Pflanzenklau frustriert Garten-Profis: "Es gibt so viele Idioten"

Visitenkarte Verkehrsinsel: Doch Gartenbauer sind frustriert. Sascha Walter, Dennis Müller und Chef Dennis Kemper (v.l.) ärgern sich über Pflanzenklau und Zerstörung.

Lüdenscheid - Viele kümmern sich, damit die Stadt einen schönen, blühenden Anblick bietet. Profis gestalten Verkehrsinseln, Anwohner adoptieren Baumbeete, der STL bepflanzt gezielt bestimmte Straßenecken. Doch immer wieder missbrauchen Pflanzendiebe die Beete als Selbstbedienungsladen. Der Frust steigt.

Blüten am Wegesrand und auf Verkehrsinseln sind etwas fürs Auge und für die Stimmung. Doch während sich die einen mit viel Aufwand und Sachverstand um einen schönen Anblick für alle kümmern, machen andere diese Anstrengungen bewusst und boshaft immer wieder zunichte.

 „Es wird einfach nicht wertgeschätzt“, ärgert sich STL-Chef Heino Lange. „Es gibt so viele Idioten.“ Dabei sei man sehr dankbar für das Engagement der Betriebe: „Das ist klasse fürs Stadtbild.“ Gerade erst sei man auf einem guten Wege mit unterschiedlichen Gartenbaubetrieben, die auf eigene Kosten Verkehrsinseln pflegten und jahreszeitlich gestalteten.

 Doch allein Im Olpendahl hätte Gartenbauer Dennis Kemper schon an die 80 Lavendelbüsche ersetzen müssen. Pflanzen würden geklaut und kaputt getreten. „Das ist einfach schade. Wenn das solche Auswüchse annimmt, können wir das die Tage auch vergessen“, befürchtet Lange. Denn das frustriere natürlich auch die Betriebe.

 „Wir haben dienstags gepflanzt und donnerstags war schon die Hälfte weg“, sagt zum Beispiel Gartenbauer Dennis Kemper, während er mit zwei Mitarbeitern die Mittelinsel an der Herscheider Landstraße, Ecke Paulmannshöher Straße wässert und von Unkraut befreit. Als nächstes hat er sich die Fläche rund um die Litfaßsäule in Sichtweite vorgenommen. Rollrasen und Ziergehölze möchte er dort anpflanzen – „man will ja auch zeigen, was möglich ist“.

 Denn für die Gartenbauer haben die gestalteten Flächen einen spürbaren Werbeeffekt – ein Aspekt, der motiviert. Trotzdem ist der Frust spürbar. Dass Diebe sich hier bedienen, um ihren eigenen Garten zu schmücken, sei ärgerlich. „Aber es ist halt leider so“, sagt er und klingt resigniert. 

Heino Lange kennt die Stellen genau, an denen immer wieder von STL-Beeten geklaut wird. „Wenn die Pflanzen größer sind, ist das nicht mehr so schlimm.“ Aber bis dahin müssten sie erst einmal überleben. „Es ist einfach zu teuer, das immer wieder neu zu machen“, sagt er.

 Doch im Moment ist an vielen Stellen im Stadtbild auch eine Gegenbewegung sichtbar, was die Hoffnung nährt, dass die Menschen aufmerksamer werden und auf ihr Umfeld achten. Somit müssen Diebe eher Entdeckung fürchten. Immer mal wieder adoptieren Anwohner Baumscheiben in ihrer Straße und sorgen selbst für ein gepflegtes Bild.

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