Pfarrei St. Medardus spart Energiekosten

LÜDENSCHEID ▪ Energiekosten beschäftigen jeden – egal ob Privatperson, Unternehmer oder öffentliche Einrichtung. Die Pfarrei St. Medardus hat das Thema 2009 mit der Gründung eines Energieausschusses systematisch angegangen.

Trotz gestiegener Bezugspreise für Öl, Gas und Strom die Gesamt-Energiekosten für alle vier katholischen Gemeinden der Stadt von 2010 auf 2011 um mehr als 31 000 Euro senken können – vor allem mit neuer Regeltechnik der Heizungsanlagen, die dafür sorgt, dass Kirchen und Gemeinderäume exakt dann geheizt werden, wenn sie auch genutzt werden. Ausschuss-Sprecher Jörg Christian wirbt um Verständnis für die Maßnahmen, die in Anbetracht knapper Kassen und steigender Preise für Energie dafür sorgen sollen, Energie effektiv zu nutzen, ohne das Gemeindemitglieder in Kirchen und bei Veranstaltungen frieren müssen.

Seine erfolgreiche Arbeit stellte der Ausschuss im Herbst 2012 bei der jährlichen Energiefachtagung für Kirchengemeinden in Altenberg vor. Das ist ein Forum, bei dem sich Kirchengemeinden aus ganz Deutschland zum Thema Energieeffizienz austauschen.

Als einer der ersten Maßnahmen erhielt St. Petrus und Paulus eine neue, moderne Regeltechnik für die Heizungsanlage, gepaart mit programmierbaren Thermostatventilen in Saal und Gruppenräumen. Außerdem wurde der Gasboiler für Warmwasser durch einen elektrischen Durchlauferhitzer ersetzt, da warmes Wasser in den Gemeindenräumen nur selten benötigt wird. Maßnahmen für ein paar hundert Euro, die sich schnell bezahlt gemacht haben. St. Paulus in Brügge erhielt ebenfalls eine neue, wochenweise regelbare Schaltuhr für die Heizung der Kirche – auch das eine geringe Investition mit großer Wirkung, wie Christian betont.

Die Mitglieder des Energieausschusses haben sich zunächst einen Überblick über Verbrauchswerte und vorhandene Gebäudetechnik verschafft. Alle Daten werden in einer Datenbank erfasst, um passend reagieren zu können, wenn etwas repariert werden muss. Langfristig geht es darum, eine Planungsliste für weitere Maßnahmen zu erstellen.

Der Kassensturz für 2012 ist noch nicht erfolgt. Aber um die Kosten langfristig weiter zu reduzieren, wurden im vergangenen Jahr erste größere Maßnahmen in Angriff genommen, deren Resultate sich erst noch zeigen werden. So hat die Kirche Maria Königin eine neue Anlage für die Verteilung der warmen Luft sowie eine moderne Kirchenheizungsregelung und Radiatorheizungen in Sakristei und Nebenräumen bekommen. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 26 000 Euro. Die alte Luftverteilung war für diese Kirche schlicht falsch konzeptioniert. Warme Luft wurde regelrecht an die Decke geblasen, während die Kirchenbesucher kalte Füße bekamen. Das ergab die Überprüfung durch eine Fachfirma, nachdem sich der Energieausschuss über die extrem hohen Heizkosten der Kirche gewundert hatten.

In der Krypta von St. Petrus und Paulus wurde 2012 eine Hochleistungswärmewellenheizung eingebaut, so dass dieser Raum genutzt werden kann, ohne die gesamte Kirche zu heizen, Investition 5000 Euro. damit kann dort zum Beispiel auch die Idee der „Winterkirche“ umgesetzt werden, das heißt, Messen werktags in kleineren sakralen Räumen zu feiern. Ab dem 2. Januar, voraussichtlich bis Ostern, zieht Maria Königin nach. Die Werktagsmessen der Gemeinde werden in der Kapelle des Hauses Elisabeth gefeiert. Bisherige Schätzungen gehen davon aus, dass damit die Heizkosten in beiden Kirchen um bis zu 50 Prozent gesenkt werden können.

Für 2013 gibt es eine ganze Reihe von weiteren Zielen, mit denen der Ausschuss die Energiekosten weiter senken möchte. So wird die Pfarrei St. Medardus als Pilotprojekt für das Bistum Essen mit einer externen Beraterfirma kooperieren, um mit Energielieferanten über Preise zu verhandeln. Auch weitere kleinere Maßnahmen sind geplant, beispielsweise mit dem Einbau von Perlatoren an Wasserhähnen, die den Verbrauch reduzieren. ▪ gör

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