Interview: Schriftsteller Peter Prange über gute Nachrichten zu seinem neuen Buch und schlechte Leberwurst von Dan Brown

„Ich ertappte mich dabei, Goethe zu lektorieren“

Peter Prange
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Peter Prange.

Der bekannteste Altenaer lebt gar nicht an der Lenne, sondern am Neckar. Der Mann ist ein Zeitreisender, und er nimmt sehr gerne Passagiere auf seine Reisen mit. Mit dem Schriftsteller Peter Prange sprach Willy Finke über dessen alte und neue Heimat, seine nächsten Buchprojekte - und Leberwurst von Dan Brown.

Herr Prange, Sie wohnen schon seit Jahrzehnten im schwäbischen Tübingen. Wie lebt es sich dort als Sauerländer?

Schwierig. Die Sprache ist natürlich eine Qual. Dieses Versuchs-Deutsch, das die Schwaben sprechen und dabei behaupten, es sei meine Muttersprache, ist eine einzige Zumutung. Hinzu kommen auch Mentalitätskonflikte.

Inwiefern?

Der Schwabe ist schon eine Sorte für sich. Die Sauerländer sind es auch. Wenn das aufeinanderprallt, ist es nicht einfach. Nietzsche hat gesagt: „Gemütlich und heimtückisch zugleich – ein Widerspruch? Man lebe nur sechs Wochen unter Schwaben!(lacht) Das dürfen Sie nur im Sauerland drucken.

Sie leben aber schon sehr lange in Tübingen?

Ja, ich bin durch mein Studium hier angekommen. Ursprünglich wollte ich in Göttingen studieren zum Nachweis meiner erotischen Unabhängigkeit von meiner damaligen Freundin. Nach einem Semester fiel das in sich zusammen und ich bin ihr reumütig nach Tübingen gefolgt und lebe dort bis heute mit ihr als meiner Frau.

So schlecht kann es dort ja dann wohl doch nicht sein?

Nein, Tübingen ist eine tolle Stadt – oder, wie es jemand einmal formuliert hat: Tübingen ist das Zentrum der Weltabgeschiedenheit. In Tübingen kommen die großen, schlimmen Probleme der Welt, von denen die Zeitungen voll sind, nur in homöopathischen Dosen vor. Allerdings wird nirgendwo darüber so ultimativ diskutiert wie hier.

Die promovierte Wurstverkäuferin

Wie kommt das?

Tübingen ist durch die Dominanz der Universität sehr weltoffen und hat durch die vielen Studenten einen jugendlichen Charakter. Es ist allerdings auch die Stadt mit der größten Klugscheißerdichte pro Quadratmeter in Deutschland. Wir haben 90 000 Einwohner, von denen 30 000 Studenten sind. Hier ist jeder Taxifahrer habilitiert und jede Wurstfachverkäuferin promoviert. Sie haben nirgendwo sonst so viel geballtes Wissen auf engstem Raum.

Profitieren Sie davon?

ZUR PERSON

Der gebürtige Altenaer Dr. Peter Prange ist 65 Jahre alt und wohnt seit seinem Studium im schwäbischen Tübingen. Prange gilt als „Star des historischen Romans“ (Welt am Sonntag) und war zuletzt erfolgreich mit seinem zweiteiligen Roman „Eine Familie in Deutschland“. Die Verfilmung seines ersten großen Romans „Das Bernstein-Amulett“ wurde mittlerweile etwa 50-mal im Fernsehen wiederholt. Mit dem Roman „Unsere wunderbaren Jahre“ setzte Prange seiner Heimatstadt Altena ein literarisches Denkmal.

Ja, massiv. Ich habe in meinem Freundeskreis etliche Professoren sämtlicher Fachrichtungen. Es gibt kein Problem, auf das ich nicht mindestens fünf Antworten bekomme. Unterm Strich kann ich wirklich sagen: Ich lebe hier sehr, sehr gerne.

Stichwort Weltoffenheit – da kann Altena sicher nicht ganz mithalten, oder?

Das würde ich mal gar nicht unterschätzen. Durch die in Altena bis heute sehr wichtige Drahtproduktion gab es immer schon eine Verbindung in alle Welt. Ich kenne das aus meiner Jugend: Ich war im Reitverein, meine Eltern waren die Ärmsten im Verein. Es gab dort aber viele Fabrikanten, die nach China, nach Amerika geliefert haben. Für diese kleinen mittelständischen Unternehmer war das eine Selbstverständlichkeit. Nicht zuletzt wurden bei uns ja die Rohlinge der D-Mark produziert. Wir haben ganz Deutschland mit dem nötigen Kleingeld versorgt.

Wann waren Sie zuletzt in Altena?

Vor drei oder vier Wochen. Ich bin dort immer noch öfters, bis zum Tod meiner Mutter vor acht Jahren sogar sehr regelmäßig. Da meine Schwester und einige andere Verwandte dort noch leben, fahre ich auf jeden Fall vier- oder fünfmal im Jahr nach Altena. Ich hänge mit dem Herzen immer noch an diesem kleinen Städtchen.

Wenn man Sie fragt, was Ihre Heimat ist…

…dann sage ich immer noch automatisch „Altena im Sauerland“ – und nicht Tübingen.

Haschisch aus dem „Malkasten“ in Lüdenscheid

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Lüdenscheid?

In Lüdenscheid, genauer gesagt in Oberrahmede, habe ich anderthalb Jahre lang Zivildienst gemacht bei einem sehr interessanten Mann, bei Pastor Schäfer.

Was war für Sie an dem Pastor interessant?

Er war seinerzeit gerade in den Ruhestand geschieden. Ursprünglich war er ein sogenannter Deutscher Christ – also als Christ ein bekennender Nazi – gewesen. Nach dem Krieg hatte man ihn sozusagen strafversetzt nach Oberrahmede, wo er dann aber im Nullkommanichts ein riesiges, blühendes Gemeindeleben entfaltet hat.

Was war Ihre Aufgabe?

Wir haben zum Beispiel einige Male Ferienfreizeiten mit den alten Leuten, aber auch mit Taubstummen und Behinderten, nach Bozen gemacht. Pastor Schäfer und ich waren damals natürlich extrem unterschiedlicher politischer Meinung und haben uns wie die Besenbinder gestritten. Aber als Menschen verstanden wir uns glänzend. Durch ihn habe ich gelernt, dass so etwas möglich ist. Wir haben manchmal so herumkrakeelt, dass die alten Herrschaften nachts auf der Treppe der Pension saßen und uns dabei zusahen, wie wir Arm in Arm und voll des süßen Weines diese Treppe hochschwankten.

Womit verbinden Sie Lüdenscheid noch?

Mit dem „Malkasten“. Dort konnte man in den frühen 70er-Jahren seinen Haschisch-Bedarf decken. Dann gab es noch das „Beanery“ an der Hochstraße und die Diskothek „Old Forester“. In Lüdenscheid fing für mich die große weite Welt an.

Zurück nach Tübingen. Was hat sich für Sie im Laufe der vergangenen zwölf Monate vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie geändert?

Dr. Peter Prange lebt und arbeitet in Tübingen.

Absagen über Absagen

So furchtbar viel gar nicht. Ich bin ja Arbeit unter Quarantänebedingungen gewöhnt. Ich sitze von morgens bis abends am Schreibtisch und brüte vor mich hin. Bemerkbar hat sich die Situation allerdings in anderer Hinsicht gemacht. Etwa 30 Lesungen und 20 Presse-Veranstaltungen sind ausgefallen.

Was für Presse-Veranstaltungen waren das?

Ein Beispiel: Als „Unsere wunderbaren Jahre“ verfilmt worden war, sollte es vor der Ausstrahlung im Fernsehen eine große Premiere in einem 50er-Jahre-Kino in Köln geben – mit allen Stars, den Regisseuren und vielen ARD-Granden. Das wurde drei Tage vorher abgesetzt.

Das blieb aber nicht der einzige Ausfall?

Nein. Ich war bei verschiedenen Fernseh- und Radiosendungen schon eingeladen. Das ging so weit, dass ich am Nachmittag noch eine Zusage hatte und am nächsten Morgen beim WDR auf der Matte stand. Dort sagten sie mir dann: „Wir haben gerade eine Hausmitteilung bekommen. Kein Externer darf mehr ins Redaktionsgebäude.“ Das war aber nicht das einzige Unerfreuliche.

Sondern?

Ausgerechnet als „Unsere wunderbaren Jahre“ im Fernsehen lief, durfte keine Buchhandlung mehr öffnen. Solche Filmausstrahlungen heizen den Buchverkauf normalerweise sehr an. Erschwerend kam hinzu, dass Amazon sechs Wochen lang nach dem Prinzip „Klopapier first“ keine Bücher mehr auslieferte, sondern nur noch Gebrauchsgüter des täglichen Bedarfs. Dadurch hatte ich erhebliche Einbußen.

Sie erwähnten die ausgefallenen Lesungen…

Ja. Lesungen spielen bei der Vermarktung von Büchern eine große Rolle. Erstens bekommt man dort von den Lesern ganz konkretes Feedback. Zweitens tritt man in Kontakt mit den Buchhändlern. Sie lernen einen kennen, sehen, dass man sich vor Ort engagiert. Die Buchhändler sind ja meine Promotoren.

Der entsetzte Hausmeister

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihren Lesungen vor der Pandemie?

Man macht da ganz unterschiedliche Erfahrungen. Ich habe mal eine Lesung hier im Hohenloher Land gehabt. Ich komme dort an, und da sind fünf Menschen in einem großen Rathaussaal. Nur zwei davon sind zahlende Zuschauer. Ein weiterer Mann steht, anscheinend noch unentschlossen, auf der Türschwelle. Ich sage: „Kommen Sie doch rein, wir sind doch ganz unter uns!“ Er hebt abwehrend die Hände: „Um Gottes Willen, ich bin doch nur der Hausmeister!“ (lacht schallend) Dann macht er sich voller Entsetzen davon.

Wie reagieren Sie in einer solchen Situation?

Das sind genau die Augenblicke, in denen man als Autor beim Veranstalter nur gewinnen kann. Dem ist es wahnsinnig peinlich, dass man sich zu ihm bemüht hat und er kein Publikum mobilisiert hat. Ich sage dann aber: „Mir ist es egal, ob hier zwei, zwanzig oder zweihundert Menschen sitzen. Ich bestrafe nicht die, die gekommen sind, für die, die nicht gekommen sind.“

Wie liest es sich denn vor einer Handvoll Menschen?

Wenn der Saal voll ist, ist es keine Kunst, eine gute Lesung zu machen. Wenn da aber wirklich nur ein paar Leute sitzen, dann muss man sich anstrengen. Das mache ich gern. Die Veranstalter – oft ja Buchhändler – sind dann nämlich wirklich glücklich und legen sich hinterher umso mehr für mich ins Zeug.

Das Wunder von Duderstadt

Es gibt aber hoffentlich auch positive Überraschungen?

Oh ja. Ich komme in einem November bei strömendem Regen in Duderstadt an. Die Buchhandlung entpuppt sich als Papierwarenhandlung, die auch noch ein paar Bücher anbietet. Als um 20 Uhr die Lesung beginnen soll, ist immer noch alles dunkel und kein Mensch da. Dann sehe ich, dass gegenüber etliche Menschen in einen Rathauskeller gehen. Ich denke: Das ist vielleicht der SPD-Ortsverein und ich kann mich dort mal erkundigen, was hier los ist. Also gehe ich rein und finde einen Raum – voll mit 200 dicht gedrängt sitzenden Leuten. – Die Veranstalter hatten sogar Tischleuchten mit meinem Konterfei bespannt, sodass ich nach Hause zu meiner Frau melden konnte: „Dein Mann ist eine Leuchte!“ Dort war ich inzwischen schon sechs- oder siebenmal zu Gast.

Wie gestalten Sie eine Lesung?

Eine Lesung mit einem Autor, der in sein Wasserglas hineinmurmelt, finde ich ein bisschen langweilig. Meine Lesungen bestehen aus einer Mischung aus freier Rede und einzelnen gelesenen Passagen. Ich erzähle auch viel darüber, wie die Geschichte entstanden ist, wie ich auf die Idee gekommen bin, welche Schwierigkeiten es unterwegs gegeben hat. Ich versuche, es mir selbst so unterhaltsam wie möglich zu gestalten – in der Hoffnung, dass das dann auch meine Zuhörer gut unterhält.

Sie mögen offenbar den Kontakt mit Ihren Lesern. Sind Sie deshalb auch so stark auf Facebook präsent?

Vor zehn Jahren ungefähr meinte mein Agent, ich müsse auf Facebook präsent sein. Darauf bin ich eher zähneknirschend eingegangen und habe mir angewöhnt, einmal am Tag etwas zu posten. Dann habe ich für mich eine sehr schöne Entdeckung gemacht – für meinen Beruf ist sie gar nicht so wichtig, sondern für mein Wohlbefinden: Facebook ist so etwas wie meine virtuelle Cafeteria. Ich habe auf diesem Wege viele Menschen kennengelernt. Daraus entwickelten sich tatsächlich auch persönliche Beziehungen.

Also gehört Facebook zu Ihrem Alltag?

Für jemanden, der Bücher nie unter 500 Seiten, manchmal aber bis zu 1500 Seiten schreibt, hört sich das komisch an – aber ich bin ein zappeliger Mensch. Ich kann mich immer nur einen Satz lang konzentrieren, dann brauche ich eine kurze Übersprunghandlung. Und dafür ist Facebook ideal. Wenn ich nicht weiß, wie der nächste Satz lauten soll, springe ich kurz bei Facebook rein, mache einen Like und bin auch schon wieder weg.

Durchschnittlich vier Druckseiten pro Tag

Dauert es da nicht ewig, bis Sie ein Buch fertig haben? Wie gehen Sie beim Schreiben genau vor?

Als erstes entwerfe ich den sehr ausführlichen Handlungsbogen. Wenn ich weiß, wie die Handlung abläuft, schreibe ich durchschnittlich etwa vier Druckseiten am Tag, wobei ich sechs Tage, manchmal auch sieben Tage, in der Woche arbeite. Das bedeutet etwa 24 Seiten pro Woche, also im Monat 100 Seiten. Inklusive der Vorarbeiten ist das Buch dann nach einem Jahr fertig.

Lassen Sie sich – der Handlungsbogen steht ja – beim Schreiben dann gar nicht mehr von Ihrer eigenen Geschichte, Ihren eigenen Figuren überraschen?

Doch! Das Exposé ist vor allem dramaturgisch bestimmt. Wie sieht der Spannungsbogen aus, wo sind die Turning Points (Wendepunkte in der Handlung, die Red.)? Wenn ich dann aber schreibe, lasse ich mich ganz und gar in die Figuren hineinfallen. Je mehr ich in der Figur bin, umso mehr übernimmt die Figur manchmal auch die Führung. Das ist fast magisch. Man erfindet eine Figur, setzt sie in eine selbst erfundene Handlung hinein und erlebt dann, wie die Figur mit den – auch wieder von einem selbst gestellten – Problemen fertig wird.

Da werden Sie ja fast zum Zuschauer?

Je mehr ich meine Figur erlebe, desto stärker nimmt sie eine innere Kontur an. Nach einer Zeit weiß ich, wie bei einem guten Freund: Ist das etwas, was die Figur tun würde – ja oder nein?

Was bedeutet das in der Praxis?

Manchmal stellt sich nach einiger Zeit, vielleicht nach 100 Seiten, heraus, dass ich mir auf der abstrakten, dramaturgischen Ebene für eine Figur einen Turning Point ausgedacht habe, der im „richtigen Romanleben“ gar nicht zu ihr passt. Das, was ich da mit ihr vorhatte, würde sie nie machen. Es kommt dann darauf an, die Geschichte zur Perspektive dieser Figur passend weiterzuentwickeln.

Dramaturgie und Psychologie

Wie schaffen Sie das?

Früher waren das die klassischen Stellen, an denen ich eine Schreibblockade bekam, weil ich nicht loslassen konnte von meiner ursprünglichen dramaturgischen Lösung. Heute – mit zunehmender Erfahrung – vertraue ich auf meine eigenen Figuren und klammere mich nicht an die ursprüngliche Idee. Letzten Endes ist das ein Wechselspiel zwischen der Dramaturgie einerseits und der Psychologie der Figuren andererseits. Das ist auch das Geheimnis eines guten Romans: die Dramaturgie so mit der Psychologie zu verknüpfen, dass Überraschung und Logik gleichermaßen stattfinden.

Klingt kompliziert…

…bedeutet aber letzten Endes nur: Wenn eine Figur etwas für den Leser noch so Überraschendes tut, muss es aus ihrer Psychologie heraus vollkommen logisch sein, dass sie so handelt.

Passiert es, dass Sie sich während des Schreibens von einer Figur entfremden und sie schließlich aus dem Buch fliegt?

Nein, das habe ich noch nicht erlebt. Häufiger passiert es, dass Figuren sehr viel größer werden als ursprünglich angelegt.

Haben Sie beim Schreiben ein Bild der Protagonisten vor Augen, könnten Sie sie zeichnen?

Nein. Ich beschreibe deren Äußeres auch mehr für die Leser als für mich selbst. Mir ist das nicht so wahnsinnig wichtig, ob eine Figur nun graue, braune oder rote Haare hat.

Wohin Peter Prange bei Veronica Ferres blickt

Wichtiger als die Optik sind Ihnen also die sogenannten inneren Werte. Die Schauspielerin Veronica Ferres hat über Sie gesagt, Sie könnten in die Seele der Frauen blicken. Ist das so?

Irgendwas kann jeder. Das ist das, was ich vielleicht kann. Das mag daran liegen, dass ich in meinem Leben fast mehr mit Frauen als mit Männern zu tun gehabt habe. Schwester, Nichten, Mutter, Tochter, Ehefrau – ich war immer von Frauen umzingelt.

Deshalb spielen Frauen in Ihren Romanen auch oft die Hauptrollen?

Ich finde Frauen in der Regel einfach spannender als Männer. Wenn Männer so sind, wie sie gerne wären, nämlich zielstrebig, erfolgsorientiert, geradeaus, logisch, rational – dann sind sie wahnsinnig langweilig. Frauen sind da im positiven Sinn viel unkonformer und emotionaler. Das macht sie als Figuren viel interessanter.

Wenn man drei Millionen Bücher verkauft hat, wenn man solche Komplimente wie das von Veronica Ferres bekommt – macht das eitel?

Nee! Ich erlebe ja jeden Tag, wie mir immer wieder Neues misslingt, obwohl ich jetzt seit über 20 Jahren hauptberuflich schreibe. Eitel oder stolz bin ich nicht, aber ich freue mich. Das ist allerdings mehr so ein kindlich-freudiges Staunen, dass ich, der kleine Peter aus dem Sauerland, drei Millionen Bücher verkauft habe in aller Welt.

Peter Prange vor der Münze im ehemaligen Schwarzenstein--Komplex in Altena - einem wichtigen Schauplatz seines Buchs „Unsere wunderbaren Jahre“.

Zwei Top-Ten-Titel in Israel

Ihre Bücher wurden inzwischen in 24 Sprachen übersetzt. In welchem nicht-deutschsprachigen Land haben Sie die meisten Leser?

Das weiß ich gar nicht. Mich hat es aber sehr gefreut, dass „Die Principessa“ und „Die Philosophin“ Top-Ten-Titel in Israel waren.

Das hat sich dann bestimmt ja auch finanziell gelohnt?

Ach, da habe ich alles in allem vielleicht 2500 Euro verdient. Das war mir aber auch überhaupt nicht wichtig. Aber dass ich als deutscher Autor vielen Israelis schöne Stunden bereitet habe, das hat mich mit großer Freude erfüllt.

„Deutschland-Bücher sind offenbar zu deutsch“

Wie verkaufen sich Ihre Deutschland-Bücher international – also zum Beispiel die „Wunderbaren Jahre“ oder die „Familie in Deutschland“?

Die werden gar nicht erst übersetzt. Sie sind offenbar so deutsch, dass sie nur in Deutschland funktionieren. Das ist für mich aber kein Problem, denn vom Auslandsgeschäft lebe ich überhaupt nicht. Ich erzähle Ihnen ein Beispiel. Auf einer Buchmesse in Frankfurt traf ich mich zusammen mit meinem Agenten mit der Karikatur eines russischen Oligarchen: 1,60 Meter groß, hohe Stiefelabsätze, Tiptop-Anzug, goldene Rolex, Kroko-Ledertasche. Also mit allen Insignien des Parvenüs ausgestattet. Er machte ein Angebot für ein Buch: „1500 Euro für alle Rechte, ganz Russland!“ Mein Agent sagte, eher aus sportlichen Gründen: „Sagen wir 2500!“

Und?

Der Russe lächelte kurz und sagte: „Take it or leave it! Nehmen Sie die 1500 oder lassen Sie es sein und ich drucke es trotzdem. Sie werden wegen dieser Summe keinen Prozess in Moskau anstrengen.“ Da habe ich nur gelacht und gesagt: „Sie sind mein Mann!“ Wir haben uns dann hinterher noch ganz nett unterhalten und ich habe ihn sogar begriffen. Wovon sollte er uns denn mehr Geld bezahlen? Ein Hardcover kostet in Russland zwei Euro.

„Wie mit der Schubkarre übersetzt“

Sie sprechen mehrere Fremdsprachen, haben auch selbst übersetzt. Wie ist es, wenn man sein eigenes Buch zum Beispiel auf Italienisch liest?

Ich lese das ja nicht. Ich blättere ein wenig darin herum. Der italienische Übersetzer ist übrigens wirklich ausgezeichnet. Im Spanischen habe ich manchmal gedacht: Um Gottes Willen, das ist ja wie mit der Schubkarre übersetzt – grob und ohne jedes Feingefühl.

Tut das weh?

Nein, das ist für mich dann doch so weit weg, dass es mich nicht so wahnsinnig belastet. Ein weiterer Vorzug des Alters ist: Man muss auch mal unterscheiden können, worauf man Einfluss hat und worauf nicht. Eine gedruckte und ausgelieferte Übersetzung kann ich nicht beeinflussen, also rege ich mich heutzutage auch nicht mehr darüber auf. Ich konzentriere mich seit Jahren nur noch voll und ganz auf das, was in meiner Macht steht, nämlich die nächste gute Seite zu schreiben.

Schauen Sie sich die Leser-Buchkritiken auf Amazon an?

Das habe ich früher natürlich gemacht, aber das mache ich seit Jahren nicht mehr.

Begeistert von Dörte Hansens „Mittagsstunde“

In Ihrem in den 90er-Jahren erschienenen Ratgeber „Sieben Wege zum Misserfolg“ zitieren Sie das „Leberwurstprinzip“ – was bedeutet: Iss nur die Leberwurst, die der Metzger auch selbst verzehrt. Welche Leberwurst mögen Sie am liebsten, außer Ihrer eigenen?

Mit großer Begeisterung habe ich jetzt Dörte Hansen gelesen. Ich hatte geglaubt, das sei eher Frauenliteratur. Dann war ich aber von der „Mittagsstunde“ wirklich hellauf begeistert. In dem Buch passiert herzlich wenig, aber die Figuren sind derartig liebenswert, interessant und in ihrer Verschrobenheit sehr gut nachvollziehbar, dass ich das „Alte Land“ gleich hinterher gelesen habe.

Lesen Sie viel?

Nein, sehr wenig. Ich sitze den ganzen Tag in meinen eigenen Geschichten und schaffe es abends – außer im Urlaub – gar nicht mehr, mich in andere Geschichten naiv hineinfallen zu lassen. Die lese ich auch zu professionell und analytisch: Wie hat er das gemacht, wie ist das aufgebaut, wie ist die Figur entwickelt? Ich habe mich dabei ertappt, dass mich damit angefangen habe, Goethe zu lektorieren…

„Dan Brown? Das hat keine Substanz!“

Auf Ihrer Homepage schreiben Sie, dass Sie schlechte Unterhaltung nicht mögen. Was ist für Sie schlechte Unterhaltung?

Nehmen wir ein berühmtes Beispiel, weil es diesem Autor nichts ausmachen wird: Dan Brown. Bei ihm ist die Integration von Psychologie und Dramaturgie nicht gelungen. Dramaturgisch ist alles großartig. Ein Thrill jagt den anderen. Aber: Passt das auch immer zu den handelnden Personen? Benimmt sich ein Nobelpreiskandidat, der im Atomforschungszentrum CERN bei Genf tätig ist, wirklich wie ein Idiot und tappt in eine simple Falle? Und ist es logisch, dass es gleichzeitig einen Hausmeister gibt, der sich eine geniale Lösung einfallen lässt? Das ist zwar spannend, aber vollkommen unglaubwürdig. Das hat keine Substanz. Nur Spektakel und alles nur auf Effekt ausgerichtet.

Betten Prange - dieses Geschäft betrieben Peter Pranges Eltern in Altena.

Reden wir wieder über Ihre eigenen Romane. Wie kam es eigentlich dazu, dass Sie Betten Prange, das Geschäft Ihrer Eltern in Altena, in die „Wunderbaren Jahre“ hineingeschrieben haben?

Das war überhaupt nicht vorgesehen. Ich wollte meinen Eltern ein kleines Denkmal setzen. Ich bin ihnen bis heute in tiefster Dankbarkeit verbunden. Es waren tolle Eltern – einfach, nicht gebildet, aber sehr intelligent und bildungsorientiert. Sie hatten nur die Volksschule besuchen dürfen, aber haben viel gelesen. Sie haben meine Schwester und mich in einer Weise erzogen, wie man es sich nur wünschen kann, nämlich in einer optimalen Verbindung von Liebe und Strenge.

Wie authentisch sind die Figuren in den „Wunderbaren Jahren“?

Natürlich habe ich mich bemüht, die Verhältnisse, Lebensweisen und auch die Charaktere so lebensnah wie möglich zu gestalten. Zu einem großen Teil handelt es sich sogar um Nachbildungen aus meiner eigenen Verwandtschaft. Gleichzeitig ist und bleibt ein Roman aber immer Fiktion. Um das zu dokumentieren, habe ich ganz zum Schluss die Erfindung des Romans zum Hochzeitsgeschenk des Paars, das am Ende heiratet, gemacht.

Sie haben Ihre Eltern gerade erwähnt. Als Ihr Vater im 2. Weltkrieg im Schützengraben in Rumänien lag, betete er: „Lieber Gott, wenn ich je aus dieser Scheiße heil herauskomme, lass mich bitte ein verdammter Spießer werden.“ Was ist für Sie ein Spießer?

Mein Vater ist nie ein Spießer gewesen. Jemand, der sich selbst so reflektiert, der ist kein Spießer. Ein Spießer ist einer, der denkt, nur so, wie er es mache, könne und müsse es sein. Deshalb gibt es Spießer auf allen Niveaus – ob jemand intelligent oder ein Volltrottel ist.

Ihr Vater wollte also eigentlich auch kein Spießer werden, sondern im bürgerlichen Leben ankommen?

Genau. Er hatte die Schnauze voll. Er ist mit 17 Jahren in den Krieg gezogen worden und mit 21 zurückgekommen. Er sah sich dann gezwungen, seine Geschwister zu ernähren, weil seine beiden älteren Brüder im Krieg gefallen waren. Er ist über die Dörfer gezogen und hat beispielsweise Tanzstunden gegeben. Das hat sich in der Romanfigur des Tommy in den „Wunderbaren Jahren“ niedergeschlagen.

Die Kanzlerin zitiert nicht gerade komplett

Zu einem anderen Ihrer Bücher, das nun wirklich nicht in die Kategorie „historische Romane“ passt. Mit dem 2007 veröffentlichten „Werte“ haben Sie einen viel beachteten Kanon der abendländischen Geistesgeschichte verfasst. Welche Werte vermissen Sie heute in unserer Gesellschaft am meisten?

Zunächst einmal habe ich mit meinen beiden anderen Herausgebern gemerkt, dass es DIE europäischen Werte nicht unbedingt gibt. Anklänge dieser Werte gibt es in aller Welt, in allen Kulturen. Typisch europäisch ist aber dieses dialektische Wechselspiel zweier sich scheinbar widersprechender Werte.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Nehmen Sie Prinzipientreue und Toleranz. Toleranz ist sicher ein europäischer Wert – aber in Verbindung mit Prinzipientreue. Bundeskanzlerin Merkel hat das „Werte“-Buch bei ihrer Antrittsrede als EU-Ratspräsidentin vor dem Europaparlament in Straßburg ausführlich zitiert. Dabei ist jedoch Folgendes passiert: Ihre Redenschreiber haben die komplette Rede ausschließlich auf mein „Werte“-Kapitel zur Toleranz bezogen. Das Kapitel heißt aber „Toleranz und Prinzipientreue“. Frau Merkel hat nun einseitig nur von Toleranz gesprochen und Toleranz zur Seele Europas erklärt. Die Prinzipien, die dem entgegenstehen, hat sie nicht benannt. Ich möchte dazu Thomas Mann zitieren: „Wo man der Intoleranz das Tor öffnet, wird Toleranz zum Verbrechen.“

Also keine Toleranz ohne gleichzeitige Prinzipien?

Genau. Diese Prinzipienlosigkeit war für Frau Merkel vielleicht das größte Problem während der Flüchtlingskrise. Auf einmal gab es keinerlei Prinzipien mehr; es gab nur noch Toleranz. Was ich heute in der Gesellschaft und der Politik am meisten vermisse, ist die Ausgewogenheit dieser gegensätzlichen Werte. Es war in Deutschland und Europa immer unsere Stärke, aus Gegensätzen produktive Spannungen zu machen, die dann in ihrem dialektischen Zusammenspiel mehr sind als das eine oder das andere Extrem.

Die „Fetten Fettern“ haben Großes vor

Lassen Sie uns jetzt bitte noch in die Zukunft schauen. Mit Ihrem Cousin Otto aus Plettenberg haben Sie die Produktionsfirma „Fette Fettern“ gegründet, um „Eine Familie in Deutschland“ als Serie zu verfilmen. Wie geht es hier voran?

Bei den bisherigen Verfilmungen meiner Bücher habe ich als Autor die Verfilmungsrechte verkauft und der Produzent konnte dann mit dem Material machen, was er wollte. Diesmal wird es anders sein. Wir sind Mitproduzenten und haben einen Autor für die Entwicklung eines Serienkonzeptes verpflichten können, den ich vorgeschlagen habe. Seine Arbeit an früheren Projekten hat mich total überzeugt. Das, was er bisher für die „Familie in Deutschland“ erarbeitet hat, finde ich wirklich großartig.

Im Herbst soll Ihr nächstes Buch erscheinen: „Der Traumpalast“. Worum wird es da gehen?

Ich habe auf einmal gemerkt – das war ja alles gar nicht so geplant –, dass ich doch ein großes Panorama des 20. Jahrhunderts schreibe. Ich dachte eigentlich, das sei mit „Eine Familie in Deutschland“ abgeschlossen, aber da fehlte tatsächlich noch die Weimarer Republik. Da habe ich zurückgegriffen auf das Elternpaar des Bräutigams aus dem „Bernstein-Amulett“.

Die Weimarer Republik und die Ufa

Erzählen Sie bitte!

Die Eltern des Bräutigams Alex sind Konstantin Reichenbach und seine Frau Christel. Im „Bernstein-Amulett“ kommen sie nur auf einer halben Seite vor. Christel ist eine Ufa-Schauspielerin, Halbjüdin. Noch in den 30er-Jahren durfte sie unter der Protektion von Goebbels drehen. Sie sitzt bei der Hochzeit im Rollstuhl, nachdem sie bei Dreharbeiten einen Unfall gehabt hatte. Konstantin ist ein gebrochener Mann.

Das sind also Ihre Hauptfiguren?

Ja, die beiden lernen wir in ihrer Jugend kennen. Auf der einen Seite haben wir die junge Frau, die eigentlich Journalistin werden will und eher durch Zufall Schauspielerin wird. Zum anderen haben wir den Bankier Konstantin, Tino genannt. Tino stößt, nur um sich vor dem Kriegsdienst zu drücken, auf die Ufa. Aus der Sicht dieses Paars erleben wir die Entwicklung der Ufa, aber auch der ganzen Weimarer Republik.

Wie sehen Sie persönlich die Weimarer Republik?

Sie war das größte Freiheitsprojekt, das es auf deutschem Boden je gegeben hat: Freiheit im gleichen Wahlrecht, Freiheit in der Kunst, Freiheit in der Musik, Freiheit sogar in der Liebe. Das alles lässt sich über die Ufa so wunderbar erzählen.

Warum gerade über die Ufa?

Sie war von General Erich Ludendorff gegründet worden als Propagandamaschine des Heeres. Mit dem Kriegsende hatte sich dieser Zweck allerdings erledigt. Die Deutsche Bank, deren Geld in der Ufa steckte, hat gesagt: Mit Propaganda kann man kein Geld verdienen, aber mit Kunst und Kultur. Die Bank ist nun groß in die Ufa-Finanzierung eingestiegen, weil sie erkannt hat: Mit dem Film entsteht ein völlig neues Unterhaltungsmedium.

Dieser Stoff hat Sie gereizt?

Ja, denn wir erleben hier die Entstehung einer völlig neuen Kunstgattung. Die Ufa hat mit Filmen wie „Das Kabinett des Dr. Caligari“, „Dr. Mabuse“ oder „Metropolis“ unter dem genialen Produzenten Erich Pommer Riesenerfolge erzielt. Das hat sie aber dazu verleitet, mit Hollywood in Konkurrenz zu treten.

Das ging schief?

So ist es. Die Ufa hat sich völlig verspekuliert, stand kurz vor der Pleite. Dann hat aber ein Mann die Firma übernommen, der eigentlich schon bei der Gründung dabei sein wollte, damals aber ausgebootet worden war: der Pressezar Alfred Hugenberg, ein Mann der extremen Rechten. 1933 hat er sie sozusagen als Morgengabe den Nazis auf dem Silbertablett serviert. Damit war sie wieder, wie ursprünglich, eine Propagandamaschine.

Das klingt ja wie der nächste Prange-Filmstoff…

Die Ufa von heute interessiert sich tatsächlich schon jetzt für diesen Stoff, obwohl ich ihn noch gar nicht zu Ende geschrieben habe.

Rücksicht auf die Sehnenscheiden der Leser

Dann dürfen sich Ihre Leser auf jeden Fall ja wieder auf ein schön dickes Buch freuen.

Auf zwei. Das ist eine solche Stofffülle, dass es ein Roman in zwei Bänden wird. Der erste wird, wenn ich die letzten 150 Seiten noch schaffe, im Oktober erscheinen. Dass es zwei Bände werden, geschieht aus Rücksicht auf die Sehnenscheiden der Leser.

Welche historische Epoche möchten Sie denn gern noch literarisch zum Leben erwecken?

Das steht schon fest. Nach dem „Traumpalast“ werde ich einen Roman schreiben, mit dem Deutschland im 20. Jahrhundert wirklich komplett sein wird. Dieser Roman wird die Zeitspanne von 1871 bis 1914 umfassen – also von der Reichsgründung und der Geburt des modernen Deutschland bis zum Beginn des 1. Weltkriegs.

Wo wird dieser Roman spielen?

Europa war vor dem 1. Weltkrieg, das weiß man heute kaum noch, ein unglaublich offener Kontinent. Man konnte problemlos ohne Reisepass oder Personalausweis kreuz und quer durch Europa reisen. Deshalb werde ich London, Paris und Berlin miteinander in Beziehung setzen.

Sie behandeln also auch künftig auf eine sehr unterhaltsame Art Themen mit ernstem politischen Hintergrund. Unterhaltungsschriftsteller und politischer Schriftsteller – ist das für Sie ein Gegensatz?

Nein, ist es nicht. Ich versuche einfach, anspruchsvolle Unterhaltung zu machen. Das ist das älteste Literaturprinzip der Welt. Um es mit Horaz zu sagen: „Die Dichter wollen unterhalten oder nützen. Oder im Idealfall beides miteinander verbinden“. So sind wir.

Zehnmal „entweder...oder?“

Nun müssen Sie sich bitte noch zehnmal entscheiden. Beginnen wir mit: Wein oder Bier?

Bier. Damit bin ich großgeworden. Nur wenn ich vornehm tue, trinke ich Wein.

Spätzle oder Bratkartoffeln?

Bratkartoffeln. Das braucht keine Begründung.

Bob Dylan oder Frank Sinatra?

Frank Sinatra. Mit dem näselnden Bob Dylan habe ich nie etwas anfangen können. Ich weiß nicht, warum die ganze Welt glaubt, das sei erstens der größte Musiker des 20. Jahrhunderts und zweitens auch noch ein nobelpreiswürdiger Literat. Beides halte ich für vollkommen unangemessen.

Hellmuth Karasek oder Marcel Reich-Ranicki?

Die mochte ich beide gleich. Mit Hellmuth Karasek hatte ich das Vergnügen, des öfteren persönlich zu tun gehabt zu haben. Ein unglaublich witziger Mensch. Marcel Reich-Ranicki war unübertroffen, wenn es darum ging, den Menschen Literatur auf unterhaltsame Weise nahezubringen.

Thomas Mann oder Herta Müller?

Egal, wen sie ihm gegenüberstellen: Die Antwort wird immer „Thomas Mann“ lauten.

Dann eben: Karl May oder Herta Müller?

Karl May.

Spring- oder Dressurreiten?

Dressur. Ich war leider nie ein guter Reiter. Aber in der Dressur kann ein wirklicher Einklang zwischen dem Tier und einem selbst entstehen. Das sind wirklich beglückende Augenblicke – wie ein gelungener Liebesakt, wenn Sie so wollen.

Latium oder Toscana?

Latium. Zu dieser Region hat mir mein Agent Roman Hocke den Zugang eröffnet. Er selbst ist in Rom geboren und in den Albaner Bergen aufgewachsen. Ich bin sehr häufig bei ihm im Latium zu Gast. Uns verbindet eine 40-jährige enge Freundschaft. Zudem waren die „Sieben Wege zum Misserfolg“ und das „Bernstein-Amulett“ die ersten Bücher, die er verkauft hat. Wir haben alle Höhen und Tiefen gemeinsam durchgemacht.

Schalke oder Dortmund?

Lüdenscheid-Nord.

Caspar-David Friedrich oder Gerhard Richter?

Auch da bin ich konservativ: Caspar-David Friedrich.

Früher Vogel oder Nachteule?

Das hat sich bei mir verändert. Früher bin ich erst um 12 Uhr aufgestanden, habe bis Mitternacht gearbeitet und bin dann noch in die Kneipen gezogen. Mit der Geburt unserer Tochter 1988 war’s dann damit vorbei. Ich bin ein gelernter früher Vogel geworden.

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