Standortwechsel bei Peha: Halver statt Lüdenscheid

Lüdenscheid/Halver - Das Peha-Werk an der unteren Gartenstraße wird voraussichtlich zum Ende nächsten Jahres aufgegeben. Wie die Geschäftsleitung der amerikanischen Honeywell-Company bestätigte, soll der Lüdenscheider Standort nach Halver verlagert werden.

In Halver betreibt Peha bereits ein Zweigwerk. Derzeit stehen nach LN-Informationen 360 Beschäftigte bei Peha in Lohn und Brot.

Mit Schalterprogrammen und Gebäudesystemtechnik, Funklösungen und kundenspezifischen Entwicklungen hat sich der vormals als Familienunternehmen geführte Betrieb weltweit einen Namen gemacht. 1922 begannen die Lüdenscheider Paul Hochköpper und Otto Winkel mit der Fertigung hochwertiger Lichtschalter und Steckvorrichtungen.

Peha avancierte mit „Know How aus dem Sauerland“ zu einem führenden mittelständischen Unternehmen der Branche – und wurde interessant für die US-Holding Honeywell. Der Konzern übernahm Peha im Oktober 2010 und gliederte die Firma in seinen Geschäftsbereich „Automation und Kontrolllösungen“ ein. Der vormalige geschäftsführende Gesellschafter Jens Hochköpper sagte damals unter anderem: „Dieser Zusammenschluss bietet enorme Wachstums- und Entwicklungschancen für das Unternehmen.“ Neun Monate später schloss Honeywell das Peha-Werk in Werne mit 57 Beschäftigten. Jens Hochköpper ist inzwischen nicht mehr bei Peha angestellt.

Sprecher gab für das Unternehmen eine Erklärung ab, in der er die Entscheidung unter anderem mit „wachsendem Wettbewerbs- und Kostendruck“ begründet. „Nach sorgfältiger Prüfung schlagen wir vor, Geschäftsabläufe zu konsolidieren, um die Wettbewerbsfähigkeit am Markt zu steigern.“ Damit würden die Standort Lüdenscheid und Halver am Standort Halver „zusammengeführt“, hieß es weiter. Dies erhöhe die Effizienz und bedeute eine „Stärkung unseres Geschäfts in diesem Wirtschaftsraum.“ Was das im Einzelnen für die rund 360 Mitarbeiter ab Ende 2015 bedeutet, darüber schweigt sich die Unternehmensführung noch aus. Dazu hieß es lediglich: „Wir werden die Mitarbeiter im Zuge dieses Prozesses unterstützen.“

Für ein weiteres Peha-Zweigwerk, die Infratec Datentechnik und BK Electronic in Neuenrade mit knapp 80 Beschäftigten, soll das Aus nach LN-Informationen schon Ende dieses Jahres kommen. Das teilte die Geschäftsleitung der Belegschaft ebenfalls in dieser Woche mit.

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