Pausenhalle: Fraktionen beraten Ausschreibung neu

In dieser Form kommt die 1,4-Millionen teure Pausenhalle nur, wenn unverhofft Geld von dritter Seite hinzukäme.

LÜDENSCHEID - Verschieben wird sich vermutlich die im nächsten Sommer vorgesehene Fertigstellung der Pausenhalle für die beiden Gymnasien am Staberg wegen der unerwarteten Kostensteigerungen von einer auf 1,4 Millionen Euro (die LN berichteten). Die Fraktionen im Stadtrat kamen gestern in einer dem Rat vorgeschalteten Krisensitzung überein, die neue Situation nochmals in den jeweils eigenen Reihen zu beraten. Eine Vergabe laut der bisherigen Planung gab es also nicht, und somit wird es wohl auch nichts mit dem beabsichtigten ersten Spatenstich im Oktober.

Stattdessen läuft alles auf eine abgespeckte Planung hinaus, die allerdings auf jeden Fall eine neuerliche Ausschreibung nötig macht, wie die Verwaltung den Politikern nach LN-Informationen erläuterte. Nur eine unverhoffte Finanzhilfe von dritter Seite, etwa aus dem Umfeld der Schulen selbst, könnte daran noch etwas ändern, hieß es.

Dies, nachdem klar war, dass es keine breite politische Mehrheit für einen 1,4-Millionen-Bau geben wird. Einfach im Plan etwas wegzulassen und dann weniger Arbeiten zu vergeben, ist zugleich für die Stadt rechtlich nicht möglich. Denn dann könnten unterlegene Bieter im Ausschreibungsverfahren auf Gleichbehandlung klagen.

Politisch diskutiert wurde gestern vor allem, ob eine teure Küche nach Industriestandard tatsächlich sein muss. Hier soll am Gertrud-Bäumer-Kolleg und am Bergstadt-Gymnasium, die beide schon über Küchen verfügen, nach Alternativen gefragt werden. Dies könne etwa ein Catering sein, bei dem Mahlzeiten angeliefert und in der eigenen Küche dann aufgewärmt werden, hieß es.

Doch die Zeit drängt. Zum einen, weil die Schulen die Pausenhalle nach eigenen Angaben dringend brauchen, vor allem aber, weil die Stadt in ihre Finanzierung auch 200 000 Euro aus Landes-Fördergeldern eingebaut hatte. Will sie diese Mittel weiter nutzen, muss sie noch 2010 mit dem Bau beginnen, sonst verfällt diese Förderung.

Da dies keine Seite will, vereinbarten die Politiker, dass sich die Fraktionen in ihren nächsten Sitzungen am Montag ihre Meinung bilden und dann der Hauptausschuss am 20. September eine Dringlichkeitsentscheidung fasst. Sei es für die erneute Ausschreibung, sei es die Vergabe der Arbeiten für die 1,4 Millionen Euro. Bei einem neuen Anlauf würde sich der Baubeginn vermutlich bis November verzögern.

Die Verwaltungvertreter buken gestern vor den Politikern kleine Brötchen, wie es weiter hieß: Die Fehleinschätzung der Kosten durch das Zentrale Gebäudemanagement wurde vom zuständigen Dezernenten Karl Heinz Blasweiler und Betriebsleiter Frank Kuschmirtz offen eingestanden. Betont wurde auch, dass die Schulverwaltung nichts dafür könne. Das ZGW versprach vielmehr, Vorkehrungen dafür zu treffen, dass sich so etwas nicht wiederholt.

Mitarbeiter aus ZGW und Kämmerei sollen am Montag alle Fraktionen über den Stand der Dinge informieren.

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