Pfarrei St. Medardus bittet um Spenden für irakische Flüchtlinge

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Mechthild Börger

Lüdenscheid - Pfarrer Johannes Broxtermann und Gemeindereferentin Mechthild Börger sind überzeugt: „Wir können etwas tun.“ Und das tun sie auch: „Unsere Pfarrei St. Medardus hat eine Verpflichtungserklärung für 15 irakische Flüchtlinge für ein Leben in Lüdenscheid übernommen“, sagen sie und bitten um Unterstützung für ihr Projekt.

Es sind vier Familien, neun Erwachsene und sechs Kinder, die alle mit einer schon seit den 90ger Jahren gut integrierten chaldäischen – irakisch-katholischen – Familie in Lüdenscheid verwandt sind. „Wir haben bereits Kontakt mit dem Ausländeramt des Märkischen Kreises aufgenommen, wo man uns sehr schnell geholfen hat. Dabei hat uns auch Michael Wirth, Leiter der Flüchtlingsberatungsstelle des Diakonischen Werkes, unterstützt“, schildert Pfarrer Broxtermann die ersten Schritte. Neben dem Besuchervisum muss für alle auch eine Krankenversicherung abgeschlossen werden, die auf drei Monate beschränkt ist. Die Zeit der Vorbereitung läuft also schon. Ende November könnte die Ausreise erfolgen. „Wir gehen davon aus, dass wir etwa ein halbes Jahr lang in direkter Verantwortung stehen, bis die Anerkennung als Asylanten ausgesprochen wird.“

Pfarrer Johannes Broxtermann

Der Kirchenvorstand hat der Hilfsaktion für die Familien, die bedroht sind vom brutalen Religionskrieg des „Islamischen Staates“ zugestimmt. Auch die Christen sind die Zielscheibe des barbarischen Terrorismus, dessen Bilder in den vergangenen Monaten immer wieder die Nachrichten bestimmten, auf barbarische Weise durch die Enthauptungen von Journalisten, aber nicht minder durch die Bilder von verzweifelte Flüchtlingen.

Mit der Hilfe für die vier Familien bekommt die irakische Geschichte hier in Lüdenscheid, bekommen die Flüchtlinge ein Gesicht. „Wir wollen unsere Hilfsbereitschaft zeigen. Nicht nur in Worten, sondern in Taten“, betont Johannes Broxtermann. Das bedeute konkret: Wohnungen anmieten, neben den Eigenmitteln der Familie deren Lebensunterhalt sichern und Hilfestellungen jeder Art geben.

Wilfried Starosta, Geschäftsführer der Mark Wohnungsgesellschaft GmbH, hat bei der Wohnungssuche bereits Unterstützung signalisiert. Um die Hilfsaktion zu schultern, müssen nach Schätzungen der Initiatoren über Spenden rund 30 000 Euro aufgebracht werden. „Eine Unterstützung dieser Flüchtlinge ist sicher eine Tat ganz im Sinne von Weihnachten“, sagt Pfarrer Broxtermann.

Spendenkonto: Stichwort St. Medardus – Irakflüchtlinge“, Konto 397554 bei der Sparkasse Lüdenscheid, IBAN: DE24 4585 0005 0000 397554

Von Martin Messy

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