“, sagte Mara Buhl und erntete dafür jede Menge Beifall. 

Die 24-jährige Studentin ist selbst seit 2013 ehrenamtlich bei den Johannitern aktiv. Im Katastrophenschutz sitzt sie als Ersthelfern unter anderem auf dem Krankenwagen, erzählte sie. Persönlich habe sie noch keine schlechten Erfahrungen machen müssen, wohl aber andere Rettungskräfte in Lüdenscheid. 

Die Lüdenscheiderin Mara Buhl (links) erhielt für den Verein „SoKo Respekt“ am Mittwoch den Sonderpreis „Goldene Bild der Frau“. Neben ihr die fünf Preisträgerinnen des Abends, die außerdem ein Preisgeld für ihre Projekte bekamen.

Überreicht wurde ihr der Sonderpreis von Schauspieler Sebastian Ströbel, der zwar „kein echter Retter“ ist, wie Kai Pflaume sagte, aber einen Bergretter spielt. „Wie krank, dass es den Verein gibt und wie schlimm, dass ich dir den Preis geben muss – so schlimm das klingt, aber das darf nicht sein“, sagte er und machte auf das Problem aufmerksam, dass Rettungskräfte immer wieder bei ihrer Arbeit behindert werden. 

„Ich danke, dass ihr euch als Verein dafür einsetzt. Ich hoffe, dass es euch bald nicht mehr gibt. [...] Ich wünsche dir für den Verein viel Zuspruch und dass die Menschen begreifen, dass es um höhere Werte geht und jeder sich wünscht, dass ihr euch für sie einsetzt, vielen Dank, Mara“, sagte er an die 24-Jährige gewandt, die sich mit einer Umarmung bei dem Schauspieler bedankte. 

"Die wahren Helden des Vereins"

Sie betonte, dass sie den Preis mit nach Lüdenscheid nehme, allerdings stellvertretend für alle Mitglieder, die sich engagieren. „Das sind die wahren Helden des Vereins. Jens (Anm. d. Red.: 1. Vorsitzender des ,SoKo Respekt‘-Vereins) und ich versuchen, das zusammenzuhalten.“

Der Preis

Jede Preisträgerin erhält neben der Trophäe „Goldene Bild der Frau“ ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro für ihr Projekt. Der Sonderpreis, der der Lüdenscheiderin Mara Buhl für den Verein „SoKo Respekt“ überreicht wurde, ist allerdings nicht dotiert. Er sei eine Würdigung für das Projekt, sagte Jutta Rottmann von der Pressestelle „Goldene Bild der Frau“. Zudem sei die 24-Jährige nun im „Netzwerk der starken Frauen“, die helfen sollen, die Arbeit weiter voranzubringen und zu unterstützen.

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