1. come-on.de
  2. Lüdenscheid

Perso to go: Initiative zu Ausweisen aus dem Automaten

Erstellt:

Von: Susanne Kornau

Kommentare

Bürgeramt Lüdenscheid
Symbolbild © Cedric Nougrigat

Machbar, aber kompliziert und teuer sei eine Verwaltungsmodernisierung mit einer Abholstation für Dokumente rund um die Uhr.

Lüdenscheid – Eine Verwaltungsdienstleistung rund um die Uhr: Zumindest mit einem einzelnen Angebot könnte es einen solchen Vorstoß zur Verwaltungsmodernisierung geben. In der Sitzung am Donnerstag (17 Uhr, Ratssaal) informiert die Verwaltung den Ausschuss für Beteiligungen, Finanzentwicklung und Verwaltungsmodernisierung über das Konzept einer „Abholstation für Dokumente“. Damit legt sie Ergebnisse zu einem CDU-Antrag von Mitte vergangenen Jahres vor. Ihr Fazit: denkbar, machbar, nicht unkompliziert, recht teuer und vielleicht schon vor der Umsetzung überholt, da die Bundesdruckerei derzeit „die noch bessere Alternative der Direktzustellung“ überlege.

Die CDU hatte „analog zum Service der Stadt Hagen“ eine Lösung angeregt, dass die Abholung von Personaldokumenten wie Personalausweis oder Reisepass künftig auch außerhalb der Öffnungszeiten des Bürgeramtes möglich sein soll. Denn die Statistik der vergangenen Jahre zeigt, dass Spitzenreiter der am stärksten gefragten Dienstleistungen im Bürgeramt die Abholung von Ausweisen ist. Um- und Anmeldungen sowie die Ausstellung von Führungszeugnissen folgen. Daher gilt ein Abholterminal für Ausweisdokumente als erhebliche Verbesserung des Bürgerservice und als innovative Smart-City-Lösung – wenngleich der bürokratische Aufwand inklusive Kontaktdatenhinterlegung und Fingerabdruck-Speicherung des Antragstellers hoch ist.

Hohe Kosten, keine Zeitersparnis

Inhaltlich habe man andere Verwaltungsleistungen vorsorglich „mitgedacht“, schreibt die Verwaltung in ihrer Stellungnahme. So sei möglich, dass weitere Fachdienste diesen Kanal nutzten und etwa Sondernutzungsgenehmigungen weitergeben könnten. Als „Briefkasten“ zur Dokumentenabgabe lässt sich das derzeit einzig verfügbare Modell am Markt allerdings nicht nutzen.
Allerdings spare das kontaktlose Abholverfahren weder Zeit noch Geld. Aber es kostet: Terminal samt Montage und Vordach (mit Beleuchtung) wird mit rund 22 000 Euro veranschlagt, dazu kommen 40 000 Euro als „grobe Kostenschätzung ZGW“ für Planung und Bau sowie laufende Kosten von rund 2000 Euro im Jahr. Favorisiert wird die Integration der Abholstation in die Rathausfassade. Eine Aufstellung in Bankfilialen oder – wie in Hagen – in einem Einkaufszentrum scheide aus, wenn man eine Zugänglichkeit rund um die Uhr anbieten wolle. Diese Flexibilität ist laut Verwaltung „der einzige Vorteil einer Abholstation“. Ungeklärt ist auch, ob man die erforderliche sichere Dokumentenaufbewahrung mit einer Video-Überwachung gewährleisten könne – und ob die im öffentlichen Raum überhaupt zulässig wäre.

Auch interessant

Kommentare