Brücke bis zur Eröffnung wohl nicht fertig

Phänomenta voll im Kostenrahmen

Rohbauphase: Die Phänomenta vor rund einem Jahr.

Lüdenscheid - Mit Blick auf den aktuellen Stand der Phänomenta-Baustelle gibt es in Lüdenscheid aktuell zwei Sichtweisen. Bürger mokieren sich gerne und öffentlich über Verzögerungen in der Ausführung. Und auf der anderen Seite sind die Bauverantwortlichen auf städtischer Seite froh, das Projekt nahezu ohne Verwerfungen bis zum aktuellen Stand vorangetrieben zu haben.

Über Verzögerungen beim Brückenschlag vom Bahnhof zum Neubau oder bei der Glasplatte, die den Schwung des Foucault’schen Pendels auch aus dem Erdgeschoss sichtbar machen soll, sprachen die LN mit dem Koordinierungsteam, das zurzeit viel zufriedener auf die Baustelle schaut, als viele Bürger es wohl tun.

„Wir sind voll im Kostenrahmen“, sagt zum Beispiel Regionale-Beauftragter André Westermann. Verspätungen bei der Brücke sind im Gegensatz zum Phänomenta-Bau und -Turm nicht kostenrelevant. Die Förderung fließt aus Städtebaumitteln, nicht aus den EU-Töpfen, die 2015 endabgerechnet sein müssten.

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Richtig sei, dass der erhoffte Termin der Fertigstellung der Brücke zur Neueröffnung wohl nicht gehalten werden kann. Was in diesem Fall passiert ist, kann STL-Ingenieur Sebastian Jülich erklären: Zwischen Ausführungsplaner und Werkplaner habe es unterschiedliche fachliche Einschätzungen gegeben. Diese Kompetenzen seien auch nicht rechtlich geregelt und überhaupt regelbar – doch das sei jetzt „eigentlich ausgestanden“. Dies sei, sagt auch Fachbereichsleiter Martin Bärwolf, auch der Grund, „keine Beschuldigungen zwischen bauausführenden Firmen zu kommentieren.“ Denn, so Bürgermeister Dieter Dzewas: „Von Ursachenforschung bewegt sich kein Hammer.“

Auch die ausstehende Genehmigung des Bodenfensters unter dem Phänomenta-Pendel hat eine Vorgeschichte, hieß es weiter in der Runde. In der Erstplanung der Ausstellung war es überhaupt nicht vorgesehen. Bereits in der Bauphase sei diese Planung modifiziert worden. „Wir haben in vollem Galopp die Pferde gewechselt“, beschreibt Frank Kuschmirtz (ZGW) den Vorgang. Die neuen Planer hätten hätten in enger Abstimmung mit den Architekten Linus Wortmann (Altena) und Andreas Beckmann (ZGW) das neue Konzept mit Sekundärkonstruktion und dem Glasboden entwickelt – für den nun die Einzelfallgenehmigung beantragt ist.

Dass diese Sachverhalte schwierig zu kommunizieren sind, ist auch Bürgermeister Dieter Dzewas klar: „Wir sprechen über etwa 20 Gewerke, die zeitlich voneinander abhängig sind, von europaweiten Ausschreibungen und Vergaben nach öffentlichem Recht.“ - von Florian Hesse

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