Pepo ist tot: Die Welt hat einen Farbtupfer weniger

LÜDENSCHEID ▪ Als Lebenskünstler, Paradiesvogel, bunter Hund oder Hans Dampf in allen Gassen hat sich der ehemalige LN-Fotograf Pepo in Lüdenscheid einen schillernden Namen gemacht. Nun ist Peter Roman Pohlack gestorben.

Freunde fanden ihn vor einer Woche in seiner Wohnung in Andalusien. Pepo hatte sich abends zu Bett gelegt und war nicht mehr aufgewacht. Am 5. Februar wäre er 78 Jahre alt geworden.

1935 in Ulm geboren und in einem Internat im Allgäu aufgewachsen, machte Peter Pohlack eine Lehre als Goldschmied. Die Liebe zu einer Frau aus Kierspe zog ihn Ende der 50er-Jahre ins Sauerland. In der Goldschmiede Kappe an der Wilhelmstraße fand er eine Stelle und schoss nebenher die ersten Pressefotos. Pepos Gespür für den Augenblick, für das besondere, das schnelle Foto leitete den nächsten Wechsel ein. 1966 hängte er seinen Beruf an den Nagel, wurde festangestellter Pressefotograf – und blieb es, bis er 1999 in Rente ging.

In diesen 33 Jahren gab es nicht viel, was in Lüdenscheid ohne Pepo passierte. Er fotografierte Unfälle, Partys, Bürgermeister und Bundeskanzler, Schlagerstars und ungezählte Lüdenscheider in vielen Lebenslagen. Kaum jemand, der Peter Pohlack nicht kannte, viele, mit denen er per Du war, wenige, die seinem jungenhaften Charme nicht erlagen oder seiner lausbübischen Frechheit etwas entgegenzusetzen hatten. Der ewig gut gelaunte Pressefotograf in seinem Messerschmitt-Kabinenroller war ein Markenzeichen in der Stadt.

Den Kabinenroller und sein Häuschen an der Kölner Straße tauschte Pepo nach seiner Pensionierung gegen ein großes Wohnmobil ein. Er begann, bei Marbella in Südspanien zu überwintern, verdiente sich anfangs dort etwas zur Rente hinzu, indem er Promis am Flughafen fotografierte, wurde mit den Jahren ruhiger, liebte die Modellfliegerei, die Sonne, den Strand und das Meer – und kehrte aber immer wieder nach Lüdenscheid zurück, zu Freunden, Kindern und Ex-Kollegen.

Seinen Lebensabend verbrachte Peter Pohlack selbstbestimmt in seiner Wahlheimat, von seinem Balkon aus schaute er auf die See. Ohne ihn hat die Welt einen Farbtupfer weniger. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Freunden.

Olaf Moos

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