Falsches Ziel

Corona-Tote auf Irrfahrt: Panne beim Leichentransport

Irrfahrt mit Corona-Toter an Bord: Die an Covid-19 gestorbene Frau sollte nach Lüdenscheid gebracht werden. Symbolbild
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Irrfahrt mit Corona-Toter an Bord: Die an Covid-19 gestorbene Frau sollte nach Lüdenscheid gebracht werden. Symbolbild

Diese Irrfahrt endete fast im Desaster. Ein Leichenwagenfahrer aus Köln (NRW) ist im Sauerland ein grober Fehler unterlaufen. An Bord hatte er die Leiche einer Frau, die am Coronavirus starb.

  • Leichenwagen-Fahrer passiert beim Transport einer Corona-Toten ein grober Fehler.
  • Er fuhr mit der Frau, die an Covid-19 starb, ins falsche Bundesland.
  • Sie sollte eigentlich ins Krematorium in Lüdenscheid gebracht werden.

Lüdenscheid - Die Leiche einer 98 Jahre alten Frau, die Anfang April im  Krematorium von Lüdenscheid am Waldfriedhof Loh eingeäschert werden sollte, war kurzzeitig verschwunden. Wie das Online-Portal bild.de berichtet, fiel das Versehen des 65-Jährigen erst auf, als er die Verstorbene schon fast im Krematorium Koblenz abgeliefert hatte. 

Die alte Dame war dem Bericht zufolge im Sana-Krankenhaus in Köln-Hürth an Covid-19 gestorben. Bestatter Jürgen Schubert aus Hürth erhielt den Auftrag, den Leichnam zur Einäscherung nach Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen zu bringen.

Doch als er seine Fracht aus dem Kühlraum der Klinik abholen wollte, war die schon weg. Nachforschungen in dem Krankenhaus ergaben, dass der Fahrer eines Beerdigungsunternehmens aus Köln-Meschenich das Corona-Opfer irrtümlich mitgenommen – und stattdessen einen männlichen Toten, den er nach Koblenz in Rheinland-Pfalz bringen sollte, liegen gelassen hatte. 

Leichenwagen sollte nach Lüdenscheid: Coronavirus-Tote auf Irrfahrt

Der Betriebsleiter des Krematoriums in Lüdenscheid, Dennis Schönrath, kann sich den Fehler des Kollegen aus Köln nur so erklären: „Der war wohl gerade überhaupt nicht bei der Sache.“ Denn die Verstorbene habe nicht im Sarg, sondern in einem Schubfach des Kühlraums in dem Krankenhaus gelegen. 

„Von außen ist daran ein Namensschild befestigt, außerdem gibt es einen Fußzettel mit den korrekten Daten.“ Die doppelte Absicherung soll Verwechslungen vermeiden. 

Missgriff um Corona-Tote fiel erst zwei Stunden später auf

Laut bild.de klärte sich der Missgriff erst zwei Stunden später auf – rechtzeitig genug, um die Einäscherung des Leichnams, der für Lüdenscheid in NRW bestimmt war, zu stoppen. Der Chef des nachlässigen Teams sagte dazu: „Hätten sie das Namenskärtchen am Fuß des Leichnams kontrolliert, wäre das niemals passiert.“ 

Möglicherweise seien seine Leute wegen eines Corona-Hinweises zu ängstlich gewesen „und wollten schnell wieder raus“. Bestatter Schubert rätselt laut bild.de: „Wie kann man Mann und Frau verwechseln?“ 

Krematoriums-Betriebsleiter Dennis Schönrath schließt menschliches Versagen in Einzelfällen auch für seine Branche nicht aus. „Da kann man für niemanden die Hand ins Feuer legen.“ Auch deshalb habe die Feuerbestattung Sauerland GmbH das System weitgehend digitalisiert. 

Drama mit Coronavirus: Wie konnten weibliche und männliche Leiche verwechselt werden?

Der Sarg erhält zur Identifizierung eine Karte mit den Daten des Verstorbenen. Die Daten werden in die EDV der Feuerbestattungsanlage übertragen. Ein Sargetikett mit den Daten sowie einem dazugehörigen Barcode wird erstellt und fest am Sarg angebracht. 

Zusätzlich wird eine hitzebeständiger Schamottestein mit der Einäscherungsnummer mit in den Ofen gegeben. Schönrath: „Ein Vertauschen ist gar nicht mehr möglich.“ 

Schlimmeres konnte laut bild.de verhindert werden, weil „das ,Pannen-Team’ noch rechtzeitig die 98-Jährige aus dem Krematorium in Koblenz wieder abholte und an den eigentlichen Bestimmungsort ins Sauerland brachte“. Auch die männliche Leiche sei rechtzeitig in Koblenz angekommen. Der Chef des Pannen-Teams kam für alle Kosten auf.

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