Parkhaus-Test Teil 13: Stern-Center-Parkhaus

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Parken im Patchwork-Stil: Die Parkbuchtenbegrenzung scheinen hier die wenigsten Autofahrer zu beachten.

LÜDENSCHEID - In unserer Serie nehmen wir die 13 hiesigen Parkhäuser unter die Lupe. Die 13. und letzte Folge dreht sich um das Stern-Center-Parkhaus.

Wer hat die Sauna erfunden? Die Finnen? Tja, das hielten auch wir bisher für gesichertes Wissen. Bis wir ins Parkhaus am Stern-Center fuhren.

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Hier gibt es Schwitzkuren für Männer, Frauen, Kinder, Autos... Hier würden sogar Hunde transpirieren – wenn sie es denn könnten. Als wir die Autotür öffnen, kommt sie uns direkt entgegen, die unglaublich miese Luft. Vorschlaghammer-Qualitäten hat sie definitiv, öffnet jede Pore umgehend und in der Kopfnote hat sie einen betörend-widerlichen Geruch von Gummi und Urin – mit einem Wort: ein Traum! Übrigens auch im Winter – jedenfalls, wenn man auf garantiert beschlagene Autoscheiben steht. Eine Be- und Entlüftung, die zu mindest den bescheidensten Ansprüchen genügt, gilt hier offenbar als neumodischer Firlefanz und ist nicht im stolzen Preis inbegriffen.

Aber wir wollen nicht zu anspruchsvoll sein, schließlich sind wir ja nicht zum Atmen hierhergekommen, sondern zum Parken. Aber auch das ist hier irgendwie... doof! Die Parkbuchten sind eng und kurz, die Mittelwege viel zu schmal. Dank Servolenkung bringen wir die Prozedur des Einparkens hinter uns, ohne einen Krampf in Armen und Händen zu bekommen. Und ohne Lackschaden am Auto. Prima, denken wir, wir haben gewonnen. Denn ein Blick zu Wänden und Begrenzungspfeilern sagt uns: Das hat hier weiß Gott nicht jeder geschafft.

Die Noten:

Preis-Leistungs-Verhältnis: Nepper, Schlepper, Bauernfänger.

Komfort: Och, Gottchen, wenn man gar keine Ansprüche hat, geht’s!

Sicherheitsgefühl: Die Treppenhäuser sind wirklich schön hell.

Sauberkeit und Zustand: Wir haben schon mehr Dreck gesehen.

Luft: Das geht gar nicht – unatembar!

Wände und Pfeiler sind nicht die einzigen Bestandteile des Stern-Center-Parkhauses, die einen Eimer Farbe oder eine Reparatur gebrauchen könnten. Die Decken zum Beispiel! Im ersten Parkhaus am Platz sollte man doch eigentlich dafür sorgen, dass den Besuchern nicht der Moder auf den Kopf rieselt. Und der Bodenbelag hätte bestimmt nichts gegen eine Grundreinigung.

Der Fairness halber müssen wir zugeben, dass wir keine Müllberge in den zahlreichen Ecken des Parkhauses gefunden haben. Wir haben direkt neben einem der vielen Bezahlautomaten geparkt. Er ist heute defekt und damit außer Betrieb. Wir sollen uns in Sachen Bezahlung einfach an einen Kollegen unseres Apparats wenden. Auf dem Weg zum Aufzug sehen wir, dass die anderen Automaten auch gerade einen Ruhetag eingelegt haben. Genau wie einer der beiden Fahrstühle. Das ist allerdings mehr als ärgerlich. Denn ohnehin ist der Aufzug im Stern-Center langsam. Sehr langsam. Dagegen kommt einem jede Zeitlupeneinstellung schnell vor.

Wir entschließen uns, nicht zu warten, sondern stattdessen das Treppenhaus zu benutzen. Das ist sauber, hell und freundlich. Wer es als Frau bis hierher schafft, muss sich nun auch nicht mehr ängstigen. Wir werfen einen kurzen Blick auf das Parkhausbüro, vor dem sich eine kleine Schlange gebildet hat: Menschen, die keinen Zahlautomaten gefunden haben. Gut, denken wir, wenn wir zurückkommen, machen wir das auch so. Leider stehen zehn Minuten später noch genau dieselben Menschen in der Schlange – und das Parkhausbüro ist offensichtlich immer noch nicht besetzt.

Wir nutzen die Wartezeit für die eine oder andere Unterhaltung mit den Umstehenden, die über hohe Preise, langsame Fahrstühle und enge Parkbuchten schimpfen – wieso denn bloß? Zuletzt werfen wir noch einen Blick auf die Türen zur Parketage. Die öffnen sich automatisch, sind breit und somit kein Hindernis für Rollstuhlfahrer. Gut gemacht, Stern-Center! - Von Maike Förster

Die Lage, die Preise

Die Einfahrt zum Parkhaus am Stern-Center findet man in der Thünenstraße. 450 Plätze warten hier auf Parkplatzsuchende. Von montags bis inklusive samstags kann man hier in der Zeit von 7.30 bis 21 Uhr sein Auto abstellen. Sonn- und feiertags ist das Parkhaus geschlossen. Die erste Stunde kostet einen Euro Parkgebühr, ab der zweiten Stunde zahlt man dann 1,50 Euro. Die Tageshöchstgebühr liegt bei zehn Euro. Soviel bezahlt man auch, wenn man sein Parkticket verloren hat.

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