GdP schlägt Alarm

Pensionierungswelle bei Kripo-Beamten: Droht jetzt Schließung von Polizeiwachen?

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Dienstmarke der Kriminalpolizei (Symbolbild)

Lüdenscheid - In den Kommissariaten in Lüdenscheid und Plettenberg stehen mehrere Pensionierungen an. Ist der Fortbestand einzelner Wachen jetzt gefährdet?

Den Kripo-Beamten des Südkreises stehen offenbar harte Zeiten bevor. Fast die Hälfte der Kriminalpolizisten in den Kommissariaten Lüdenscheid und Plettenberg gehen nach LN-Informationen 2019 in den Ruhestand – drei in Lüdenscheid, vier in Plettenberg. Dazu kommen Versetzungsanträge, die die Personaldecke weiter ausdünnen dürften. 

Ersatz, sagt der Vorsitzende der Kreisgruppe Märkischer Kreis der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Michael Kaufhold, sei nicht in Sicht. Nach GdP-Einschätzung stehen einzelne Wachen auf dem Spiel. 

„Wir haben so wenige Leute wie noch nie.“ Angesichts grassierenden Personalmangels würden die Arbeitsbedingungen für die Kriminalpolizei „immer schwieriger“. Eine wachsende Zahl von Kollegen gehe früher in Pension als geplant. Ermittlungsarbeit sei ein „Knochenjob“ geworden. Kaufhold: „Die Kripo geht seit 15 Jahren auf dem Zahnfleisch.“ 

Ein Kripo-Mann aus Lüdenscheid – er will namentlich nicht genannt werden – wird mit Blick auf 2019 noch deutlicher: „Das wird eine Katastrophe.“

In der GdP ist die angekündigte Neueinstellung von landesweit 2500 Polizeibeamten zwar positiv aufgenommen worden. Doch Michael Kaufhold warnt vor großen Hoffnungen. Denn einerseits ist nicht klar, wie viele junge Beamte davon der Kreispolizeibehörde zugewiesen werden. 

Andererseits dauert es drei Jahre, bis die Ausbildung beendet ist. Und es ist unklar, wie viele der Anwärter die Prüfungen bestehen und tatsächlich Polizisten werden. Darauf weist auch Polizeipressesprecher Marcel Dilling hin. 

Doch die Folgen des demographischen Wandels, die vermehrte Pensionierungen bedeuten, seien nicht allein ein Problem des Märkischen Kreises, sondern eine landesweite Erscheinung. Dilling: „Grundsätzlich ist mehr Personal zwar besser.“ Und den Verantwortlichen sei der Umstand der „geringen Personalzuweisung in den letzten Jahren“ bewusst. 

Aber: „Wir werden uns was einfallen lassen.“ Trotz der wachsenden Zahl von Aufgaben müsse die Arbeit bewältigt werden.

Behördensprecher Marcel Dilling spricht in diesem Zusammenhang von „internen Umstrukturierungen“ und der „Umverteilung von Aufgaben“. Man setze darauf, dass dies Entlastung schafft. 

Nach GdP-Auffassung betrifft der Personalmangel aber nicht nur die Kripo. Kaufhold: „Ob die Wachen, der Verkehrsdienst oder die Kollegen bei der Prävention – die fahren personell alle unterste Kante.“ Nun sei auch der Landrat gefordert. „Er muss im Zweifel entscheiden, welche Wachen oder Kommissariate geschlossen werden müssen.“

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