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Petition erfolgreich: Bundestag muss nach tödlichem Hundebiss debattieren

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Von: Thomas Machatzke

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Hund Yorkshire Terrier Lüdenscheid
Der kleine Diego starb im Dezember nach dem Angriff eines Rottweilers. © privat

Es ist erst einmal ein Zwischenerfolg, aber einer, der Chrisanthi Kechagia schon sehr zufrieden und zuversichtlich macht. Die Lüdenscheiderin hatte im Februar eine Petition an den Deutschen Bundestag gestartet. Nun hat sie schriftlich Nachricht erhalten, dass das Petitionsverfahren so weit fortgeschritten sei, dass der Ausschussdienst, dem die Ausarbeitung obliege, diese „Petition den Berichterstattern zuleiten“ werde.

Lüdenscheid – Was in bestem Beamtendeutsch formuliert ist, bedeutet: Es geht weiter mit der Petition. Sie ist nicht an der ersten Hürde – 50 000 Unterstützer benötigt eine Petition – gescheitert.

„Ich bin überrascht, dass die Petition so viele Unterstützer gefunden hat“, sagt Chrisanthi Kechagia und ergänzt, „und ich freue mich natürlich darüber, denn ich habe das Ziel, dass es eine Veränderung gibt für Tiere im Gesetzbuch.“

In Kechagias Petition wird gefordert, dass Haustiere im Schadensfall als Lebewesen und vor dem Gesetz nicht als Sachgegenstand gelten. „Wenn ein Haustier [...] geschädigt oder getötet wird, sollte das Urteil dementsprechend ausgelegt werden. Das Gefühl, ein Haustier zu verlieren, kann nicht mit dem Verlust eines Gegenstandes verglichen werden“, hat sie die Petition begründet.

Petition erfolgreich: Bundestag muss nach tödlichem Hundebiss debattieren

Kechagia verwies auf entsprechende Regelungen in Spanien und Portugal, wo Hunde bereits als Mitglieder der Familie angesehen werden und nicht als Sachgegenstände.

Die Petition hat bei der Lüdenscheiderin einen traurigen Hintergrund: Kurz vor Weihnachten hatte im TK- Maxx am Rathausplatz ein Rottweiler ihren kleinen Mini-Yorkshire-Terrier Diego gebissen. Ihr Diego war an den Folgen des Angriffs verstorben. „Er ist für mich wie ein Kind gewesen“, hatte Kechagia festgestellt.

Aber die Anwälte hatten ihr erklärt, dass Diego wie ein Sachgegenstand gesehen werde, juristisch. Das hat die Lüdenscheiderin noch einmal hart getroffen in der Trauer um ihren Hund. „Das einzige, das ich für Diego noch machen konnte, war diese Petition“, sagt Kechagia, die zugibt, noch immer Schuldgefühle zu haben. Das Gefühl, ihren kleinen Diego nicht genügend beschützt zu haben in dieser Situation im TK-Maxx.

Ich freue mich darüber, denn ich habe das Ziel, dass es eine Veränderung gibt für Tiere im Gesetzbuch!

Chrisanthi Kechagia über den ersten Erfolg der Petition

Kechagia hat inzwischen wieder einen Mini-Yorkshire. George heißt er. Doch das Leben ist nicht so unbeschwert wie mit Diego. In Geschäften nimmt sie ihn auf den Arm, Kontakt mit anderen Hunden in der Stadt meidet sie. Kechagia spricht von Panikattacken. Deshalb möchte sie, dass Hundehalter und Hunde, die so etwas zu verantworten haben, auch entsprechend bestraft werden.

Die „Berichterstatter“, die nun die Petition genauer prüfen werden, sind Abgeordnete verschiedener Fraktionen des Petitionsausschusses im Deutschen Bundestag. Sie werden sich „intensiv mit dem Anliegen befassen“, ehe es in den Petitionsausschuss und danach ins Plenum des Bundestags geht. Das Ergebnis wird Kechagia mitgeteilt. „Ich bin jetzt zuversichtlich, dass sich etwas ändern wird“, sagt sie. Zuversichtlich, dass sie am Ende etwas zu einer Gesetzesänderung beigetragen haben wird.

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