„Jung im Hirn“ mit Heinz Schmalenbach

Vom Pensionär zum Blogger: Lüdenscheider begeistert im Netz

Der Blog „Jung im Hirn“ ist unter der gleichnamigen Internetadresse zu finden. Er enthält diverse Rubriken mit Rätseln, Denksportaufgaben sowie Kurzgeschichten und Bauernregeln. - Screenshot

Lüdenscheid - Täglich besuchen mittlerweile zahlreiche Nutzer den Blog „Jung im Hirn“ von Pensionär Heinz Schmalenbach, zuletzt Rektor der Grundschule Lösenbach in Lüdenscheid. Im Sommer 2017 hat der 67-Jährige mit Hilfe seiner Tochter, selbst Bloggerin, die Internet-Plattform mit selbsterdachten Wort- und Zahlen-Rätseln entwickelt. „Um die grauen Zellen fit zu halten“, wie er sagt.

„Es war eigentlich die Schnapsidee meiner Frau“, erklärt der 67-Jährige den Ursprung seines Blogs. Diese sei ihm dann jedoch selbst nicht mehr aus dem Kopf gegangen. „Wir hörten etwas über Blogs im Radio und meine Frau meinte, so was sollte man mal für Senioren machen“, erzählt Schmalenbach.

Also sammelte er erste Ideen für eine solche Internet-Seite, denn ein klares Konzept hatte er anfangs noch nicht. Hilfe holte er sich bei seiner Tochter, Verena Bender, die als Bloggerin die entsprechenden Programme und Kniffe kennt. „Und dann stellte sie mir natürlich die große Frage: ,Was willst‘n eigentlich schreiben, Papa?‘“

„Einfach nur“ Geschichten zu erzählen sei keine Option gewesen. „Die liest man eher in Büchern“, habe sie ihrem Vater gesagt. Die Idee, anderen Denksportaufgaben und Gedächtnistraining zu vermitteln, kam schließlich ganz zufällig auf: „Ich fragte ihn nach dem WLAN-Passwort und er nannte mir aus dem Stegreif eine lange Zahlenfolge. Da war ich sprachlos“, erinnert sich Verena Bender. Ein kurzes Grinsen huscht daraufhin über die Lippen des 67-Jährigen: „Das ist doch kein Problem, für mich ist das ganz leicht, ich habe eine Geschichte dazu im Kopf“, sagt er. Und damit fing es dann an. „Das ist doch wirklich cool, Leuten so etwas beizubringen“, betont Tochter Verena Bender.

Auf der Internetseite zu seinem Blog finden sich diverse Rubriken, darunter „Wo steckt das Wort“, „Silben ordnen“ und „Gemeinsamkeit gesucht“, die Schmalenbach regelmäßig aktualisiert und mit neuen Inhalten füllt. „Ich habe mittlerweile das dritte Buch voll“, sagt er und greift nach einem roten Notizbuch, das er Seite für Seite handschriftlich mit selbsterdachten Denksportaufgaben gefüllt hat. „Das reicht ungefähr bis Juni“, erzählt er stolz.

„Seine Devise ist: nicht reden, machen“, ergänzt Tochter Verena Bender. Mit der Umsetzung des Blogs habe er sich trotz wenig Vorerfahrung nicht schwer getan, und der schnelle Erfolg habe auch sie verblüfft: „Es ist krass, in wie vielen Foren und Social-Media-Gruppen er auf seinen Blog aufmerksam gemacht hat. Sogar ich bekam Reaktionen, wie: ,Super, dass dein Vater so was macht‘.“

Die Besucherzahlen auf der Seite stiegen schnell, mittlerweile lägen sie oft im vierstelligen Bereich. „Ich war sehr erstaunt über die Entwicklung“, sagt die Bloggerin. Besonders am Anfang sei es sehr schwierig, Reichweite zu erlangen, „man muss sich das erst aufbauen“. „Ich habe es mir ja über die Foren aufgebaut“, erwidert Schmalenbach schmunzelnd.

Dennoch: Auch er sei überrascht, und bekomme zu seinem Blog „Jung im Hirn“ regelmäßig Rückmeldungen via E-Mail und soziale Medien: „Die Webseite ist sehr interessant und gefällt mir“, „Ich finde deine Rätsel echt toll. Oft mache ich daraus einzelne Kärtchen, die unsere Gäste dann aus einem Säckchen ziehen können und vorlesen. Danke für die Anregungen“ und „Eine richtig gute Sache, wie ich meine. Die genau für mich wie gemacht ist, denn nach dem zweiten (leichteren) Schlaganfall sind wieder einige Millionen grauer Zellen abhanden gekommen. Bin für jede Art von Hilfe froh und dankbar“, sind nur einige davon.

Mancherorts würde die Plattform sogar von Altenheimen genutzt, die die Aufgaben gemeinsam mit Bewohnern lösten. „Davon haben sie mir erzählt, das finde ich wirklich gut“, sagt Schmalenbach. Womöglich könnten bald noch mehr Leute sein Angebot nutzen – über neue Ideen, um die Plattform langfristig zu optimieren, spekulieren Vater und Tochter jedenfalls jetzt schon. „So halte ich mein Hirn jung“, sagt er.

www.jungimhirn.de

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