Hunderte Besucher beim Auftakt der Gemeindetage

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Etliche Hundert Zuhörer waren auch am Mittwochabend wieder in der Christuskirche, um Peter Hahne predigen zu hören. - Foto: Görlitzer

Lüdenscheid - Irgendwie war es wie immer: Peter Hahne sprach zur Eröffnung der diesjährigen Gemeindetage unter dem Wort. Und doch war Mittwochabend in der Christuskirche einiges anders. Denn 40 Jahre Gemeindetage nutzten die Verantwortlichen und Beteiligten auch für ein bisschen Rückschau – und für Veränderungen.

Nachdem Bärbel Wilde sich, wie berichtet, aus dem Vorstand des Trägervereins zurückgezogen hat, gibt es mit Rainer Gremmels nicht nur einen neuen Vorsitzenden. Es hat sich auch ein Vorbereitungskreis gegründet, der die Gemeindetage in Zukunft organisieren und weiterhin Referenten mit spannenden Geschichten zum christlichen Glauben einladen möchte. Dessen Mitglieder stellten sich Mittwoch vor. Darüber hinaus hat auch Peter Hahne angekündigt, dass er nach weit mehr als 30 Auftritten bei den Gemeindetagen im kommenden Jahr nicht wiederkommen möchte.

Aber Mittwochabend war er noch einmal da und predigte in gewohnt nachdrücklicher Weise über die Rolle, die Christen seiner Meinung nach in der Gesellschaft einnehmen sollten. Sein Thema hieß „Gemeinde als Stadt auf dem Berge“. Christen sollten die „Leuchttürme“ sein, die christliche Werte hochhalten und nach ihnen handeln.

Dabei hielt Peter Hahne unter anderem ein Plädoyer für den Pietismus, dessen Anhänger heute oft als „Evangelikale“ bezeichnet werden. Dabei habe es sich immer um eine Sozialbewegung gehandelt. Viele Pietisten hätten in der Geschichte soziale Veränderungen mitbegründet und entsprechende Einrichtungen auf den Weg gebracht. Wenn Pietisten streiken würden, so seine These, würden weite Teile des Sozialsystems auch heute zusammenbrechen: „Sie sind nicht besser als andere, aber sie tun ihre Arbeit aus innerem Antrieb, nicht wegen des Geldes.“

Eine „gute“ Flasche Wein: Ein Abschiedgeschenk, das vielleicht doch zum Wiederkommen lockt, hatte Rainer Gremmels (links) für Peter Hahne. - Foto: Görlitzer

Hahne beklagte das verbreitete Desinteresse an der Bibel in der heutigen Zeit. Gott habe darin nur zehn Sätze gebraucht, meinte Hahne mit Blick auf die zehn Gebote, um alles zu regeln. Heute befassten sich Gerichte lang und breit mit vielen Themen, die gar keine wären, wenn die Menschen nach diesen zehn Geboten leben würden. Als Beispiele führte er „Du sollst Vater und Mutter ehren“ an. Damit sei klar, dass erwachsene Kinder sich um ihre Eltern kümmern müssten. „Du sollst nicht töten“ – für Hahne verbietet sich damit jede Diskussion um Abtreibung und Sterbehilfe.

Hahne blickte aber auch voll des Lobes auf die Gemeindetage: Es gebe keine andere christliche Großveranstaltung, die auf eine 40-jährige Tradition verweisen könne ohne jemals Einbrüche bei den Besucherzahlen zu erfahren – und das Mittwoch trotz des Fußballspiels von Borussia Dortmund gegen Real Madrid: „Hahne schlägt Klopp“, freut er sich. - von Bettina Görlitzer

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