Peter Arens meistert 285 Kilometer lange Tour im Schwarzwald

Peter Arens hat den 285 Kilometer langen Westweg Schwarzwald absolviert, seine bisher schwerste Tour, wie er sagt.

Lüdenscheid - Peter Arens hat schon einige lange Wandertouren unternommen, von den unzähligen kleineren ganz zu schweigen, aber der 285 Kilometer lange Westweg Schwarzwald war der härteste:

„Das ist mir unheimlich schwer gefallen. Das ständige Rauf und Runter, teilweise auf schmalen, steinigen Wegen, die man bergab nur in Tippelschritten gehen konnte, forderte einen schon sehr“, sagt der 73-Jährige und fügt selbstkritisch hinzu: „Das Alter spielt bei solchen Anstrengungen natürlich auch eine Rolle. Nach sieben, acht Tagen wurde der Schritt schon etwas schwerer und ich wurde langsamer.“ An einen Abbruch der Tour, die in 13 Etappen von jeweils 19 bis 32 Kilometern in Pforzheim begann und über Titisee bis nach Basel führte, hat er allerdings nie gedacht: „Da muss man dann halt den inneren Schweinehund überwinden“, sagt er und lacht.

Das Lachen war ihm aber zwischendurch schon vergangen. Auf dem 1495 Meter hohen Feldberg bildete sich innerhalb von fünf Minuten eine geschlossene Wolkendecke, Nebel zog auf und es schüttete wie aus Eimern. „Es war ein richtiger Sturm. Die Wegweiser waren nicht mehr zu erkennen“, schildert Arens die durchaus angespannte Situation. „Man muss aber immer die Ruhe bewahren.“ Es war nicht der einzige Regentag, aber es gab auch sonnige Tage. „Das war dann auch wieder herrlich, wenn ich so richtig ausschreiten konnte.“ Zwei Tage lang traf er im Wald auf keine Menschenseele. „Das war toll. Als ich dann in der Stadt wieder auf viele Menschen traf, ging mir das richtig auf den Wecker.“

Zwischendurch trennte er sich übrigens von Gepäck, als die 12,2 Kilogramm im Rucksack angesichts der acht Gipfel über 1000 Meter Höhe doch zu schwer wurden. „Ich habe geguckt, was überflüssig war und ein 3,6 Kilo-Paket gepackt und nach Hause geschickt.“

Nach 15 Tagen erreichte sein Ziel Basel und kaufte sich am Bahnhof gleich eine Bahnkarte, mit der er am nächsten Tag per ICE Richtung Heimat fuhr. Ein zunächst noch angepeilter Ostweg Schwarzwald über 70 Kilometer bis Neustadt am Titisee schenkte sich Peter Arens angesichts der anstrengenden Tour-Tage zuvor. In Basel aber fand er durchaus nach dem Duschen im Hotel noch die Kraft, einige Kilometer bis zur Rheinbrücke zu gehen, wo er mit einem Naturschauspiel – zwei Regenbögen nebeneinander – belohnt wurde. „Plötzlich war die ganze Rheinbrücke voller Menschen, die Fotos machten.“

Sein Dank geht an Familie, Freunde, SGVer und Bekannte, die ihn immer wieder anriefen und fragten, wie er vorankomme und wie es ihm gehe.

Den Wanderpass hat er sich natürlich an allen Stationen abstempeln lassen. Dafür gibt’s ein Fernwanderabzeichen, eine Urkunde und ein Original-Wegezeichen. „Damit die Enkel später mal gucken können, was Opa so alles gemacht hat.“

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