Peter Bökenkötter: „Wenn's Probleme gibt: „melden, melden, melden“

Vorbildlich: Die Rampe ist heruntergelassen, die Rollstuhlfahrerin kann den Bus problemlos verlassen. - Archivfoto: Eiber

Lüdenscheid - Ziel ist es, Busfahrer der Märkischen Verkehrsgesellschaft noch mehr zu sensibilisieren für die Belange behinderter Menschen. Peter Bökenkötter, Bereichsleiter für die MVG-Kunden und Prokurist, war daher in die Sitzung der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen gekommen, um Anregungen entgegen zu nehmen und Missstände möglichst aus dem Weg zu räumen.

Die wesentliche Botschaft Bödenkötters lautete: „Melden, melden, melden, denn nur dann können wir den Problemen nachgehen und Fahrer ansprechen, die sich falsch verhalten haben.“ Einig waren sich alle Beteiligten, dass 90 Prozent aller 800 Außendienstmitarbeiter, darunter fallen auch Subunternehmen, ordentlich fahren. „Die anderen zehn Prozent bringen wir mit Ihrer Hilfe auf den richtigen Weg und zur Vernunft.“ Die Fahrer seien geschult, vorsichtig zu fahren und auf Menschen mit Behinderungen Rücksicht zu nehmen. „Fahrerverschuldetem Fehlverhalten gehen wir nach.“ Dafür sei es wichtig, die Nummer des Busses und die Zeit festzuhalten und weiter zu geben.

Henning Schwartz hatte von einem System gehört, das das Ankommen des Busses aufs Smartphone überträgt und so die Orientierung für blinde und schwer sehbehinderte Menschen erleichtert. Peter Bötenkötter erklärte, zwei Geräte seien bestellt, die in einer Testphase geprüft werden sollen. „Allerdings kosten die pro Fahrzeug 1000 Euro, und man muss erst einmal sehen, ob das klappt.“ Wohl kaum umsetzbar sei es, dies im Idealfall auf alle Busse anzuwenden, denn das würde bei 300 Bussen eine Investition von 300 000 Euro bedeuten. „Früher lauteten die Fragen ,macht man es und ist es gut?’ Heute lautet die Frage ,Ist Geld da?’“. Ein neues rechnergestütztes Betriebsleitsystem sei Ende 2016 vorgesehen. Die Mitnahme von E-Skootern in Bussen sei auch nach einem jetzt vorliegenden Gutachten nicht klar. Daher werde dies vorläufig aus Haftpflicht-Gründen nicht möglich sein.

Im Winter könne der MVG-Fahrer bei unsicheren Straßenverkehrsverhältnissen selbst entscheiden, ob er weiterfahre, betonte Bökenkötter. Über die Leitstelle könne dann ein Taxi gerufen werden, um Kunden nach Haus zu fahren. Vorschlag aus der Runde: „Im Winter bleibt man am besten zuhause.“ Thomas Cordt, Leiter des Johannes-Busch-Wohnverbundes meinte: „Wir können nicht alle Lebensrisiken Institutionen zuschieben. Wir müssen auch selbstverantwortlich handeln.“

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