Parkpalette: Sorge, dass wieder viel Zeit vergeht

Die Parkpalette: nicht schön, aber nach Aussage von Fachleuten durchaus sanierungsfähig.

ORTSMARKE ▪ Ratlos, schockiert, verständnislos – die Reaktionen ähneln sich. Wer nunmehr seit Jahren auf Fortschritte in Sachen Parkpalette gehofft und sich dafür eingesetzt hat, sieht sich jetzt wieder bei Null. Denn nach dem Aus für den Investor steht es in den Sternen, wie und vor allem wann es mit dem seit Jahren zum Teil gesperrten Bauwerk in der Oberstadt weitergehen wird.

„Ich bin eigentlich ratlos“, sagt Peter Neumann (Bettenhaus Neumann), der aus seiner Enttäuschung über das ermüdende Gezerre keinen Hehl macht: „Das ist doch ein Fall für den Bund der Steuerzahler.“ Für ihn ist die neuerliche Entwicklung ein weiteres Zeichen dafür, dass in Wirklichkeit gar keine Lösung gewünscht sei: „Die haben ganz einfach unseren Stadtteil abgeschrieben.“ Schon Bürgermeister Dieter Dzewas habe bei der Vorlage von mehr als 100 Unterschriften für den Erhalt der Parkpalette erstaunt mit „Wie, so viele sind das?“ reagiert. All das nähre den Verdacht, dass der Wille fehle: „Irgendeiner blockiert das.“

Christel Gabler, ebenfalls Geschäftsfrau in der Oberstadt, CDU-Ratsfrau und Befürworterin der Investoren-Idee, zeigt sich von der neuerlichen Kehrtwende überrascht: „Ich versteh‘s nicht. Wir wollten ja jetzt eigentlich entscheiden und anfangen.“ Das verzögert sich nun wieder, wobei derzeit niemand eine genauere Prognose wagt. „Dass es jetzt noch wieder zwei Jahre dauert, geht natürlich nicht“, betont Gabler.

Gerald Mosbleck, Vorsitzender des Vereins Altstadtparken, freute sich gestern zumindest darüber, „dass es erst einmal keinen Investor gibt“, auch wenn der Ausschuss die „Chance zum Sparen und Sanieren“ nicht ergriffen habe. Zugleich war er geschockt über die Aussage, dass die Stadt die Maßnahme 2010 wohl nicht durchführen könne: „Das ist unfassbar. Es muss doch alles vorhanden sein. Die Kosten der Sanierung stehen doch seit Jahren fest.“ Aus Ortsterminen mit Betonsanierern, die sich das Bauwerk auf seine Bitte hin angesehen haben, weiß er, dass eine solide Sanierung kurzfristig möglich ist. Mosbleck: „Mit einem Krümel Fachwissen und ein bisschen gutem Willen kann das im September/Oktober durch sein. Die könnten das, aber der Wille fehlt.“

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